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Futterpreise

Heu und Stroh extrem teurer

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
17.08.2018

Die Auswirkungen der Dürre auf das Angebot an Grundfutter sind dramatisch. Heu und Stroh ist vielerorts sehr knapp und teuer.

Deutz beim Stroh fahren

Besonders im Norden und im Osten Deutschlands hat die Trockenheit viele Wiesen und Weiden verdorren lassen. Die Weiden sind braun, die Futtervorräte weitgehend aufgebraucht“, schildert der Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke die dramatische Situation.

Häufig ist kaum noch Gras für einen zweiten oder dritten Schnitt gewachsen. Die Hitzewelle im August gab vielen Grünflächen dann den Rest und sorgte auch in den bis dahin weniger betroffenen Regionen für Probleme. So konnte weder ausreichend Heu erzeugt werden, noch genügend Grassilage.

Zudem hat die sehr schwache Getreideernte nicht nur das Angebot an Futtergetreide drastisch reduziert. Auch die Strohmenge ist wegen des geringeren Wachstums der Getreidepflanzen vielerorts erheblich kleiner. Insgesamt ist die Futterversorgung der Tierbestände damit vielen Regionen gefährdet.

Preise dürften weiter steigen

Heuballen in Mecklenburg-Vorpommern

Diese Entwicklung schlägt sich deutlich in den Preisen für Heu und Stroh nieder. Dabei sind die Preisforderungen in den von der Dürre besonders betroffenen Regionen sowie in den Zentren der Rinderhaltung und Milchproduktion hoch.

Und die Preise werden wohl weiter steigen, denn vielerorts muss die sehr enge Versorgung durch überregionale Zukäufe gedeckt werden. Der Transport aus anderen weiter entfernten Regionen ist jedoch teuer und wirtschaftlich nur bedingt sinnvoll. Deshalb sind nicht wenige Betriebe gezwungen, einen Teil ihrer Rinder zu schlachten.

Hinzu kommt, dass das Wetter vielerorts weiter sehr trocknen und warm ist. Damit wird ein durchaus noch mögliches Wachstum des Grünfutters auf den Wiesen und Weiden verhindert. In einer ganzen Reihe von Ländern haben die regionalen Bauernverbände mittlerweile Futterbörsen eingerichtet. In diesen Börsen kann Heu und Stroh sowie Gras- und Maissilage angeboten und gekauft werden. Die Frage ist allerdings, ob überhaupt ausreichend Grundfutter für den Börsenhandel verfügbar ist.

Heupreise in Niedersachsen am höchsten

Heupreise

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Heupreise lag Mitte August bei rund 131 Euro je t für Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisanstieg von mehr als 20 Euro je t.

Die Vorjahrespreise werden sogar um mehr als ein Viertel übertroffen. Gleichzeitig kostete das Heu im August dieses Jahres etwa so viel wie zur letzten Preisspitze im Mai vor zwei Jahren.

Regional gibt es jedoch je nach Witterungsverlauf und Tierbestandsdichte große Preisunterschiede. Am teuersten ist das Heu im Nordwesten und im Norden Deutschlands. So lagen die Preismeldungen in Niedersachsen Mitte August bei 160 Euro je t Heu. Ähnliche hohe Preise wurden auch aus Schleswig-Holstein und zudem auch aus Hessen gemeldet.

Am unteren Ende der Preisskala lagen die Meldungen aus Süddeutschland, aus Westfalen und etwas überraschend aus dem Osten. Dabei ist vor allem im Osten das Futter witterungsbedingt sehr knapp und die Preise hätte man angesichts der extrem angespannten Versorgungslage eigentlich höher erwartet.

Die Preismeldungen aus Bayern lagen Mitte August bei 110 Euro je t und damit am unteren Ende der Preisskala. Dennoch ist dies im Vergleich zum Vormonat ein kräftiger Anstieg von fast 10 Euro.

Noch niedrigere Heupreise wurden mit 105 Euro je t nur aus Sachsen-Anhalt gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise in dem ostdeutschen Bundesland jedoch sehr kräftig um fast 20 Euro je t gestiegen.

Stroh ist in Schleswig-Holstein am teuersten

Strohpreise

Ähnlich wie bei Heu ist die Entwicklung bei Stroh. Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Strohpreise lag Mitte August bei rund 98 Euro je t für Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisanstieg von knapp 10 Euro je t.

Die Vorjahrespreise werden sogar um mehr als ein Viertel übertroffen. Außerdem sind die aktuellen Strohpreise etwa so hoch wie zur letzten Preisspitze im Frühjahr dieses Jahres. Wie bei Heu gibt es gibt es jedoch je nach Witterungsverlauf und Getreideernte große regionale Preisunterschiede. 

Mit Abstand am teuersten ist Stroh im Norden Deutschlands. Deutlich dahinter liegen die Preismeldungen aus dem Nordwesten. So lagen die Strohpreise Schleswig-Holstein Mitte August bei 145 Euro je t Stroh. Schon deutlich günstiger bekommt man Stroh mit 115 Euro je t in Niedersachsen und mit 125 Euro in Hessen.

Am unteren Ende der Preisskala lagen die Meldungen aus Süddeutschland, aus Westfalen und aus Ostdeutschland. Die Strohpreise in Bayern bewegen sich Mitte August bei 90 Euro je t. Das ist gegenüber dem Vormonat ein Anstieg von etwa 5 Euro.

Die niedrigsten Strohpreise wurden mit nur 75 Euro je t aus Sachsen-Anhalt und aus Sachsen gemeldet. Allerdings sind die Preise in beiden Ländern deutlich höher als im vorigen Jahr als man nur rund 55 Euro für Stroh zahlen musste.

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