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Futterpreise

Heu- und Stroh: Dürre hält die Heupreise oben

heuballen
am
19.08.2019
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Die Dürre bremst den Rückgang der Heupreise aus. Raufutter wird wieder knapp und bleibt teuer.

Im August kam der Preisrückgang bei Heu zum Stillstand. Auch die Strohpreise haben sich behauptet. Grund ist der dürrebedingt sehr schlechte Futteraufwuchs in vielen Regionen. Das heißt für viele Landwirte: Der Futtermangel setzt sich fort. Und außerdem: Das knappe Raufutter bleibt teuer. Zugleich kommt der jahreszeitlich sonst sonst übliche Rückgang der Futterpreise zum Stillstand.

Sollte es in den nächsten Wochen nicht noch ausreichend Regen geben, dann ist guter Rat für viele Tierhalter teuer. Noch so ein Jahr wie das vergangene ist wohl schwer durchzustehen. „Nach der Dürre ist vor der Dürre“, fasst Karl-Friedrich Meyer vom Landvolk in Niedersachsen die Lage zusammen. „Die Wasservorräte im Boden sind aufgebraucht“, sagt Meyer weiter. Der Deutsche Bauernverband hatte auf diese Entwicklung bereits in seinem zweiten Erntebericht hingewiesen.

Bauernpräsident Rukwied sagte Ende Juli: „Aufgrund des Wassermangels war eine Schnittnutzung des Grünlandes im erforderlichen Umfang vielfach nicht möglich. Deshalb ist die Versorgung mit Grundfutter weiterhin angespannt. Hinzu kommt der durch Hitze und Trockenheit zu geringe Biomassezuwachs bei den Silomaisbeständen und ein teils geringer Kolbenansatz, der für die Qualität des Grundfutters entscheidend ist.

Nicht ausreichend Heu geerntet

Heupreise Monate

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten und gemeldeten Heupreise lag Mitte August bei rund 128 Euro je Tonne für den Großballen. Im Vergleich zum Vormonat haben sich die Preise damit nicht verändert. In einigen Regionen ist das Heu auch schon wieder teurer.

Der Deutsche Wetterdienst meldete: „Mit dem ersten Grünlandschnitt konnten noch gute Erträge erreicht werden. Beim zweiten Schnitt lagen die Mengen in den von Trockenheit betroffenen Gebieten schon 30 Prozent unter dem üblichen Ertragsverlauf.“ Neben der Trockenheit waren die Wiesen und Weiden Ende Juni und Ende Juli außerdem sehr hohen Temperaturen ausgesetzt. Daher sind auch für den dritten Schnitt hohe Ertragseinbußen wahrscheinlich.

Je nach Witterung und Grasaufwuchs sind die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern relativ groß. Bedingt durch die Mindererträge aus dem letzten Jahr wurde vielfach das Gras aus dem ersten Schnitt als Viehfutter für das laufende Jahr verwendet. Ohne ergiebige Niederschläge ist eine weitere Zuspitzung der Situation zu erwarten.

Heupreise im Nordwesten am höchsten

Heupreise Länder

Am teuersten ist Heu weiterhin in Niedersachsen und Brandenburg. In Niedersachsen wurden für den Großballen Heu 148 bis 150 Euro notiert. Heupreise von 147 Euro meldete man im August aus Brandenburg. Im Vergleich zum vorigen Monat sind dies unveränderte Notierungen. Damit hat Brandenburg weiterhin die höchsten Heupreise aller ostdeutschen Länder.

Die Preismeldungen aus Hessen lagen für den Großballen Heu bei 132 Euro je Tonne und damit etwas niedriger als im Juli. Unverändert geblieben sind mit 120 Euro/t die Heupreise in Schleswig-Holstein. Die Preismeldungen aus Rheinland-Pfalz waren mit 135 Euro je t Heu hingegen 10 Euro höher als vier Wochen zuvor. Rund 10 Euro mehr, nämlich 120 Euro je Tonne, müssen die Landwirte im Kammergebiet Nordrhein sowie in Westfalen zahlen.

In Bayern liegen die Forderungen für den Großballen Heu bei 115 Euro und damit 5 Euro niedriger. Aus Sachsen meldet man 2 Euro höhere Preise von 120 Euro. Etwa 114 Euro und damit 4 Euro mehr kostete das Heu die Einkäufer in Mecklenburg-Vorpommern. In Thüringen blieben die Preise mit 115 Euro stabil. Ebenfalls unverändert blieben die Preismeldungen aus Sachsen-Anhalt. Dort wurde das Heu mit 90 Euro je Tonne gehandelt.

Strohpreise gehen nur leicht zurück

Strohpreise Monate

Die Strohpreise sind im August nur noch leicht zurückgegangen. Trotz der laufenden Getreideernte. Auch bei Stroh war ist das Preisniveau regional weiterhin sehr unterschiedlich.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern ermittelten Strohpreise lag Mitte August bei 88 Euro je Tonne für den Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein leichter Preisabschlag von 3 Euro je t. Damit sind die Strohpreise im Bundesmittel etwa 10 Euro niedriger als im vorigen Jahr

Regional höhere Strohpreise gemeldet

Strohpreise Länder

Am teuersten war Stroh im August im Norden und Nordwesten Deutschlands. Dabei sind die Preise im Norden sogar wieder gestiegen. Dahinter kommen dann die Preismeldungen aus dem Nordosten und aus Hessen. Im August kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein 125 Euro je Tonne. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Preisanstieg von 5 Euro/t.

Etwas niedriger waren die Strohpreise mit 103 bis 105 Euro je Tonne in Niedersachsen sowie mit 101 Euro je Tonne in Hessen. Dabei ging es in Niedersachsen mit den Strohpreisen um rund 10 Euro nach unten. In Bayern mussten die Landwirte für den Großballen Stroh 80 Euro je Tonne zahlen. Die Strohpreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen bei 98 Euro je Tonne und damit 10 Euro niedriger als vor vier Wochen. Damit hat Mecklenburg jedoch weiter die höchsten Strohpreise aller ostdeutschen Länder.

In Rheinland-Pfalz kostete Stroh 95 Euro und aus Brandenburg wurden 86 Euro gemeldet. In Westfalen sind die Preise wieder um 10 Euro auf 75 gestiegen. In Thüringen mussten die Käufer für den Großballen Stroh 73 Euro je Tonne zahlen. Die Abnehmer in Sachsen-Anhalt mussten nach den offiziellen Meldungen nur 62 Euro je Tonne ausgeben. Das waren jedoch unveränderte Preise. Ähnlich niedrig waren die Strohpreise mit ebenfalls 62 Euro je Tonne in Sachsen.

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