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Düngermarkt

Düngerabsatz ist eingebrochen

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am Donnerstag, 14.06.2018 - 18:44 (Jetzt kommentieren)

Die deutschen Landwirte haben im ersten Quartal 2018 wesentlich weniger Mineraldünger eingekauft. Der Einbruch trifft alle Nährstoffe.

Die Ursachen für diesen starken Einbruch dürften sowohl in den Auswirkungen der neuen Düngeverordnung liegen als auch in den extremen Witterungsverhältnissen.

Zunächst verzögerte ein langer Winter die Feldarbeiten. Danach war es im Norden und in der Mitte Deutschlands extrem trocken. Damit wurde die Ausbringung von Mineraldüngern erheblich erschwert.

Düngeverordnung drückt die Anwendung

Mineraldünger

Neben den extremen Witterungsverhältnissen reduzierte auch die seit Juli 2017 geltende neue Düngerverordnung den Einsatz von Mineraldünger.

Der Industrieverband Agrar (IVA) berichtete auf seiner Jahrespresskonferenz im Mai, dass die Düngeverordnung „zusammen mit den widrigen Witterungsverhältnissen und großen Problemen aufgrund knapper Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger“ bereits „zu spürbaren Absatzeinbußen bei Mineraldünger“ geführt habe.

Für das gesamte Düngerjahr 2017/18 geht der IVA von einem Absatzrückgang bei Stickstoff und Phosphor von etwa 10 % aus. Das könnte angesichts der schwachen Absatzzahlen aus dem ersten Quartal 2018 sogar noch zu optimistisch sein.

Absatz von Kalkammonsalpeter (KAS) fällt zurück

N-Dünger

Der Absatz von Stickstoffdüngern (in 1.000 t Nährstoff) an die deutsche Landwirtschaft ist im ersten Vierteljahr 2018 um etwa ein Drittel eingebrochen.

Der Verkauf des wichtigsten Stickstoffdüngers Kalkammonsalpeter (KAS) ist gegenüber dem vorigen Jahr sogar um 42 % abgestürzt. Im Vergleich zu der bislang niedrigsten Absatzmenge von vor zwei Jahren beträgt der Rückgang bei KAS immerhin noch 24 %.

Außerdem hat KAS im ersten Quartal 2018 seine Bedeutung als  wichtigster Einzeldünger an Harnstoff verloren. Insgesamt wurden 26 % des gesamten Stickstoffs in Form von KAS verkauft.

Harnstoffabsatz um ein Viertel geschrumpft

Harnstoff

Um 24 % gefallen ist im ersten Vierteljahr 2018 der Verkauf von Harnstoff an die Landwirtschaft. Im Vergleich zum bisherigen Absatzrekord von vor zwei Jahren beträgt der Rückgang sogar 55 %.

Am Gesamtverkauf von Stickstoffdüngern hatte der Absatz von Harnstoff einen Anteil von etwa 28 % und lag damit trotz des massiven Verlustes noch etwas vor KAS.

Einen Einbruch von 46 % verzeichnete man auch beim Verkauf von flüssiger Ammonnitrat-Harnstofflösung (AHL). In Form von AHL-Dünger wurden knapp 7 % der Stickstoffdünger an die Landwirtschaft verkauft.

Um 37 % zurückgegangen ist außerdem auch der Absatz von Mehrnährstoffdüngern (NP-Dünger). Ihr Anteil am gesamten Absatz von N-Düngern lag bei reichlich 8 %.

Absatz von P-Düngern schrumpft um 29 %

DAP

Der Verkauf von Phosphordünger an die Landwirtschaft ist im ersten Vierteljahr 2018 (im Vergleich zum Vorjahr) ebenfalls sehr kräftig um 29 % zurückgegangen.

Ihren Phosphordünger kauften die deutschen Landwirte nach den Daten des Statistischen Bundesamtes überwiegend in Form von NP-Düngern (als Mehrnähstoffdünger). Der Anteil von NP-Dünger (wie Diammoniumphosphat/DAP) am gesamten P-Düngerabsatz lag immerhin bei knapp 80 Prozent. Hier betrug der Rückgang 20 %.

Hinzu kommen weitere Mehrnährstoffdünger wie NPK-Dünger (18 % der Absatzmenge) und PK-Dünger (1 %) sowie Superphosphat (<1 %). Dabei ist der Absatz von Superphosphat von allen P-Düngern am stärksten geschrumpft, nämlich um 90 %.

Auch weniger Kalidünger gekauft

KCL

Die Nachfrage der Landwirte nach Kalidünger hat im ersten Vierteljahr 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31 % abgenommen. Das ist ein ähnlich starker Rückgang wie bei den anderen Düngerarten.

Gehandelt wurde Kalidünger nach den Daten des Statistischen Bundesamtes vor allem in Form von Kaliumchlorid. Im ersten Vierteljahr 2018 ging der Absatz von Kaliumchlorid um 25 % zurück. Diese Düngerart erreichte trotz des kräftigen Minus noch 72 Prozent der gesamten Absatzmenge bei Kalidüngern.

Auf die Mehrnährstoffdünger PK und NPK entfiel etwa ein Fünftel des insgesamt an die Landwirtschaft verkauften Kalis. Bei diesen Düngern lag der Absatzrückgang zwischen 34 und 83 Prozent und war damit noch etwas stärker als bei Kaliumchlorid.

Der Absatz von Kaliumsulfat blieb hingegen relativ stabil, der Handelsanteil an allen Kalidüngern liegt allerdings nur bei 6 Prozent. 

Weitere Informationen zum Mineraldüngermarkt finden Sie in der nächsten Ausgabe von agrarheute und fortlaufend online unter https://www.agrarheute.com/markt/duengemittel.

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