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Ernte und Wetter

Europa: Hitzewelle schädigt Mais und Grünfutter

Weizenfeld
am
12.08.2019
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Der Crop-Monitoring-Dienst der Europäischen Kommission (MARS) bestätigt in einem Sonderbericht die „intensive Hitzewelle mit außergewöhnlich hohen Temperaturen" und einem Regendefizit in Westeuropa.

In der 3. Juli-Dekade hat es in Nordfrankreich und in den Beneluxländern sowie in Nordwestdeutschland Rekordtemperaturen von über 40 Grad Celsius gegeben.

Im Südosten des Vereinigten Königreichs, in Südfrankreich sowie in weiten Teilen Deutschlands und auf der Iberischen Halbinsel, stiegen die Temperaturen über 35 Grad Celsius. Allerdings war es nicht überall so heiß und trocken.

Einen Regenüberschuss meldete MARS im gleichen Zeitraum für Zentral-Großbritannien, die Adria-Region, Zentral- und Nord-Rumänien und die angrenzenden Regionen in Ungarn, der Slowakei und der Ukraine.

Temperaturen zu hoch, oft Rekordwerte

Nach Einschätzung von MARS gab es in der zweiten Julihälfte in Mittel- und Nordwesteuropa eine Wetteranomalie. Die Tagestemperaturen lagen 2 bis 4 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt. Hiervon waren auch große Teile Deutschlands betroffen.

Von der extremen Hitze besonders betroffen waren nach Einschätzung von MARS neben Deutschland, der Norden Großbritanniens, die Benelux-Länder und Südskandinavien.  Am intensivsten war die Hitzewelle in der Zeit vom 22. bis 26. Juli.

In Nordosteuropa waren die Temperaturen im gleichen Zeitraum jedoch kälter als üblich. Sie lagen bis zu 4 Grad Celsius unter dem langjährigen Durchschnitt.

Sehr wenig Regen

Getreideernte

Außerdem gab es in vielen Regionen nur geringen, unterdurchschnittlichen Niederschlag. Das gilt nach den Daten von MARS für folgende Regionen: Nordostfrankreich, Deutschland, Polen, die Westukraine, einen Großteil Skandinaviens, Nordportugal, Süditalien, Nordmakedonien, die Osttürkei und der südöstlichen iberischen Halbinsel. Die Niederschlagsmenge in den meisten dieser Regionen betrug nicht mehr als 20 mm.

Gleichzeitig gab es im Norden des Vereinigten Königreichs, in den Ostalpen, im Nordosten des Schwarzen Meeres und auch im Nordosten des europäischen Russlands reichlich Niederschlag von mehr als 90 mm.

Schlechteste Wasserbilanz seit 40 Jahren

Obwohl die geringen Niederschlagsmengen für den Berichtszeitraum (15. Juli - 3. August) nicht außergewöhnlich niedrig waren, liegt der klimatische Wasserhaushalt in einigen Regionen seit Anfang Mai deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt.

Ganz besonders vom Wasserdefizit betroffen sind nach Einschätzung von MARS: der Nordosten Frankreichs, Zentral- und Nordfrankreichs,  Ostspanien, Teile der Benelux-Staaten, Nordwestdeutschland, Südpolen und Litauen.

In einigen dieser Regionen gehört die klimatische Wasserbilanz zu den niedrigsten in der gesamten Aufzeichnungsperiode (seit 1979).

Sommerkulturen und Weiden leiden

Heu Wiesen

In Nordostitalien weisen die Sommerkulturen (z. B. Mais und Sojabohnen) immer noch ein großes Defizit bei der Entwicklung von Biomasse auf, und das Fenster für eine mögliche Erholung ist fast geschlossen.  

In der Mitte Deutschlands sowie in Mittel- und Südpolen beschleunigten die sehr ungünstige Bedingungen (heiß und trocken) seit Beginn des Sommers die Abreife der Winterkulturen und verringerten den Aufbau von Biomasse bei Sommerkulturen (z. B. Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln).  In Lettland und Litauen wurden die Kornbildung und die Kornfüllung bei Winter- und Sommerkulturen durch die heißen und trockenen Bedingungen verkürzt.

Auch auf den Wiesen und Weiden mach sich die Trockenheit aufgrund anhaltend heißer und relativ trockener Bedingungen immer stärker bemerkbar.  Auch hier sind einige Regionen ganz besonders betroffen. Dazu gehören: Nordostfrankreich, Ostbenelux, Mittel- und Norddeutschland, Polen, Tschechien, Litauen, Norditalien sowie Spanien und Portugal.

Betrachtet man die letzten beiden Juli-Dekaden (11.-31. Juli), deutet dies auf eine weitere Verschlechterung der Aufwuchsbedingungen und weniger Biomasse hin. Die schlechtesten Werte seit Erfassung der  Biomassedaten für Wiesen und Weiden wurden für Frankreich, Benelux, Deutschland, Polen und Litauen gemessen.

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