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Düngerkrise und Düngerpreise

Yara fährt Düngerwerke hoch – und warnt vor heftigem Preiskampf

Dünger.
am Mittwoch, 01.12.2021 - 16:51 (3 Kommentare)

Yara, der größte europäische Düngemittelhersteller, kündigte gestern an, den Betrieb in seinen Werken in den Niederlanden wieder aufzunehmen.

Düngerpreise.

Yara hatte zuvor im September angekündigt, dass die hohen Erdgaspreise in der Europäischen Union das Unternehmen dazu veranlassen würden, die Ammoniakproduktion einer Reihe von Fabriken zu reduzieren. Insgesamt belief sich die Drosslung auf rund 40 Prozent der europäischen Ammoniakproduktionskapazität – oder etwa 1,9 Mio. Tonnen/Jahr.

„Wir haben einige der Düngerwerke wieder in Betrieb genommen. Die Düngemittelpreise sind zuletzt jedoch weiter gestiegen, und das hat Konsequenzen, die mich sehr beunruhigen", sagte Svein Tore Holsether gegenüber Reuters. „Das bedeutet in erster Linie sehr teuren Dünger für die Bauern und später sehr teure Lebensmittel für die Menschen."

Yara lässt nach Auskunft von Holsether weiterhin andere Werke in der Europäischen Union aufgrund der hohen Kosten und der mangelnden Verfügbarkeit von Erdgaslieferungen in der gesamten EU geschlossen.

Das bedeutet auch, dass die Landwirte in der EU einen sehr harten Preiswettbewerb um die noch verfügbaren und sehr teureren Düngemittel führen müssen, lautet die Einschätzung von Analysten. "Im vergangenen Sommer eine Tonne Ammoniak zu produzieren, 110 Dollar gekostet", sagte Holsether. „Und jetzt sind es 1.000 Dollar. Es ist also einfach unglaublich.“

Düngerexport Chinas durch Covid komplett unterbrochen?

düngerpreise.

In den letzten 24 Stunden gab es Berichte über chinesische Städte, insbesondere in den nördlichen Regionen Chinas, die strengere Beschränkungen eingeführt haben, um die Ausbreitung der jüngsten COVID-19-Ausbrüche und der neuesten Omicron-Variante des Virus einzudämmen.

China hat deshalb auch den Handel von nicht containerisierten Gütern (Schüttgütern) mit Russland ausgesetzt. Das bedeutet, dass Güter, die manuell verladen werden müssen, wie Kohle, Düngemittel und landwirtschaftliche Produkte, bis auf weiteres nicht zwischen den beiden Ländern passieren können. China verfolgt bei steigenden COVID-19-Fällen einen Null-Toleranz-Ansatz, obwohl die Cluster in China deutlich geringer sind als in anderen Regionen der Welt.

Wenn diese Grenzschließungen andauern, könnte dies schwerwiegende Auswirkungen auf den globalen Düngemittelmarkt haben, berichten US-Analysten am Dienstag. Die aufgrund dieser Maßnahmen zwischen China und Russland begrenzten Produkte sind wichtige Inputs für die Düngemittelproduktion in China. Sollten diese Grenzschließungen andauern, wird dies wahrscheinlich Chinas Düngemittelproduktion reduzieren und die knappen Düngemittelvorräte auf der ganzen Welt zusätzlich belasten.

Chinas Allgemeine Zollverwaltung hatte bereits mit Wirkung vom 15. Oktober Exportkontrollen für Düngemittelprodukte eingeführt und die Zollüberwachung für 29 Düngemittelprodukte verschärft, nachdem die Düngemittelkosten auch in China auf neue Rekordmarken gestiegen waren.

Düngerpreise in Deutschland auf neuen Rekordständen

Düngerpreise.

„Wir sehen weiter massive Preiserhöhungen für Düngemittel und Chemikalien für Landwirte“, hatte der Chefökonom des Farmers Business Network Kevin McNew während eines Webinars der American Soybean Association vorige Woche gesagt. In den USA kletterte der Green Markets North American Düngepreisindex Ende November auf den höchsten Preis aller Zeiten. Ähnlich ist die Situation in Europa und Deutschland.

Ende November lagen die nominellen Preise für den wichtigsten Stickstoffdünger der deutschen Landwirte, nämlich Kalkammonsalpeter (KAS), an den deutschen Importhäfen bei knapp 580 Euro je Tonne. Damit kostet KAS die Bauern 280 Euro mehr als im Oktober. Außerdem sind die KAS-Preise mehr dreimal so hoch (!!) wie vor einem Jahr.

Der wichtigste Flüssigdünger Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) wurde zuletzt mit knapp 595 Euro notiert. Das ist ein Aufschlag von knapp 300 Euro gegenüber Oktober. Gleichzeitig kostet AHL 3,5mal so viel wie vor Jahresfrist.

Für Harnstoff werden an den deutschen Importhäfen und Großhandelsplätzen zuletzt von den Abnehmern 833 Euro je Tonne verlangt. Das ist ein Aufschlag von 240 Euro gegenüerb Oktober.

Auch für die übrigen wichtigen Mineraldünger steigen die Preise in schwindelerregende Höhen. So kostet Diammoniumphosphat (DAP) zuletzt knapp 733 Euro je Tonne und damit rund 100 Euro mehr als im Oktober. Im Vergleich zum vorigen Jahr sind die DAP-Preise mehr als doppelt so hoch.

Für Kornkali müssen Einkäufer im Großhandel derzeit etwa 367 Euro je Tonne auf den Tisch blättern. Das ist ein Aufschlag von rund 60 Euro zu Preisen von Anfang Oktober. Im Vergleich zum vorigen Jahr sind die Kalipreise rund 60 Prozent höher.

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