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Futterpreise

Heu und Stroh: Landwirte müssen Rekordpreise zahlen

am Montag, 18.03.2019 - 05:00

Der Preisanstieg bei Heu und Stroh nimmt kein Ende. Gleiches gilt für die noch in Rundballen gehandelte Grassilage. Vielerorts gehen die Wintervorräte zur Neige. Guter Rat und Futter sind teuer.

Zum Ende des Winters wird dass Futter in den Betrieben immer knapper. Das zeigen die Rekordpreise die für das überhaupt noch gehandelte Heu und andere Raufuttermittel geboten werden. Diese sind die letzten Monate auf immer neue Höchstwerte geklettert.

Futterhändler und Bauernverbände bestätigen die extrem schlechte Versorgungslage. Besonders betroffen sind die Tierhalter im Nordwesten, im Osten und im Norden Deutschlands. Im Süden ist die Versorgungslage wohl etwas besser. Dennoch steigen die Preise auch hier von Woche zu Woche.

Vielfach sind die knappen Wintervorräte aufgebraucht. Händler berichten, dass bei dem „limitiertem Angebot gekauft wird was da ist, auch wenn die Qualität zu wünschen übrig lässt.“ Und selbst für schwache Partien werden meist höhere Preise als noch im Vormonat gezahlt.

Von der extremen Heuknappheit und den Rekordpreisen hart getroffen sind neben Rinderhaltern vor allem auch Schäfer und Pferdehalter.

Heupreis-Rallye nimmt kein Ende

Heupreise

Bis zum möglichen Weideaustrieb und dem ersten Schnitt wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Die Probleme bei der Versorgung der Tierbestände mit den knappen Futtermitteln werden sich also weiter verschärfen. Bereits Ende Januar hatte die Raiffeisengenossenschaft Lippe-Weser AG berichtet, dass die Vorräte an Heu wohl nicht bis Saisonende reichen werden.

Die angebotenen Partien müssen rationiert oder für Stammkunden zurückgehalten werden. Die sich weiter verschärfende Angebotsverknappung spiegelt sich natürlich in den Heupreisen wider. Mitte März lag das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Heupreise bei rund 192 Euro je t für den Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein weiterer kräftiger Preisanstieg von 11 Euro je t. Die Vorjahrespreise werden damit um 59 Prozent übertroffen.

Außerdem kostete Heu im März etwa 42 Prozent mehr als zur letzten Preisspitze vor knapp drei Jahren. Regional gibt es je nach Witterungsverlauf, Futterernte und Tierbestandsdichte zwar weiterhin große Unterschiede im Preisniveau. Dennoch sind die Preise in fast allen Regionen rekordverdächtig. Die aus den Bundesländern gemeldeten Durchschnittspreise bewegen sich im März in einer sehr großen Spanne zwischen 120 Euro und 235 Euro/t.

Strohpreise ebenfalls auf Rekordjagd

Strohpreise

Auch die Strohpreise haben im März weiter kräftig zugelegt. Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern ermittelten Strohpreise lag Mitte März bei gut 120 Euro je t für Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein kräftiger Preisanstieg von 9 Euro je t. Zugleich ist dies ein neuer Preisrekord. Die aus den Bundesländern gemeldeten Durchschnittspreise bewegen sich im März (wie schon bei Heu) in einer sehr großen Spanne zwischen 78 Euro und 150 Euro/t.

Die Vorjahrespreise werden um gut 23 Prozent übertroffen. Gleichzeitig sind die aktuellen Strohpreise 22 Prozent höher als zur letzten Preisspitze im Frühjahr 2018. Eine Ursache für anhaltenden Preisanstieg bei Stroh ist, dass dieses Heu bei Futterknappheit durchaus ergänzen kann.

Stroh enthält allerdings 35 Prozent mehr strukturierte Rohfaser als Heu. Dieses besteht überwiegend aus unverdaulichem Lignin, was den Futterwert spürbar senkt. Wegen der hohen Rohfaseranteile und der niedrigen Gehalte an anderen Nährstoffen, weist Getreidestroh deshalb 40 Prozent weniger Energie auf als Heu auf. Dennoch ist Stroh "zum Strecken der Rationen" vielerorts sehr gefragt.  

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