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Mineraldünger

Steiler Anstieg der Düngerpreise

am Dienstag, 13.11.2018 - 13:46

Mineraldünger haben sich in Deutschland drastisch verteuert. Dabei ist die Nachfrage aus der Landwirtschaft auch im Herbst eher schwach.

Dennoch sind die Forderungen für die wichtigsten Mineraldüngerarten fast durchweg auf Mehrjahreshochs gestiegen. Die Ursachen für den Preisanstieg liegen sowohl am deutschen und europäischen Binnenmarkt als auch am Weltmarkt.

In Deutschland wirken unter anderem das extreme Niedrigwasser der großen Flüsse und die daraus resultierenden Kleinwasserzuschläge preistreibend. Zum einen kann kaum noch Ware transportiert werden. Zum anderen verteuern die knappen Kapazitäten die überhaupt noch transportierte Ware drastisch.

Am Weltmarkt haben das US-Handelsembargo gegen den Iran und die anhaltend geringen Exportmengen aus China zu einer spürbaren Verknappung der verfügbaren Mengen geführt. Das hat die Preise bei allen Stickstoffdüngern sehr kräftig nach oben getrieben.

Hinzu kommt jetzt auch noch der gegenüber dem US-Dollar sehr kräftig abgewertete Euro. Die aktuelle Währungsschwäche verteuert die europäischen Importe bei den wichtigsten Mineraldüngern zusätzlich.

Harnstoff kräftig verteuert

Harnstoff

Die Preisforderungen für granulierten Harnstoff lagen Mitte November an den deutschen Importhäfen bei 308 Euro/t. Seit Anfang August hat sich Harnstoff in Deutschland damit um rund 50 Euro verteuert.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise knapp 30 Euro höher. Außerdem sind dies die höchsten Kurse seit März 2017.

Am Schwarzen Meer sind die Exportpreise für Harnstoff im November um weitere 25 USD je t auf 295 USD/t gestiegen. Das sind die höchsten internationalen Harnstoffpreise seit knapp vier Jahren.

Für die kommenden drei Monate geht man an allen wichtigen Handelsplätzen aber von einer Seitwärtsbewegung der Preise aus.

Preisrallye bei KAS und AHL

DAP Preise

Kalkammonsalpter (KAS) kostete an den deutschen Importhäfen Mitte November 228 Euro/t. Das sind rund 20 Euro höhere Kurse als Anfang August und sogar 35 Euro mehr als im Juli.

Im Vergleich zum vorigen Jahre sind die aktuellen KAS-Preise 23 Euro höher. Außerdem sind dies die höchsten Preisforderungen seit März 2016 - also seit knapp drei Jahren.

Die Preise für flüssige Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) sind im November geradezu explodiert. Die Forderungen an den  deutschen Ostseehäfen lagen bei 207 Euro je t. Das waren 35 Euro mehr als im Oktober und sogar 50 Euro mehr als im Juni.

Ähnlich hohe AHL-Preise hatte es zuletzt Mitte 2015 - also vor rund drei Jahren gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die derzeitigen AHL-Preise 62 Euro je t höher.

Phosphordünger auf Dreijahreshoch

DAP Preise

Mitte November wurde Diammonium-Phosphat (DAP) an den deutschen Import-Häfen für 444 Euro/t verladen. Damit war DAP 15 Euro teurer als vor vier Wochen und 26 Euro teurer als im August.

Gleichzeitig sind dies die höchsten Preisforderungen für DAP seit Dezember 2015 – also ebenfalls seit etwa drei Jahren.

Am Weltmarkt sind die DAP-Preise im November ebenfalls gestiegen. Sie befinden sich mit rund 428 USD je t auf dem höchsten Niveau seit Oktober 2015.

Für die Auslieferung im Dezember sind die Preisforderungen an den internationalen Handelsplätzen nochmals etwas höher als für den November.

Kalipreise zuletzt wenig verändert

Kalipreise

Die Preisforderungen für Kornkali bewegten sich an den deutschen Ostseehäfen Mitte November bei 240 Euro je t. Vier Wochen zuvor musste die Einkäufer 239 Euro zahlen. Im August lagen die Spotmarktpreise für Kornkali ebenfalls bei  239 Euro und damit auf einem ähnlichen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kurse derzeit 12 Euro höher.

An den kanadischen Exporthäfen (fob-Vancover) haben sich die Kalipreise (MOP) zuletzt kaum verändert. Sie bewegen sich für nicht granulierte Ware seit Monaten stabil bei etwa 216 USD je  t. Für granulierte Ware aus Israel lagen die Forderungen hingegen bei 285 USD je t. Das waren knapp 10 USD mehr als im Vormonat.

Ende September wurde zwischen China und der weißrussischen Belarus Potash Company ein langfristiger Lieferkontrakt (Oktober 2018 bis Juni 2019) abgeschlossen. Der vereinbarte Preis (inklusive Fracht) lag bei 290 USD je t. Das sind 60 USD/t mehr als China im vorigen Jahr zahlen musste und etwa das gleiche Niveau das mit Indien vereinbart wurde.