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Düngermarkt

Stockende Nachfrage drückt N-Düngerpreise

Düngerstreuer auf Acker
am Freitag, 08.06.2018 - 13:15

Im Mai haben sich die Spotmarktpreise für Harnstoff auf niedrigem Niveau seitwärts bewegt. Für Kalkammonsalpter (KAS) haben die Kurse weiter kräftig nachgegeben.

Auch für AHL gingen die Preisforderungen zum Monatsende leicht zurück. Ein Grund für die Preisschwäche war die witterungsbedingt ausgesprochen verhaltene Nachfrage aus der Landwirtschaft. Hinzu kamen die bis Mai  deutlich rückläufigen Preise für Ammonium und auch  für Harnstoff am Weltmarkt.

Auch in anderen wichtigen Produktionsregionen hatte die Witterung die Nachfrage gedrosselt. So waren die Winter auch im Mittelwesten der USA, in Kanada, Russland und der Ukraine sehr lang und verzögerten die Frühjahresbestellung erheblich.

Nun ist es jedoch am Schwarzen Meer, in Nordeuropa , im Süden der USA, in Zentralbrasilien und in Teilen Indiens und Chinas zu trocken. Vor diesem Hintergrund gerät der weltweite Dünger-Absatz ins Stocken bzw. bleibt  hinter den Erwartungen zurück.

Stockende Nachfrage in Deutschland

In Deutschland hatte der lange Winter im Frühjahr den Absatz ebenfalls merklich gedrosselt. Nun sorgte die extreme Trockenheit im Norden und der Mitte Deutschlands für sehr schwache Umsätze.

Um den Stickstoff pflanzenverfügbar zu machen wird unbedingt Feuchtigkeit benötigt. Auf den extrem trockenen Böden hat die Ausbringung keinen Effekt. Das ist bei der Nachfrage aus der Landwirtschaft deutlich zu spüren. Beim Handel und  den Herstellern dürften die Lagerbestände jedenfalls größer werden.

In Deutschland war der Verkauf von Stickstoffdüngern an die Landwirtschaft im ersten Quartal 2018  ein Drittel niedriger als im Jahr zuvor. Bei Kalkammonsalpter gingen die Verkaufsmengen um mehr als 40 % zurück. Bei Harnstoff schrumpfte der Absatz um etwa ein Viertel und AHL wurde in den ersten Monaten 2018 lediglich halb so viel an die Landwirtschaft verkauft wie im Jahr zuvor.

Harnstoffpreise bewegen sich seitwärts

Harnstoff

Ende Mai lagen die Preisforderungen für granulierten Harnstoff an den deutschen Importhäfen bei 242 Euro/t. Damit hatten sich die Kurse im Monatsverlauf fast nicht verändert. Anfang Juni schien sich der Spotmarkt bei 244 Euro auf dem bisherigen Niveau seitwärts bzw. leicht nach oben zu bewegen.

Gründe für die etwas festere Tendenz war offenbar die Stabilisierung bzw. leicht nach oben gerichtete Bewegung der globalen Ammoniumpreise. Die globalen Harnstoffpreise scheinen sich hingegen weiterhin seitwärts zu bewegen. An einigen Handelsplätzen zeigt die Tendenz für die kommenden Monate auch leicht nach unten.

Vieles wird davon abhängen, wie sich Witterung und die Nachfrage aus der Landwirtschaft in den Hauptproduktionsregionen in den nächsten Wochen weiter entwickeln.

Preisrückgang bei KAS und AHL

KAS

Die Spotmarktpreise für Kalkammonsalpter (KAS) lagen an den deutschen Importhäfen Ende Mai bei 185 Euro/t. Das waren nochmals 12 Euro niedrige Preise als vor vier Wochen und zudem die niedrigsten KAS-Preise seit August des vorigen Jahres.

Anfang Juni lagen die Preisforderungen mit 189 Euro wieder etwas höher. Ursachen waren die Entwicklung der globalen Ammoniumpreise und der schwächere Euro. Ammonium hatte sich am Weltmarkt von Januar bis April um ein Drittel verbilligt und legten nun Ende Mai wieder etwas zu.

Die Preisforderungen für Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) lagen an den deutschen Importhäfen Anfang Juni bei 158 Euro und damit geringfügig niedriger als vor vier Wochen. Ende Mai waren Preisforderungen zweitweise bis auf 155 Euro zurückgegangen.

Die etwas höheren Ammoniumpreise den Markt zum Monatswechsel jedoch wieder leicht nach oben. Am Weltmarkt gehen die Preisforderungen für AHL bis zur Jahresmitte indessen wieder zurück.