Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Düngerpreise

Heftige Preisausschläge bei Harnstoff

Düngerstreuer im Einsatz
am Mittwoch, 20.12.2017 - 13:18

In Deutschland sind die Spotmarktpreise für Harnstoff Ende November kräftig gefallen. Im Dezember ging es mit den Preisen dann wieder etwas nach oben.

Damit folgen die Preise am deutschen und europäischen Binnenmarkt relativ zeitnah der Entwicklung an den internationalen Handelsplätzen.

Dort hatte der Abbruch eines großen indischen Einkauftenders im November den sehr kräftigen Preisrückgang an allen wichtigen Handelsplätzen ausgelöst.

Außerdem drückte nach den Berichten von Händlern eine zuletzt spürbar gedrosselte Import-Nachfrage aus Brasilien auf die Preise.

Indien und China derzeit knapp versorgt

Am Weltmarkt waren die Harnstoffpreise Ende November zweitweise um 60 bis 80 USD abgestürzt. Im Dezember sind  die Kurse an den meisten Handelsplätzen dann jedoch wieder um 20 bis 30 USD gestiegen. Händler gehen derzeit für das Frühjahr 2018 von weiter steigenden Preisen aus.

Begründet wird dies mit den sehr kleinen Beständen und der engen Marktversorgung in Indien sowie einem deshalb relativ zeitnah erwarteten neuen Einkaufstender. Zum anderen wird berichtet, dass die Läger beim weltweit größten Exporteur China (wegen der stark gedrosselten Produktion) ebenfalls leer sind.

Deshalb kam es nach dem jüngsten Preisrutsch zu chinesischen Importen aus dem Iran und dem Mittleren Osten, um die heimische Versorgung zu sichern und bereits eingegangene Exportverpflichtungen zu erfüllen.

Dennoch liegen die Preiserwartungen für die kommenden Monate noch deutlich unter den letzten Preisspitzen von Oktober und November.

Harnstoffpreise wieder billiger

Hst Deutschland

Ende Dezember lagen die Preisforderungen für Harnstoff an den deutschen Importhäfen bei durchschnittlich 259 Euro und damit rund 20 Euro niedriger als vier Wochen zuvor.

Ende November lagen die Preisforderungen für granulierte Ware noch bei 280 Euro je t und Anfang Dezember waren die Preise kurzfristig bis auf 225 Euro abgestürzt. Danach ging es (wie am Weltmarkt) jedoch wieder bis auf 259 Euro nach oben.

Im Oktober hatten die Preise zwischen 273 und 277 Euro gelegen und im September wurden 250 bis 270 Euro verlangt. Im vorigen Jahr lagen die Preise zum derzeitigen Termin (Ende Dezember) bei 265 und waren damit 6 Euro höher als jetzt.

Kalkammonsalpter etwas günstiger

KAS Preise

Die Spotmarktpreise für Kalkammonsalpter (KAS) lagen an den deutschen Importhäfen Ende Dezember bei 211 Euro je t. Das sind 4 Euro weniger als vor vier Wochen.

Ende November lagen die KAS-Preise bei 215 Euro je t und vier Wochen davor (Ende Oktober) wurden ebenfalls 211 Euro verlangt. Die Weltmarkpreise für Ammonium sind (anders als die Harnstoffpreise) zuletzt jedoch deutlich gestiegen und dürften einen möglichen Rückgang der KAS-Preise bremsen.

Hintergrund für den Preisanstieg bei Ammonium sind zahlreiche wartungsbedingte Stilllegungen von Produktionsanlagen in Nordafrika und im Mittleren Osten sowie daraus entstandene Lieferengpässe.

Andererseits wurde die Produktion in Russland und der Ukraine (TOAZ) jedoch kräftig ausgeweitet. Dennoch sind die Ammoniumpreise auch am Schwarzen Meer von zuvor 270 bis 290 USD auf derzeit 310 bis 330 USD je t sehr kräftig gestiegen.

Vor diesem Hintergrund ist zunächst einmal (Januar) eher ein erneuter Anstieg der KAS-Preise als ein weiterer Rückgang zu erwarten. 

Deutsche AHL-Preise etwas schwächer

AHL D

Die Preisforderungen für Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) lagen an den deutschen Importhäfen Ende Dezember bei 150 Euro und damit  knapp 4 Euro niedriger als vor vier Wochen (154 Euro). Im November waren die AHL-Preise zeitweise bis auf 145 Euro abgesackt.

Dieses Niveau konnten die Preise wegen der gestiegen globalen Ammoniumpreise jedoch nicht halten. Am Weltmarkt sind die Preise für AHL-Dünger (UAN), als Folge der höheren Ammoniumpreise, im November und  im Dezember kräftig gestiegen.

Im Januar 2018 zeigt die Preiserwartung nochmals etwas nach oben und danach bewegen sich die Kontraktpreise bis zum Frühjahr 2018 seitwärts. Ab April rechnet man am Weltmarkt wieder mit einem Preisrückgang.

Ukraine mit den niedrigsten Preisen

HSt Welt

Am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuzhny lagen die Exportpreise (fob) für granulierten Harnstoff Ende Dezember bei 213 USD/t und damit 20 USD niedriger als Ende November mit 233 USD je t und rund 60 USD niedriger als Mitte November mit 275 USD.

Außerdem sind die Preisforderungen am Schwarzen Meer derzeit niedriger als bei allen anderen Harnstoff-Exporteuren.  Für den Januar liegen die Angebotspreise am Schwarzen Meer bei 220 USD je t und damit etwas höher als jetzt. Für den Zeitraum Februar und April 2018 werden Preise von 220 und 230 USD  verlangt.

Das ist zwar ebenfalls etwas mehr als im Dezember, jedoch noch immer 20 bis 30 USD weniger als vor vier Wochen als die Forderungen zwischen 240 USD und 260 USD lagen.

US-Preise ab Mitte 2018 unter 200 USD?

An den Exporthäfen der USA waren die Harnstoffpreise Ende November von 245 USD auf 225 USD je t gefallen. Für die Verladung Ende Dezember bewegen sich die Preisforderungen jedoch wieder bei 240 USD und damit 25 USD höher als vor vier Wochen (225 USD).

Für den Zeitraum Januar und April 2018 liegen die Preisforderungen zwischen 250 und 235 USD und damit ebenfalls 20 bis 30 USD höher als vor vier Wochen mit rund 220 USD.

Zur Jahresmitte 2018 (ab August) gehen die Preise an den US-Exporthäfen dann jedoch wieder bis auf 175 USD (!!) zurück. Das wäre ein Preisrückgang gegenüber Dezember von 65 USD.

Preisrücknahmen im Mittleren Osten und Ägypten

Bei den Exporteuren im Mittleren Osten und in Ägypten sind die Exportpreise für Harnstoff Ende November ebenfalls kräftig gefallen.

Ende Dezember lagen die Verkaufspreise (fob) an den Exporthäfen im Mittleren Osten noch bei 235 USD und damit 53 USD niedriger als vor vier Wochen (288 USD). Für die Verladung im Januar werden dann wieder höhere Preise von 253 USD verlangt und für den Februar 2018 liegen die Preisvorstellungen bei 250 USD. Ab März bewegen sich die Preisforderungen wieder unterhalb von 250 USD.

Die Preisforderungen (fob) für Harnstoff aus Ägypten bewegten sich Ende Dezember bei 242 USD und damit 59 USD niedriger als vier Wochen zuvor mit 301 USD. Für die Verladung im Januar lagen die ägyptischen Preisforderungen bei 252 und für den Februar 2018 werde 249 USD verlangt.