Login
Futtermittelskandal

ADM Straubing: Rapsschrot mit Salmonellen belastet

Thumbnail
Josef Koch, agrarheute
am
25.05.2018

Erneut sind salmonellenbelastete Eiweißfuttermittel im Umlauf. Diesmal ist Rapsschrot aus der Ölmühle ADM Spyck in Straubing betroffen. Rund 200 Landwirte haben kontaminierte Ware erhalten.

Landwirt am Futtersilo

Bei einem Hersteller von Non-GMO Rapsextraktionsschrot aus Süddeutschland ist ein positiver Salmonellenbefund festgestellt worden. Nach Angaben des Unternehmens sind von der Warnung etwa 1.200 Tonnen Rapsextraktionsschrot betroffen, das zwischen dem 8. und 9. Mai 2018 ausgeliefert wurde. Dies teilt erst jetzt die QS GmbH mit, nach dem die Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Ob es sich bei der süddeutschen Ölmühle um das ADM-Werk in Straubing handelt, ließ die QS GmbH offen. QS nenne aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Namen, hieß es auf Anfrage. In den vergangenen Monaten hatten immer wieder mit Salmonellen belastete Sojaschrotlieferungen die Straubinger Ölmühle verlassen.

Am späten Freitag Abend hat die Regierung von Oberbayern als zuständige Futtermittelüberwachungsbehörde dann auf agrarheute-Nachfrage schriftlich bestätigt, dass es sich bei der betreffenden Ölmühle um das Straubinger Werk der ADM Spyck GmbH handelt.

Ebenso teilt die Behörde mit, dass die Ermittlung der Vertriebswege weitestgehend abgeschlossen sei. Insgesamt wurden in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich nach derzeitigem Kenntnisstand rund 200 Landwirte mit belasteten Futtermitteln beliefert.

Die betroffenen Landwirte sind verpflichtet, den Abnehmern ihrer Produkte, wie Molkereien, Viehhändler oder Schlachtunternehmen, mitzuteilen, dass ihre Tiere möglicherweise mit kontaminiertem Rapsschrot in Kontakt gekommen sind.

Ursachen für Belastung unbekannt

Laut Hersteller seien bereits sämtliche Kunden über den Sachverhalt informiert und dazu aufgefordert worden, in diesem Zeitraum erworbene Chargen nicht weiter zu verarbeiten, zu vertreiben oder zu verfüttern.

Gleichzeitig habe das Unternehmen bereits ein Rückruf der Ware gestartet und mit der Reinigung und Desinfektion der Produktionsanlagen begonnen. Die Ursache der Salmonellenkontamination wird derzeit untersucht.

QS ruft alle Systempartner, bei denen die Möglichkeit besteht, dass sie belastete Partien bezogen haben, dazu auf, Kontakt zu ihren Lieferanten aufzunehmen.

Verschärfte Kontrollen angeordnet

Wurde kontaminierte Ware bezogen, empfiehlt QS, diese umgehend zu sperren und die zuständige Überwachungsbehörde und QS zu informieren. Um eine weitere Verbreitung und Rekontamination zu verhindern, sollten zusätzlich entsprechende Hygienemaßnahmen sowie eine Reinigung und Desinfektion von Ausrüstungen, Anlagen und Lagerzellen, die mit der Ware in Kontakt gekommen sein könnten, eingeleitet werden.

Die Regierung von Oberbayern hat angeordnet, die Eigenkontrollen nochmals zu intensivieren: Futtermittel dürfen nur dann ausgeliefert werden, wenn sie negativ auf Salmonellen getestet wurden oder eine weitere salmonellenabtötende Behandlung vorgesehen ist.

Die Meldung von Freitag vormittag (9.30 Uhr) wurde aufgrund neuer Informationen am Freitag Abend um 22.30 Uhr aktualisiert.

Mehr Themen im agrarheute Magazin

Aktuelles Heft Oktober 2018

Auch interessant