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Freihandelsabkommen

EU will Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland

Rinder Neuseeland
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
23.05.2018

Die EU-Kommission darf Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland vereinbaren. Die EU-Handelsminister gaben der Kommission diese Woche grünes Licht.

Das Mandat verpflichtet die Brüsseler Unterhändler, auf empfindliche Bereiche wie den Schutz der europäischen Landwirtschaft ein besonderes Augenmerk zu legen.

Zu den Bereichen mit dem potenziell größten Nutzen eines Freihandelsabkommens gehören nach Einschätzung der Kommission neben dem Maschinenbau, der Chemieindustrie sowie Dienstleistungen auch der Lebensmittel- und der Agrarsektor. Der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen soll allerdings nicht vollständig liberalisiert, sondern gesondert behandelt werden.

Reger Warenverkehr mit Ozeanien

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Australien ist die EU der drittwichtigste Wirtschaftspartner, für Neuseeland sogar der zweitwichtigste.

Die EU exportiert vorwiegend Fertigungsgüter nach Australien, während von dort vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse und mineralische Rohstoffe nach Europa importiert werden. Bei den neuseeländischen Lieferungen in die EU haben landwirtschaftliche Erzeugnisse das größte Gewicht, während die EU auch dorthin vor allem Fertigungs- und Industriegüter ausführt.

Ein Signal gegen Trumps Isolationismus

Der Auftrag für die Verhandlungen gilt als weiteres Zeichen dafür, dass US-Präsident Donald Trump die USA mit seinem handelspolitischen Kurs isoliert. Australien und Neuseeland hatten bislang vor allem auf die mit den USA und neun anderen Ländern geplante transpazifische Freihandelszone (TPP) gesetzt. US-Präsident Trump ließ das bereits ausgehandelte Projekt allerdings platzen.

Die EU wollte eigentlich mit den USA eine Freihandelszone namens TTIP gründen, hat seit dem Amtsantritt von Trump allerdings keine Hoffnungen auf Fortschritte bei den Verhandlungen. Trump ist Kritiker der aktuellen Freihandelsabkommen, weil diese seiner Meinung nach die US-Wirtschaft benachteiligen.

Mit Material von AgE, dpa
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