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Mineraldünger

Düngerpreise steigen immer weiter

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am Dienstag, 02.10.2018 - 14:03 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für die wichtigsten Stickstoffdünger sind im September gestiegen. Anfang Oktober zeigt der Preistrend weiter nach oben.

Harnstoff

Einen besonders kräftigen Preissprung gab es beim Flüssigdünger Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL). Aber auch für Kalkammonsalpter (KAS) und Harnstoff haben sich die Preisforderungen erhöht. Die Spotmarktpreise für Phosphordünger sind in den letzten Wochen ebenfalls leicht gestiegen. Auch bei Kalidünger waren die Preise etwas fester.

Am Weltmarkt ging es für die Stickstoffpreise im September ebenfalls nach oben. Für den Oktober haben die großen Exporteure ihre Preisforderungen weiter erhöht. Erst für die darauf folgenden Monate bewegen sich die Kontraktpreise zur Seite.

Die Weltmarkpreise für Phosphor-Dünger haben sich zuletzt wenig verändert und tendieren auch für die kommenden Monate eher seitwärts. Das gleiche gilt für die globalen Kalipreise.

Energiepreise verteuern Herstellungskosten

Der Hauptgrund für die steigenden Stickstoffpreise dürfte der sehr kräftige Anstieg der Preise für Energie sein. Damit verteuern sich die Produktionskosten der großen Hersteller deutlich, zumal dass Angebot am Weltmarkt wegen der kaum vorhandenen chinesischen Exportaktivitäten zusätzlich verknappt wird.

In Europa kletterten die Rohölpreise auf den höchsten Stand seit vier Jahren und die Erdgaspreise, der wichtigste Kostenfaktor bei  Stickstoffproduktion, sind seit dem Frühjahr um 50 Prozent gestiegen.

Diese Energiepreisrally bleibt nicht ohne Folgen auf die Herstellungskosten und die Düngerpreise. Hinzu kommen die als Folge der US-Handelsrestriktionen deutlich eingeschränkten Verkaufsmöglichkeiten des bisherigen Top-Harnstoff-Exporteurs Iran.

Nachfrage aus der Landwirtschaft schwach

Allerdings war die physische Nachfrage aus der Landwirtschaft im September - wie schon im August - sehr schwach. Händler berichteten, dass nur sehr wenig Ware verkauft wird und Vorverkäufe oft hinausgeschoben werden.

Viele Landwirte verfügen wegen der katastrophalen Getreideernte zudem nicht über ausreichend finanzielle Mittel für den Einkauf von Dünger. Ein beträchtlicher Teil der verfügbaren Erlöse muss zunächst für den zusätzlichen Einkauf von Tierfutter und die Beschaffung  von Saatgut eingesetzt werden.

Der sehr trockene Herbst hat zudem die Rapssaat verzögert oder ganz unmöglich gemacht. Auch die Aussaat von Wintergerste erfolgt zeitlich verzögert.

Hinzu kommt, dass der anhaltende Niederschlagsmangel den Transport über die Flüsse weiter stark eingeschränkt. Wo dennoch Ware transportiert wird, werden hohe Kleinwasserzuschläge erhoben. Diese verteuern die noch transportierten Düngemittel ebenfalls.

Harnstoff, KAS und AHL immer teurer

KAS Preise

Die Preisforderungen für granulierten Harnstoff lagen Anfang Oktober an den deutschen Importhäfen bei 288 Euro/t. Seit Anfang August hat sich Harnstoff damit um etwa 30 Euro verteuert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise 15 Euro höher.

Kalkammonsalpter (KAS) kostete an den deutschen Importhäfen Anfang Oktober 216 Euro/t. Das waren 7 Euro höhere Forderungen als Anfang August und 24 Euro mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr sind die KAS-Preise 8 Euro höher.

Die Preisforderungen für Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) lagen Anfang Oktober bei 172 Euro/t und damit 14 Euro höher als vor vier Wochen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die AHL-Preise 29 Euro höher.

P-Dünger und Kali etwas teurer

DAP Preise

Anfang Oktober wurde Diammonium-Phosphat (DAP) an den deutschen Import-Häfen für 429 Euro/t verladen und damit 3 Euro teurer als vor vier Wochen.

Ende August hatte die DAP-Preise zweitweise sogar bis auf 434 Euro zulegt, waren dann aber wieder zurückgependelt. Zum Beginn dieses Jahres lagen die DAP-Preise bei 372 Euro. Seitdem sind die Kurse um 57 Euro/t gestiegen.

Die Preisforderungen für Kornkali bewegten sich an den deutschen Importhäfen Anfang Oktober bei 239 Euro je t. Vier Wochen zuvor musste man für Kornkali 234 Euro zahlen und damit 5 Euro weniger.

Im August lagen die Kalipreise allerdings auch bei  239 Euro und damit auf dem derzeitigen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kalipreise derzeit 4 Euro höher.

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