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Düngerknappheit

Düngerproduzenten in Gaskrise: Auch bei Yara herrscht fast Stillstand

Yara reduziert die Ammoniakproduktion in Europa auf nur noch ein Drittel der möglichen Kapazität.
am Freitag, 26.08.2022 - 11:45 (2 Kommentare)

Nur noch zu 35 Prozent lastet der norwegische Düngemittelriese Yara seine Ammoniakproduktion aus. Das Unternehmen muss sich der Entwicklung auf dem Gasmarkt weiter anpassen.

Wie Yara gestern (25.08.) mitteilte, führe die Einschränkung der Ammoniakherstellung auf 35 Prozent der Kapazität zu einem Verlust von 3,1 Mio. Tonnen in der Jahresproduktion.

Darüber hinaus müssten wegen der europäischen Rekordpreise für Gas 1,8 Mio. Tonnen weniger Harnstoff, 1,9 Mio. Tonnen weniger Nitrate und 300.000 Tonnen weniger NPK-Dünger produziert werden.

Gestern erreichten die europäischen Gaspreise einen neuen Spitzenwert von 310 Euro je Megawattstunde. Mittlerweile sind die Gaspreise in Europa mehr als zehnmal so hoch als im langjährigen Durchschnitt der Jahreszeit.

SKW Stickstoffwerke Piesteritz hat Düngerproduktion komplett gestoppt

Yara hatte bereits in seinem jüngsten Geschäftsbericht zum zweiten Quartal 2022 im Juli für die gesamte Erzeugung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 10,4 Prozent auf 4,466 Mio. Tonnen ausgewiesen.

Das Unternehmen kündigte an, nach Möglichkeit sein globales Beschaffungs- und Produktionssystem zu nutzen, um den Betrieb zu optimieren und die Kundennachfrage zu befriedigen. Das betreffe auch die Fortsetzung der Nitratproduktion mit importiertem Ammoniak. Bereits im März war die Produktion von Harnstoff und Ammoniak in den europäischen Yara-Werken nur noch zu 45 Prozent ausgelastet

Am Mittwoch (24.08.) teilte ein Sprecher der SKW Stickstoffwerke Piesteritz – einer der größten Düngemittelhersteller in Deutschland – agrarheute mit, dass im Unternehmen die komplette Produktion stillgelegt werden musste. Beim polnischen Düngemittelhersteller Grupa Azoty wurde die Produktion auf 43 Prozent gedrosselt.

Mit Material von AgE
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