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Futtermittel

Heu und Stroh: Preise brechen alle Rekorde

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
18.12.2018

Heu und Stroh haben sich im Dezember weiter verteuert. Mittlerweile übertreffen die Preise alle bisherigen Rekordmarken.

Dabei verdeutlicht die anhaltende Preisrallye bei Heu und Stroh vor allem die sehr enge Versorgung mit Futtermitteln in der Landwirtschaft. Die vom Statistischen Bundesamt in regelmäßigen Abständen erfassten Preise sind nämlich auch für andere Einzelfuttermittel geradezu explodiert.

Dabei ist Futter einer der wichtigsten Kostenfaktoren in der Tierhaltung. Der rasante Preisanstieg bei Heu, Stroh und anderen Futtermitteln, bei gleichzeitig sinkenden Preisen für tierische Erzeugnisse, macht die existenzielle Not deutlich, in der sich viele Tierhalter derzeit befinden.  

Mit Stand Oktober zeigt die Auswertung von Destatis, dass die Preise für Einzelfuttermittel rund 25 Prozent höher waren als im Jahr zuvor. Ähnlich hoch oder noch höher waren die Preisaufschläge bei Futtergetreide.

Heupreise von Rekord zu Rekord

Heupreise

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Heupreise lag Mitte Dezember bei rund 169 Euro/t im Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein weiterer Preisanstieg von 7 Euro/t.

Die Vorjahrespreise werden immerhin um 47 Prozent übertroffen. Außerdem kostete der Großballen Heu im Dezember 26 Prozent mehr als zur letzten Preisspitze vor knapp drei Jahren.

Regional gibt es je nach Witterungsverlauf, Futterernte und Tierbestandsdichte relativ große Unterschiede. Im Dezember sind die Heupreise aber in den meisten Bundesländern weiter gestiegen oder waren auf hohem Niveau stabil. Nach unten ging es entgegen dem Trend lediglich in Mecklenburg-Vorpommern.

Die stärksten Preissprünge nach oben wurden im Dezember aus Rheinland-Pfalz sowie aus drei ostdeutschen Ländern gemeldet.

Heu steigt in der Spitze auf 235 Euro

Länderpreise Heu

Am teuersten war der Großballen Heu weiterhin im Südwesten und im Westen Deutschlands. Mitte Dezember lagen die Preismeldungen aus Rheinland-Pfalz bei 235 Euro/t Heu. Das war ein ungewöhnlich starker Preissprung zum Vormonat von 60 Euro.

Deutlich darunter lagen die gemeldeten Heupreise in Hessen, Niedersachsen, dem Kammergebiet Nordrhein sowie in Westfalen mit 170 bis 177 Euro/t.  Auch in Brandenburg sind die Preise in diesem Monat um etwa 25 Euro auf 170 Euro/t nach oben geschossen.

Etwas weniger, nämlich 160 Euro/t, müssen die Landwirte in Schleswig-Holstein für den Großballen Heu zahlen. Deutlich angezogen haben die Forderungen in Thüringen, nämlich um 20 Euro auf 150 Euro/t. Das sind etwa die gleichen Kurse, die auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt verlangt werden.

Am unteren Ende der Skala lagen die Meldungen aus Mecklenburg-Vorpommern mit 115 Euro/t. Mecklenburg-Vorpommern ist zudem das einzige Bundesland, aus dem trotz Futterknappheit ein kräftiger Rückgang der Heupreise zum Vormonat gemeldet wurde.

Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vp. ist das Niveau der Heupreise in den tierärmeren ostdeutschen Bundesländern jetzt ähnlich hoch wie im Westen und Süden. Die Preismeldungen aus Bayern lagen für den Großballen Heu Mitte Dezember bei 170 Euro/t und damit eben so hoch wie im November.

Stroh ist 20 Prozent teurer als im Vorjahr

Strohpreise

Beträchtliche regionale Unterschiede bestehen weiterhin bei den Strohpreisen. Im Dezember sind die Forderungen in den meisten Ländern jedoch gestiegen. Den stärksten Anstieg meldete man aus Brandenburg mit 20 Euro. Auch in Rheinland-Pfalz, Bayern und Thüringen sind die Notierungen um etwa 10 Euro geklettert.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Strohpreise lag Mitte Dezember bei rund 106 Euro/t für Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisanstieg von 2 Euro. Die Vorjahrespreise werden um reichlich 20 Prozent übertroffen. Außerdem sind die Strohpreise 9 Prozent höher als zur letzten Preisspitze im Frühjahr dieses Jahres.

Wie bei Heu gibt es gibt es je nach Witterungsverlauf, Futterversorgung, Getreideernte und Tierbestandsdichte beträchtliche regionale Preisunterschiede.

Spitzenpreise im Norden und Westen

Länder Strohpreise

Mit Abstand am teuersten ist Stroh weiterhin im Norden Deutschlands. Dahinter kommen die Preismeldungen aus dem Nordwesten. Mitte Dezember kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein weiterhin 150 Euro/t.

Etwas niedriger waren die Strohpreise mit 130 bis 131 Euro/t in Niedersachsen sowie mit 128 Euro/t in Hessen. In allen drei genannten Ländern haben sich die Strohpreise im Dezember nicht verändert. Am unteren Ende der Skala liegen derzeit die Meldungen aus Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit 88 Euro bzw. 92 Euro/t.

In Thüringen sind die Kurse gegenüber dem Vormonat jedoch um 6 Euro gestiegen. Ähnlich wie bei Heu, hat sich Stroh in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg im Dezember kräftig um 10 bzw. 20 Euro verteuert. Die Strohpreise in Bayern lagen Mitte Dezember bei 110 Euro/t. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Anstieg von etwa 10 Euro.

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