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Düngermarkt

Stickstoffdünger: Brüssel legt konkrete Antidumpingzölle vor

am
29.03.2019

Inzwischen hat die EU-Kommission konkrete Antidumpingzölle für Stickstoffdünger vorgelegt. Sie könnten ab Mitte April greifen.

Mittlerweile hat die EU-Kommission genauere Zahlen über die Höhe der Antidumpingzölle vorgelegt, die auf die Einfuhr von Harnstoff und Ammoniumnitrat aus den Vereinigten Staaten, Russland sowie aus dem Karibikstaat Trinidad und Tobago erhoben werden sollen. Scharfer Protest gegen die Zölle kam von Seiten der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA).

So sind für russische Lieferungen je nach Unternehmen Strafzölle zwischen 31,9 Prozent und 39,3 Prozent geplant. Die USA sollen für ihre Exporte in die Europäische Union Abgaben von 22,6 Prozent zahlen, und Trinidad und Tobago wurde ein Zoll von 16,3 Prozent auferlegt.

Zölle sollen den "Schaden" ausgleichen

Nach Kommissionsangaben entsprechen diese Sätze der „Schadensspanne“, die innerhalb der Gemeinschaft durch die Einfuhren aus den drei Staaten entstehen. Vorläufig in Kraft treten können die Maßnahmen am 13. April.

Schon im August 2018 hatte die Brüsseler Behörde eine Antidumpinguntersuchung eingeleitet, nachdem im Juni 2018 eine Beschwerde des Europäischen Düngemittelverbandes (Fertilizers Europe) eingereicht worden war.

Zuvor hatte die EU-Kommission Untersuchungen der Lieferungen für den Zeitraum vom Juli 2017 bis Juni 2018 durchgeführt. Die Strafzölle gegen Russland beruhen unter anderem auf Differenzen aus einem Vergleich des jeweiligen Inlandspreises und des Exportpreises.

USA: Exportpreise sind deutlich niedriger als Inlandsniveau

Auch mit Blick auf die Vereinigten Staaten stützt sich der Vorwurf des Dumpings auf einen Vergleich der Inlandspreise mit den Ab-Werk-Preisen für die Ausfuhr der Produkte in die EU. Letztere hätten deutlich unter dem Inlandspreisen der USA gelegen, so die Brüsseler Kommission.

Die Vorwürfe gegen den Karibikstaat Trinidad und Tobago sieht die Kommission in einem zu niedrigen Ab-Werk-Preis im Verhältnis zu den Kosten begründet. Verlässliche Daten über die Inlandspreise seien hier nicht verfügbar, heißt es von der Behörde.

Mit Material von AgE
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