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Düngerpreise

Hohe Preise für Phosphor-Dünger

Mineraldünger
am Dienstag, 19.06.2018 - 15:45 (Jetzt kommentieren)

In Deutschland bewegten sich die Preise für Phosphor-Dünger zum Ende der Düngesaison auf hohem Niveau seitwärts.

Seit Mitte Mai haben sich die Notierungen allerdings kaum noch verändert. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2018 haben die Preisforderungen jedoch um reichlich 10 % zugelegt.

Gleichzeitig ist der Absatz von Phosphordünger in Deutschland wegen der extremen Witterung und wegen der Auflagen der neuen Düngeverordnung im ersten Quartal 2018 um rund 30 % (!!!) eingebrochen. Damit war die Nachfrage sogar deutlich schwächer als in den Vorjahren und wohl kaum zum Preisanstieg beigetragen.

Verantwortlich für die höheren P-Düngerpreise in Deutschland war vielmehr der Preisanstieg am Weltmarkt, in Verbindung mit dem zuletzt wieder schwächeren Euro.

DAP-Preise in Deutschland seitwärts

DAP Preise Deutschland

Mitte Juni wurde Diammonium-Phosphat (DAP) an den deutschen Import-Häfen für 414 Euro/t verladen und damit ebenso teurer wie vor vier Wochen. Allerding sind dies die höchsten deutschen DAP-Preise seit Februar 2016 – also seit rund zweieinhalb Jahren.

Zum Beginn dieses Jahres lagen die DAP-Preise noch bei bei 372 Euro. Seitdem sind die Kurse um 42 Euro/t gestiegen. Im September des vorigen Jahres hatte DAP zeitweise nur 325 Euro gekostet. Das war das niedrigste Niveau seit mehreren Jahren. Danach ging es mit den Peisen jedoch stetig nach oben.

Vor dem Hintergrund der seitwärts bzw. leicht nach oben gerichteten Preisbewegung am Weltmarkt, dürften sich die P-Düngerpreise in Deutschland sich in den nächsten Wochen ebenfalls seitwärts bewegen. Allerdings könnte ein anhaltend schwacher Euro die Importpreise und damit auch die Abgabepreise der Händler erhöhen.  

Weltmarktpreise zuletzt leicht gestiegen

DAP Preise Weltmarkt

An den nordamerikanischen Exporthäfen bewegen sich die Preise für Phosphordünger (DAP) Mitte Juni bei 413 USD/t (356 Euro). Da sind etwa 5 USD mehr als im Mai und knapp 20 USD höhere Kurse als zum Beginn des Jahres 2018.

Im Vergleich zum vorigen Jahr ist das derzeitige Niveau jedoch 70 USD bzw. 20 % höher. Für die Verladung im Juli und August bewegen sich die Preisforderungen am US-Golf derzeit seitwärts.

An den chinesischen Export-Häfen (fob) lagen die Preise für DAP-Dünger Mitte Juni zwischen 413 und 415 USD je t. Auch hier wurden etwa 5 USD mehr verlangt als im Vormonat.

An den Exporthäfen Marokkos (fob) wurden Mitte Juni für DAP-Dünger (fob) zwischen 408 bis 428 USD gefordert und damit fast eben so viel wie vor vier Wochen.

Globale Versorgung ist eigentlich gut

Eine Ursache für den Anstieg der Weltmarktpreise waren die Kostengründen reduzierten Produktions- und Angebotsmengen beim bisherigen TOP-Exporteur China. Hinzu kam dann noch die Stilllegung eines großen Werkes in den USA (Florida, Plant City) im Frühjahr. Auch davon ging in der nördlichen Hemisphäre zunächst ein Impuls für höhere Preise aus.

In anderen wichtigen Regionen, wie etwa in Nordafrika und im Nahen Osten, wurden die Produktionskapazitäten hingegen kräftig ausgeweitet. Die Industrievereinigung der Internationalen Mineraldüngerindustrie (IFA) geht für den Zeitraum 2017/18 von einem kräftigen Zuwachs der globalen Produktionskapazitäten von 6 % gegenüber 2016 aus.

Dieser Zuwachs übersteigt nach Einschätzung der IFA das Wachstum der Nachfrage deutlich, so dass zwischenzeitlich auftretende Angebotsverknappungen eigentlich nicht strukturell sondern nur temporär sein können.

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