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Futterpreise

Heu- und Stroh: Futtermangel treibt die Heupreise

Heuballen
am Donnerstag, 19.09.2019 - 05:05 (Jetzt kommentieren)

Futtermangel treibt die Heupreise nach oben. Stroh kostet kurz nach der Ernte in einigen Regionen ebenfalls wieder mehr.

Heu hat sich im September verteuert. Für Stroh mussten die Landwirte – trotz regionaler Preisaufschläge - etwas weniger Geld ausgeben. Die Versorgung mit Heu, Stroh und Raufutter ist zwar nicht so katastrophal wie im vorigen Jahr.

Die Berichte aus den Regionen zeigen jedoch: Die Lage ist in mancherorts erneut sehr angespannt und verschärft sich weiter. Denn: Auch die Silomaisernte ist in den betroffenen Regionen offenbar schlecht.

Einige Bundesländer haben deshalb bereits reagiert und wie im Dürrejahr 2018 Brachflächen und ökologische Vorrangflächen für die Futterernte freigegeben.

Mangel: Ostdeutschland, Niedersachsen, Oberfranken

strohballen

Die Lage ist also ernst. Das zweite Dürrejahr in Folge bringt viele Rinderhalter an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Landwirte in den von Trockenheit betroffenen Gebieten konnten meist nur einen guten und einen schlechten Grasschnitt ernten. Dann kam nichts mehr. Auch der Silomais ist in einigen Gebieten auf den Feldern verdorrt.

Besonders betroffen ist erneut der Osten Deutschlands und Teile Niedersachsens. Das heißt aber nicht, dass im Süden alles paletti ist. So ist auch im bayrischen Oberfranken das Gras und der Mais vertrocknet. Harald Fischer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) sagte dazu „In einigen Regionen war es sogar noch trockener als letztes Jahr“. Grund ist: „Der Regen ist diesmal schon viel früher ausgeblieben.“

Zukauf in etlichen Regionen nötig

Heupreise

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten und gemeldeten Heupreise lag Mitte September bei 129 Euro je t für den Großballen. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise damit etwas gestiegen. Ein Dürrejahr kann man noch überstehen. Das zweite in Folge wird aber schwierig. „Das Futter ist knapp. Die Vorräte aus dem Jahr 2018 sind auf vielen Betrieben fast aufgebraucht, heißt aus der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Auch Thomas Lippert, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes in Wunsiedel und Hof sagt: „Die Landwirte mussten oft ohne Futterreserven ins Jahr gehen, im Gegensatz zum Vorjahr“. Das heißt: Rindermäster und Milcherzeuger müssen über den Zukauf von Futter nachdenken und dabei tiefer in die Tasche greifen. „Um die Verluste beim Ertrag geht es schon lange nicht mehr, die Frage ist, wie bringe ich die Tiere über den Winter“, fasst Lippert das Problem für die betroffenen Tierhalter zusammen.

Heu im Nordwesten am teuersten

Heupreise Länder

Am teuersten ist Heu weiterhin in Niedersachsen und Brandenburg. Aus Niedersachsen wurden für den Großballen Heu 146 bis 150 Euro gemeldet. Heupreise von 142 Euro meldete man im August aus Brandenburg. Im Vergleich zum vorigen Monat sind dies unveränderte Preise. Weiterhin hat Brandenburg die mit Abstand höchsten Heupreise aller ostdeutschen Länder.

Die Preismeldungen aus Hessen lagen für den Großballen Heu bei 132 Euro je t und damit ähnlich hoch wie im Vormonat. Unverändert geblieben sind mit 120 Euro/t die Heupreise in Schleswig-Holstein. Die Preismeldungen aus Rheinland-Pfalz waren mit 135 Euro je t Heu ebenfalls stabil. Rund 10 Euro mehr, nämlich 130 Euro je Tonne, müssen die Landwirte im Kammergebiet Westfalen zahlen.

In Bayern liegen die Forderungen für den Großballen Heu bei 115 Euro und damit auf Vormonatsniveau. Aus Sachsen meldet man 5 Euro niedrigere Preise von 115 Euro. Etwa 114 Euro kostete das Heu die Einkäufer in Mecklenburg-Vorpommern. In Thüringen gaben die Preise sehr deutlich auf 85 Euro nach. Etwas niedriger waren Preismeldungen auch aus Sachsen-Anhalt. Dort wurde das Heu mit 85 Euro je Tonne gehandelt.

Strohpreise regional sehr uneinheitlich

Strohpreise

Die Strohpreise sind im September nochmals leicht zurückgegangen. Allerding gab es in einigen Regionen bereits wieder kräftige Preisaufschläge. Das gilt insbesondere für Schleswig-Holstein, Niedersachsen und auch für Bayern. Das regionale Preisniveau ist bei Stroh weiterhin sehr unterschiedlich.

Im Durchschnitt lag der von den Landwirtschaftskammern ermittelten Strohpreise Mitte September bei 85 Euro je Tonne für den Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein leichter Preisabschlag von 3 Euro je t. Außerdem sind die Strohpreise damit im Bundesmittel etwa 15 Euro niedriger als im Dürrejahr 2018. Damals wurden allerdings Rekordpreise gezahlt.

Im Norden steigen die Strohpreise wieder

Strohpreise Länder

Am teuersten war Stroh im Norden und Nordwesten Deutschlands. In beiden Regionen sind Preise wieder gestiegen. Dahinter kommen dann die Preise aus dem Nordosten und aus Hessen. Im September kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein 138 Euro je Tonne. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Preisanstieg von 12 Euro/t. Etwas niedriger waren die Strohpreise mit 106 bis 113 Euro je Tonne in Niedersachsen sowie mit 101 Euro je Tonne in Hessen. Auch in Niedersachsen ging es mit den Strohpreisen um 3 bis 7 Euro nach oben.

In Bayern mussten die Landwirte für den Großballen Stroh 85 Euro je Tonne zahlen. Ein Plus von 5 Euro. Die Strohpreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen bei 98 Euro je Tonne und. Damit hat Mecklenburg jedoch weiter die höchsten Strohpreise aller ostdeutschen Länder. In Rheinland-Pfalz kostete Stroh 95 Euro und aus Brandenburg wurden 85 Euro gemeldet. In Westfalen sind die Preise wieder um 5 Euro auf 70 Euro gefallen.

In Thüringen mussten die Käufer für den Großballen Stroh nur noch 50 Euro je Tonne zahlen. Die Abnehmer in Sachsen-Anhalt mussten nach den offiziellen Meldungen ebenfalls nur 50 Euro je Tonne ausgeben. Das waren deutlich niedrigere Preise. Ähnlich niedrig waren die Strohpreise mit ebenfalls 50 Euro je Tonne in Sachsen.

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