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Düngermarkt und Düngerpreise

Düngerpreise bleiben unten – Absatz fehlt

Mineraldünger
am Freitag, 14.02.2020 - 14:45 (Jetzt kommentieren)

Nichts deutet derzeit auf steigende Düngerpreise hin. Eher dürfte es weiter nach unten gehen.

Düngerstreuer

Die anhaltend schwache Nachfrage aus der Landwirtschaft, in Verbindung mit dem Absturz der Energiepreise (Kosten), dürfte den Druck auf die Verkaufspreise für Stickstoffdünger sogar erhöhen. Ende Februar werden sowohl Kalkammonsalpeter (KAS), als auch Harnstoff und Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) zu unveränderten Preise angeboten.

Dabei stehen der Start in die neue Saison und die damit verbundenen Feldarbeiten unmittelbar bevor bzw. haben regional bereits begonnen.

Beim wichtigsten Phosphordünger Diammonphosphat (DAP) sind die Preise im Februar sogar noch weiter zurückgegangen. Lediglich für Kornkali musste die Landwirte zuletzt etwas tiefer in die Tasche greifen. Alles in allem bleiben die Verkaufspreise für die wichtigsten Mineraldünger (außer Kali) also weiterhin unten und sind vor allem für Phosphor und Stickstoffdünger erheblich niedriger als im vorigen Jahr.  

Nachfrage ist schwach, Kosten fallen

KAS Preise

Neben der aus politischen Gründen (Düngeverordnung) schwachen Nachfrage, haben umfangreiche Niederschläge den Zeitpunkt für die erste Düngergabe in etlichen Regionen nach hinten verschoben. Nach Einschätzung von Händlern und  auch der Landwirtschaftskammern ist der Bedarf der Landwirtschaft jedoch nur teilweise über Vorkäufe gedeckt. In einigen Regionen bleibt die Vorkaufsquote sogar noch deutlich unter dem bereits sehr schwachen Niveau des Vorjahres.

Das heißt entweder wird grundsätzlich weniger Dünger gekauft und eingesetzt – oder es besteht Seitens der Landwirtschaft durchaus noch Nachholbedarf beim Einkauf. Schaut man auf den Absturz der Energiepreise könnte sich das Warten jedoch sogar gelohnt haben. Denn mit dem weiteren starken Einbruch der Energiepreise infolge der der Corona-Epidemie in China, fallen auch die Produktionskosten zur Herstellung von Stickstoffdünger sehr kräftig.

Nach Angaben der Weltbank waren die Preise für Erdgas in Europa bereits im Januar – also vor dem drastischen Preissturz im Februar - ein Fünftel niedriger  als im Dezember und nur noch halb so hoch wie ein Jahr zuvor. Nun kommen die zuätzlichen Preisrückgänge bei Rohöl und Erdgas noch hinzu. Die sehr niedrigen Produktionskosten könnten die Herstellung in einigen Ländern kräftig ankurbeln und das Angebot weiter vergrößern. Das würde natürlich zusätzlich auf die Düngerpreise drücken. Für Landwirte keine schlechten Nachrichten.

Stickstoff und Phosphor deutlich billiger

Harnstoffpreise

Die Preisangebote an den deutschen Ostseehäfen für den verladenen Kalkammonsalpeter (KAS) lagen Mitte Februar etwa bei 197 Euro je Tonne und damit nochmals geringfügig niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Preise rund 30 Euro je Tonne niedriger. Für geprillten Harnstoff wurden 269 Euro je Tonne verlangt und damit etwa so viel wie im Januar und ebenfalls 30 Euro weniger als vor einem Jahr.

Die Angebotspreise für Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) bewegen sich derzeit seitwärts bei etwa 182 Euro je Tonne. Das sind immerhin knapp 50 Euro je Tonne weniger als im vorigen Jahr zum gleichen Termin.

Ähnlich wie bei Stickstoff sieht die Entwicklung bei Phosphordünger aus. Der für die deutschen Landwirte wichtigste P-Dünger Diammonphosphat (DAP) wird an den deutschen Importhäfen für 315 Euro je Tonne verladen. Das sind nochmals 5 Euro weniger als im Januar und sogar 120 Euro je Tonne !!! weniger als im vorigen Jahr. 

Etwas höhere Preise als im Vormonat und als im Vorjahr müssen die deutschen Ackerbauern lediglich für Kalidünger zahlen. Hier liegen die Preise an den Verladeplätzen der Importhäfen bei etwas über 250 Euro je Tonne. 

Weltmarkpreise für Stickstoff weiter rückläufig

Harnstoffpreise Welt

Auch am Weltmarkt sind die Stickstoffpreise zuletzt gefallen – obgleich die Analysten für 2020 - bisher eher von einem Preisanstieg ausgegangen sind. So sind die Export-Preise für Harnstoff am Schwarzen Meer bereits im Januar auf etwa 215 USD je Tonne gefallen. Im Vergleich zum Dezember ist dies ein Rückgang von etwa 10 USD je Tonne. Der Preisabschlag zum Vorjahr beträgt 45 USD je Tonne.

Analysten berichten außerdem, dass die in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen deutlich reduzierten Harnstoff-Exporte aus China 2020 wieder zunehmen. Noch im Jahr 2015 exportierte China 13,8 Mio. Tonnen Harnstoff, die Ausfuhren schrumpften dann bis 2018 auf nur noch 2,5 Mio. Tonnen. Bereits 2019 haben die Chinesen ihre Exporte wieder auf 4,5 Mio. Tonnen ausgebaut und 2020 wird ein weiteres Wachstum erwartet.

Ein Grund für Chinas erneute Expansion sind die bereits im Vorjahr kräftig gefallenen Energiepreise (in China Kohle), die die Produktionskosten gesenkt und die Produktion angekurbelt haben. Das dürfte im Übrigen auch für zahlreiche andere Hersteller von Ammonium und Harnstoff gelten – wie etwa die USA, den Iran, Russland, die Länder im Mittleren Osten, Ägypten und die Ukraine.

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