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Agraraußenhandel

EU-Sojaimport aus den USA drastisch gestiegen

Verladung von Schüttgut
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
01.08.2018

Die EU importierte im Juli 2018 fast viermal so viele Sojabohnen aus den USA wie im Vorjahresmonat.

Wie aus aktuellen Daten der Europäischen Kommission hervorgeht, führte die EU im Juli 2018 insgesamt 359.305 t Sojabohnen aus den USA ein. Das waren gut 280 % mehr als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Beim Sojaschrot, bei dem die USA als Lieferant der EU traditionell eine eher untergeordnete Rolle spielen, nahmen die Importe noch stärker zu, nämlich von 5.373 t auf 184.663 t.

Der extreme Anstieg der Lieferungen aus den USA dürfte vor allem auf den Handelsstreit zwischen Washington und Peking zurückzuführen sein. Das Preisgefüge der Sojaexporteure und die Nachfrage aus China wurden durch die chinesischen Strafzölle auf US-Soja beeinflusst. Südamerikanische Herkünfte wurden teurer, US-Ware gab im Preis nach.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte darum mit US-Präsident Donald Trump erst vor einer Woche vereinbart, dass die Europäer künftig mehr Sojabohnen in den Vereinigten Staaten einkaufen würden. "Die Europäische Union kann mehr Sojabohnen aus den USA importieren und das geschieht auch bereits", unterstrich Juncker daher heute. Zugleich bekräftigte er, die Abmachung mit Trump betreffe nicht den transatlantischen Agrarhandel insgesamt, sondern nur Sojabohnen.

Brasilien verliert Marktanteile

Die Einfuhren der EU aus Brasilien, dem traditionell wichtigsten Lieferanten der Gemeinschaft für Sojaprodukte, gingen im Juli um mehr als ein Viertel auf 514.089 t Sojabohnen zurück. Brasiliens Anteil an den EU-Sojabohnenimporten fiel von 67 % auf 52 %, während die USA ihren Marktanteil von knapp 9 % auf 36,5 % ausbauen konnten.

Die gesamten EU-Importe von Sojabohnen gingen im Berichtsmonat um 8,4 % auf 983.487 t zurück.

Die Europäische Kommission will künftig alle zwei Monate einen Bericht über den Sojahandel mit den USA veröffentlichen. Dieser soll unter anderem der hochrangigen Arbeitsgruppe vorgelegt werden, die seit dieser Woche daran arbeitet, die Gemeinsame Erklärung von Juncker und Trump in konkrete Vereinbarungen zu verwandeln.

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