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Düngermarkt

K+S verdoppelt Umsatz – Dünger-Riese gewinnt selbst bei Gasknappheit

Mehr als doppelt so viel Umsatz als im Vorjahreszeitraum hat der Düngemittelproduzent K+S von April bis Juni 2022 erwirtschaftet. Auch unter erschwerten Bedingungen wegen Gasknappheit und hohen Gaspreisen soll dieser Trend sich fortsetzen.
am Donnerstag, 11.08.2022 - 12:07 (Jetzt kommentieren)

Der Düngemittelhersteller K+S hat seinen Umsatz im zweiten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Selbst bei einer deutlich knapperen Gasverfügbarkeit wird der Gewinn von K+S stark steigen.

Wie das Unternehmen heute (11.08.) mitteilt, ist der Umsatz von 664 Mio. Euro im zweiten Quartal 2021 auf 1,5 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2022 gestiegen. Die Umsatzzahl für das erste Halbjahr 2022 erhöhte sich auf 2,7 Mrd. Euro – im Halbjahr 2021 waren es noch 2,7 Mrd. Euro.

Für das restliche Geschäftsjahr 2022 verändert K+S seine Prognose nicht. In der heutigen Veröffentlichung zu den Geschäftszahlen erstellt der Düngemittelproduzent ein Szenario, in dem für das vierte Quartal 2022 von einer um 25 Prozent geringeren Erdgasverfügbarkeit an allen deutschen Standorten und von einem höheren Gaspreis ausgegangen wird. Auch unter dieser Annahme erwartet K+S noch ein EDITBA von 2,3 bis 2,6 Mrd. Euro. Damit hat sich die Prognose zum Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen nicht verändert.

Hohe Düngerpreise haben gestiegene Unternehmenskosten deutlich übertroffen

Wie K+S erklärt, konnten die höheren Durchschnittspreise in den Kundensegmenten Landwirtschaft und Industrie+ die gestiegenen Kosten „mehr als ausgleichen“. Im Kundensegment Landwirtschaft ist der Umsatz von 474 Mio. Euro im zweiten Quartal 2021 sehr stark auf 1,2 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2022 angestiegen. Im Segment Industrie+ wurde für diesen Zeitraum ein Umsatzzuwachs von 75 Mio. Euro erzielt, was in den Umsatz in diesem Bereich auf 266 Mio. Euro ansteigen ließ.

Der Anstieg der Agrarpreise, verschärfte Sanktionen gegen Belarus sowie die Situation in Russland hätten im ersten Halbjahr 2022 zu deutlich höheren Kaliumchloridpreisen in allen Absatzregionen geführt. Diese Entwicklung werde sich im zweiten Halbjahr fortsetzen.

Im Hinblick auf das Verhalten der Landwirte schlussfolgert K+S, dass Landwirte trotz der hohen Kosten Anreiz gehabt hätten, durch Düngen den Ertrag zu steigern und die Anbauflächen zu erhöhen.

K+S erwartet weiteren Preisanstieg für Düngemittel

Sowohl bei den eigenen Betriebskosten als auch bei den Düngerkosten für Landwirte geht das Unternehmen von steigenden Preisen im Laufe des zweiten Halbjahrs 2022 aus – nur werden sich die Lasten wohl ungleich verteilen: „Der starke Anstieg des Durchschnittspreises im Kundensegment Landwirtschaft sollte erwartete Kostensteigerungen, insbesondere für Energie, Logistik und Material, deutlich übertreffen“, heißt es.

Selbst wenn die deutschen K+S-Standorte ab Oktober mit 25 Prozent weniger Gas auskommen müssen und gleichzeitig eine Gasumlage eingeführt wird, soll nach wie vor ein EDITBA zwischen 2,3 bis 2,6 Mrd. Euro erzielt werden. Diese Prognose hatte das Kasseler Unternehmen bereits im ersten Quartal 2022 abgegeben. Dabei würden die Gasknappheit und die Gasumlage sich „mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag negativ auswirken“ – das zeigt, dass K+S von weiterhin von hohen beziehungsweise steigenden Düngerpreisen ausgeht.

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