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Futterpreise

Heu und Stroh: Preise brechen alle Rekorde

Heuballen in Mecklenburg-Vorpommern
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
15.02.2019

Die Preise für Heu und Stroh klettern in großen Sprüngen nach oben. Offenbar verschärft sich die Futterknappheit in vielen Regionen weiter und nimmt geradezu dramatische Ausmaße an.

Gegenüber dem vorigen Monat war die Teuerung sowohl bei Heu als auch bei Stroh noch einmal sehr hoch. Damit übertreffen die jetzt erreichten Kurse für das überhaupt noch gehandelte Heu und Stroh alle bisherigen Rekordmarken. Auch die vom Statistischen Bundesamt in regelmäßigen Abständen erfassten Preise für Einzelfuttermittel sind geradezu explodiert.

Ursache für die anhaltende Preisrallye ist die extrem knappe Versorgung mit Futtermitteln nach der schlimmen Dürre 2018. Diese dauerte beinahe die gesamte Vegetationszeit bis weit in den Herbst hinein. Vor diesem Hintergrund wird die Versorgung der Tierbestände mit Futter bis zum Frühjahr immer schwieriger.

Der rasante und weiter anhaltende Preisanstieg bei Heu, Stroh und anderen Einzelfuttermitteln ist Ausdruck der extrem knappen Versorgung auf Betrieben.

Heupreise gehen durch die Decke

Heupreise Jahre

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Heupreise lag Mitte Februar bei rund 183 Euro je t für den Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein sehr kräftiger Preisanstieg von 12 Euro je t. Die Vorjahrespreise werden sogar um 55 Prozent übertroffen. Außerdem kostete Heu im Februar etwa 37 Prozent mehr als zur letzten Preisspitze vor knapp drei Jahren.

Regional gibt es je nach Witterungsverlauf, Futterernte und Tierbestandsdichte jedoch weiter recht große Unterschiede im Preisniveau. Im Februar sind die Preise in sechs Bundesländern weiter gestiegen. In den meisten anderen Regionen waren die Kurse für die frei gehandelte Ware auf sehr hohem Niveau stabil. Lediglich in zwei ostdeutschen Ländern gab es leichte Korrekturen nach unten. Die stärksten Preisaufschläge nach oben wurden aus Schleswig-Holstein und Hessen gemeldet.

Heupreise kaum noch zu bezahlen

Heupreise Länder

Am teuersten ist Heu derzeit im Südwesten sowie im äußersten Norden Deutschlands. Dabei haben die Preise in Schleswig-Holstein und in Hessen einen besonders großen Sprung gemacht. An der Spitze der Preisskala lagen jedoch weiterhin die Meldungen aus Rheinland-Pfalz mit unverändert 235 Euro je t Heu.

In Hessen mussten für den Großballen Heu Mitte Februar bei 228 Euro je t gezahlt werden. Das waren 50 Euro mehr als im Januar und der zweitkräftigste Anstieg aller Bundesländer. Auf einem ähnlichen Niveau lagen die gemeldeten Heupreise mit 220 Euro/t in Schleswig-Holstein. Hier gab es mit 60 Euro/t den stärksten Sprung zum Vormonat. Heupreise von etwa 180 bis 185 Euro meldeten  im Februar Brandenburg, Niedersachen und Bayern. Damit hat Brandenburg weiter die höchsten Heupreise aller ostdeutschen Länder.

Etwas weniger, nämlich 170 bis 175 Euro je t, müssen die Landwirte im Kammergebiet Nordrhein sowie in Westfalen und Thüringen für den Großballen Heu zahlen. Zwischen 145 bis 148 Euro müssen Landwirte in Sachsen und Sachsen-Anhalt ausgeben. Am unteren Ende der Preisskala lagen die Meldungen aus Mecklenburg-Vorpommern mit 120 Euro je t. Mit Ausnahme von Mecklenburg ist das Niveau der Heupreise in den tierärmeren ostdeutschen Bundesländern damit ähnlich hoch wie im Westen und im Süden.

Stroh wird ebenfalls immer teurer

Strohpreise Jahre

Auch die Strohpreise haben im Februar kräftig zugelegt. Die regionalen Unterschiede sind jedoch relativ groß. Deutlich höhere Preise meldete man im Februar aus Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Geringfügig weniger als im Vormonat mussten die Abnehmer in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen zahlen.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Strohpreise lag Mitte Februar bei gut 111 Euro je t für Großballen. Das ist gegenüber dem Vormonat ein Preisanstieg von 4 Euro je t und zugleich ein neuer Preisrekord. Die Vorjahrespreise werden um gut 18 Prozent übertroffen. Außerdem sind die Strohpreise 14 Prozent höher als zur letzten Preisspitze im Frühjahr dieses Jahres.

Wie bei Heu, gibt es auch bei Stroh je nach Witterungsverlauf, Futterversorgung, Getreideernte und Tierbestandsdichte beträchtliche regionale Preisunterschiede. 

Strohpreise zwischen 78 und 150 Euro

Strohpreise Länder

Mit Abstand am teuersten war Stroh im Norden Deutschlands. Dahinter kommen dann die Preismeldungen aus dem Nordwesten. Im Februar kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein 150 Euro je t. Etwas niedriger waren die Forderungen mit 132 bis 133 Euro je t in Niedersachsen sowie mit 130 Euro je t in Hessen.

In Bayern mussten die Landwirte für den Großballen Stroh 125 Euro je t zahlen. Das sind 15 Euro mehr als im Vormonat. In Rheinland-Pfalz kostet Stroh 115 Euro und aus Brandenburg wurden 98 Euro gemeldet. In Thüringen mussten die Käufer für den Großballen Stroh 106 Euro je t ausgeben. Das sind 16 Euro mehr als im Vormonat.

Die Strohpreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen im Februar bei 103 Euro/t und damit 13 Euro höher als im Januar. Gleichzeitig mussten die Abnehmer in Sachsen-Anhalt 85 Euro veranschlagen. Am billigsten war das frei gehandelte Stroh im Februar in Sachsen mit nur 78 Euro.

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