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Ökologische Landwirtschaft

EU-Ökolandbau in fünf Jahren um ein Viertel gestiegen

Ökolandbau
am
06.02.2019

Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Agrarflächen ist in der EU von 2012 bis 2017 stark angestiegen. Deutschland liegt dabei knapp unter dem EU-Durchschnitt.

Nach Angaben von Eurostat ist der Anteil des Ökolandbaus an der Gesamtagrarfläche der EU innerhalb der Jahre 2012 bis 2017 um ein Viertel gewachsen. Dies beinhaltet reine Ökoflächen sowie zu einem Viertel Areale, die sich bis dato in Umstellung von konventionell auf bio befanden. Italien und Frankreich haben ihre Ökoflächen dabei um mehr als die Hälfte gegenüber 2012 vergrößert. Somit ist das Wachstum größtenteils auf die Entwicklung in diesen beiden Ländern zurückzuführen.

Deutschland hingegen hat seine Ökofläche nur um etwa 19 Prozent gegenüber 2012 erweitert, zählte aber mit Spanien, Frankreich und Italien zu den Mitgliedstaaten mit der größten Biofläche. Polen indes verzeichnete sogar einen Rückgang des Ökoareals von fast 25 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2017 um die 12,6 Millionen Hektar in der EU ökologisch bewirtschaftet. Das sind circa 7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Davon wurden 3,8 Prozent von reinen Ökobetrieben bewirtschaftet und 3,3 Prozent von Betrieben, die sowohl ökologischen als auch konventionellen Anbau betreiben.

Innerhalb der EU wiesen Österreich, Estland und Schweden den größten Öko-Anteil auf – mit über 19 Prozent der gesamten bewirtschafteten Agrarflächen. In absoluten Zahlen bewirtschafteten Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland 2012 sowie 2017 die meisten Hektare ökologisch. Dennoch lag Deutschland mit 6,8 Prozent Bioanteil knapp unter dem EU-Durchschnitt von 7 Prozent. In Rumänien, Griechenland, Großbritannien und Polen verringerte sich der Anteil sogar.

Bioflächen tendenziell wachsend

Blühstreifen Öko

Tendenziell werden es jedoch mehr Ökoflächen in der EU. In elf Staaten, darunter auch Italien und Frankreich, befanden sich 2017 rund 20 Prozent der Biofläche in Umstellung, weitere elf Staaten stellten 10 bis 20 Prozent ihrer Flächen um. Bulgarien, Kroatien und Ungarn hatten sogar Anteile über 45 Prozent. Da diese Länder aber insgesamt über wenig Öko-Agrarflächen verfügen, ist das Wachstum innerhalb der EU nicht auf sie zurückzuführen.

Nicht nur der Anteil an Öko-Agrarflächen ist in der Gemeinschaft gewachsen. Die Anzahl an ökologisch gehaltenen Rindern beispielsweise überstieg 2017 erstmals vier Millionen von insgesamt 88,4 Millionen gemeldeten Tieren. Österreich, Lettland und Slowenien haben hierbei, anteilig am Gesamt-Viehbestand, die meisten Nutztiere in biologischer Haltung. Ökologische Schweinehaltung macht innerhalb der EU-Länder nur einen kleinen Teil aus. Das Land mit den anteilig meisten Bioschweinen ist Dänemark mit 3 Prozent.

Stark angestiegen ist ebenfalls die Zahl der Vollzeit-Angestellten auf Bio-Betrieben. Um die 30 Prozent mehr als 2012 waren es 2017. Durchschnittlich waren es 0,9 Vollzeitarbeitskräfte je konventionellem Betrieb und 1,5 Arbeitskräfte je Biobetrieb, wobei die Durchschnittsgröße von konventionellen Betrieben bei 16 Hektar lag und die der Biobetriebe bei 40 Hektar.

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