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Düngermarkt und Düngerpreise

Düngerpreise müssen runter – fallende Gaspreise und Käuferstreik

hafen duenger verladen.
am Mittwoch, 19.10.2022 - 14:27 (2 Kommentare)

Die Düngerpreise in Europa geben nach. Aber nur moderat. Der Grund sind fallende Gaspreise und ein massiver Käuferstreik. Die Aussichten bleiben unsicher – wegen der Energieversorgung und wegen des Ukrainekrieges.

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Die anhaltend schwache Nachfrage nach Düngemitteln und fallende Gaspreise bestimmen die aktuelle Entwicklung. Obwohl die Düngerpreise im Oktober (mit den Gaspreisen) nachgegeben haben, ist das Niveau immer noch sehr hoch.

Der weltweite Appetit auf Ammoniak, den Grundstoff für Stickstoffdünger, bleibt jedoch schwach, berichten Analysten. Und auch die globalen Harnstoffpreise geben vor der aktuellen Ausschreibung Indiens nach. Die Phosphat- und Kalipreise setzten ihren Abwärtstrend ebenfalls fort, wobei die Importpreise in Brasilien um 30 USD/t bzw. 35 USD/t fielen.

Mittlerweile gibt es Anzeichen, dass ein Teil der europäischen Stickstoffproduktion für eine Rückkehr bereit sein könnte, sagen Düngerhändler und Analysten. Die Lieferung von russischem Ammoniak aus Yuzhnyy könnten nach Informationen von Analysten ebenfalls wieder aufgenommen werden – eine Entwicklung, die durch das Abkommen zum Export von Getreide und Düngemitteln aus den Schwarzmeerhäfen der Ukraine ermöglicht würde.

Der europäische Hersteller Yara forderte die Europäische Union und die nationalen Regierungen indessen auf, entschlossen zu handeln, um sicherzustellen, dass Europa seine Abhängigkeit von Russland bei Nahrungsmitteln und Düngemitteln verringert und nicht verstärkt.

Die Befürchtungen um die kritische Energieinfrastruktur Europas nehmen indessen weiter zu, weil der Krieg in der Ukraine offenbar in eine neue Phase eintritt.

Die europäischen Ammoniakpreise dürften angesichts der schwachen Nachfrage nachgeben, erwarten die Analysten von CRU. Die Harnstoffpreise rutschen an den globalen Handelsplätzen weiter ab. Das ist eine Folge der schwachen globalen Nachfrage nach Düngemitteln, sagen die meisten Beobachter.

Die Prognose der CRU Fertilizer Analysten zeigt für die nächsten Monate „ein gemischtes Bild für Düngemittel“. Der Trend bleibt für Phosphate und Kali abwärts gereichtet, aber die immer noch sehr hohen Gaspreise begrenzen die Abwärtsbewegung bei Harnstoff und anderen Stickstoffdüngern.

Düngerpreise geben nur langsam nach

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In Deutschland und Europa haben die Düngerpreise im Oktober nachgegeben (mit den Gaspreisen). Dennoch sind die Düngerpreise noch immer sehr hoch und die Nachfrage ist ausgesprochen schwach berichten Händler.

In der aktuellen Woche werden folgende Preise gemeldet: An den deutschen Spotmärkten kostet Kalkammonsalpeter (KAS), der wichtigste Stickstoffdünger der deutschen Landwirte, am Dienstag (18.10) knapp 840 Euro je Tonne. Das sind rund 30 Euro je Tonne weniger als im September. Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) kostet weiterhin knapp 690 Euro – das sind die gleichen Preise wie im Vormonat.

Die Preise für Harnstoff liegen bei gut 920 Euro je Tonne und damit etwa 25 Euro niedriger im September.

Auch bei den übrigen Mineraldüngern haben die Preise nachgegeben – sind aber immer noch sehr hoch. Für Kornkali müssen deutsche Landwirte aktuell 625 Euro je Tonne auf den Tisch blättern. Das ist eben 20 Euro weniger als im August. Für den wichtigsten Phosphatdünger, Diammoniumphosphat (DAP), werden 940 Euro je Tonne verlangt. Das sind rund 10 Euro weniger als im Vormonat.

Vom wichtigsten französischen Importhafen und Handelsplatz, Rouen, werden folgende Spotmarktpreise gemeldet: Für den wichtigsten Stickstoff-Dünger der französischen Landwirte, Ammoniumnitrate 27 %, lagen die Preise zuletzt bei 775 Euro je Tonne.

Der Flüssigdünger Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (franz. Solution Azotée) kostete die französischen Bauern 698 Euro je Tonne und für Harnstoff wurden in Frankreich zuletzt 828 Euro je Tonne verlangt und damit 60 Euro weniger als im September.

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