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Futterknappheit

Dürre: Schweizer wollen Heu und Mais aus Deutschland

Schweizer Berglandschaft
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
07.08.2018

Auch in der Schweiz ist Raufutter dürrebedingt knapp. Darum senkt die Regierung nun die Importzölle für Heu und Silomais. Weitere Hilfen wurden beschlossen.

Zwar ist die Schweizer Heuernte nach Angaben des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) in den meisten Lagen qualitativ und quantitativ gut ausgefallen. In einzelnen Regionen hat die anhaltende Trockenheit jedoch zu Versorgungsengpässen geführt.

Weil Raufutter auch im umliegenden Ausland knapp ist, sind die Importpreise für die schweizerischen Landwirte gestiegen. Die befristete Zollsenkung für bestimmte Raufutter wie Heu und Silomais soll den Preisanstieg abfedern.

In der Folge könnte die Nachfrage von Schweizer Bauern nach Heu, Stroh und Mais in den grenznahen Regionen Südwestdeutschlands zunehmen.

Ausnahmen für die Beweidung von Schutzflächen

Auf Kantonsebene sind weitere Hilfsmaßnahmen möglich. So können die Kantone die Beweidung von extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen sowie von Rotationsbrachen erlauben.

Auf Sömmerungsbetrieben kann der Normalbesatz in begründeten Fällen über-, oder hinsichtlich der Dauer, unterschritten werden. Zudem kann auf den Alpen auch zugekauftes Futter verwendet werden. Diese Ausnahmen gefährden den Anspruch auf Direktzahlungen nicht.

Für Betriebe in Liquiditätsschwierigkeiten werden rückzahlbare zinslose Darlehen angeboten.

Langfristig will die Regierung mit einer Reform der Agrarpolitik das Risikomanagement und Ernteversicherungen stärken.

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