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Düngerkrise und Düngerpreise

Düngerpreise fallen auf 9-Monatstief – Bauern nicht in Kauflaune

dünger kaufen.
am Freitag, 25.11.2022 - 11:29 (Jetzt kommentieren)

An den deutschen Spotmärkten fallen die Düngerpreise weiter. Kalkammonsalpter kostet so wenig wie zuletzt im März. Auch die übrigen Düngerpreise fallen.

Kas-Preise.

Die schwache Nachfrage drückt weiter auf die Preise für Düngemittel. Indiens jüngste Harnstoff-Ausschreibung erhielt Angebote für fast 2 Millionen Tonnen, berichtet das Analystenhaus CRU. Die niedrigsten Preise lagen bei nur noch 570 USD je Tonne – einschließlich Fracht.  

Auch die Preise für Ammoniak fallen weiter, da die Verkäufer darum kämpften, europäische Einkäufer anzulocken. Analysten erwarten für Dezember einen weiteren deutlichen Rückgang der Harnstoff- und Ammoniakpreise. Auch die Kalipreise gehen deutlich zurück, wobei die Exportpreise nach Südostasien allein diese Woche um 100 USD je Tonne gefallen sind, berichtet CRU.

Die Preise für Düngemittel sinken auf dem europäischen und internationalen Markt weiterhin rapide, wobei insbesondere der Preis für Harnstoff auf dem niedrigsten Stand seit letzten März gefallen ist, berichten die französischen Düngeranalysten von terre.net. Der scharfe Rückgang der Gaspreise in den letzten Wochen hat es tatsächlich ermöglicht, viele Ammoniakproduktionslinien wieder in Betrieb zu nehmen und den Gemeinschaftsmarkt besser zu versorgen.

Das in weiten Teilen Europas weiterhin relativ milde Wetter und die hohen Gasvorräte der Gemeinschaft machen große Engpässe bei der Gasversorgung im Winter 22/23 unwahrscheinlich.

International hat sich die Angebotslage mit der Rückkehr Chinas an den Exportmarkt deutlich verbessert. Analysten berichten von wachsenden chinesischen Exporten von Harnstoff und Ammoniak im dritten Quartal, hauptsächlich nach Indien.

Preisangebote im Dezember noch billiger

harnstoffpreise.

Nordamerika ist aktuell einer der preisgünstigsten Harnstoffmärkte der Welt. Analysten rechnen überwiegend damit, dass die Preise erst im Frühjahr wieder anziehen könnten, wobei sich potenzielle logistische Komplikationen mit niedrigen Flusspegeln und Bahnstreiks am Horizont abzeichnen.

Steigende Preise in Nordamerika könnten die Düngerpreise auch in Nordafrika und Europa nach oben treiben. Doch davon ist aktuell nichts zu spüren. Harnstoff wird am US-Golf für den November zu fob-Preisen von 525 USD je Tonne verladen und für den Dezember liegen die Preisangebote derzeit bei 515 USD je Tonne. Das sind 135 USD weniger als im Oktober und 185 USD weniger als im September.

An den Exporthäfen im Mittleren Osten kostet Harnstoff (fob) aktuell knapp 590 USD je Tonne und für die Verladung im Dezember werden nur noch 547 USD je Tonne verlangt. In Frankreich und Europa wird Harnstoff mit einem Abschlag von 150 Euro gegenüber Ammoniumnitrat gehandelt.

Allerdings ist Harnstoff an den Importhäfen in Frankreich mit etwa 630 Euro je Tonne erheblich günstiger als in Deutschland mit 780 Euro je Tonne!

Das Kauf-Interesse der europäischen Landwirte hat nach dem Preisrutsch der letzten Wochen zwar etwas zugenommen, aber die Verkäufe bleiben historisch niedrig, berichtet der europäische Ableger des US-Agrarhändlers ADM.

Höhere Winterniederschläge in diesem Jahr im Vergleich zum letzten Winter, könnten die Stickstoffversorgung im Boden in einigen europäischen Ländern verringern, sagen Analysten. Dies würde die Nachfrage nach Stickstoff im Frühjahr für diejenigen erhöhen, die auf höhere Erträge und Qualität abzielen.

Stickstoffpreise fallen weiter – Kali und P-Dünger ebenfalls billiger

In Deutschland geben die Düngerpreise Ende November weiter nach. In der aktuellen Woche werden folgende Preise gemeldet: An den deutschen Spotmärkten kostet Kalkammonsalpeter (KAS), der wichtigste Stickstoffdünger der deutschen Landwirte, am Donnerstag (24.11) 620 Euro je Tonne. Das sind 45 Euro weniger als in der vorigen Woche und 140 Euro je Tonne weniger als zum Beginn des Monats.

Die Preise für Harnstoff liegen bei knapp 780 Euro je Tonne und damit 20 Euro niedriger als in der vorigen Woche und 180 Euro niedriger als zum Beginn des Monats. Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) kostet 660 Euro – das sind 30 Euro weniger als Anfang November.

Für Kornkali müssen deutsche Landwirte aktuell 570 Euro je Tonne auf den Tisch blättern. Das sind etwa 75 Euro weniger als zum Beginn des Monats. Für den wichtigsten Phosphatdünger, Diammoniumphosphat (DAP), werden aktuell 800 Euro je Tonne verlangt. Das sind 75 Euro weniger als vorige Woche und rund 110 Euro weniger als zum Monatsbeginn.

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