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Futterpreise

Heu und Stroh: Preise fallen – Niveau bleibt hoch

Heuballen
am
19.06.2019
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Im Juni haben die Preise für Heu und Stroh weiter nachgegeben. Grund ist der in den meisten Regionen doch recht gute Aufwuchs für den ersten Grasschnitt.

Allerdings sind sich Preise nicht in allen Regionen gleichermaßen gefallen. Ein Grund ist, dass die aus dem Vorjahr noch vorhandenen Vorräte bis zur ersten Grasernte im Mai oftmals fast vollständig aufgebraucht waren. Das eigentlich für Winterfütterung benötigte Gras wurde nicht zu Heu und Grassilage verarbeitet, sondern häufig gleich verfüttert.

Damit fehlen diese Mengen jedoch für den Aufbau neuer Vorräte, nach dem historisch schlechten Erntejahr 2018. Derzeit lässt das Wetter in vielen Regionen jedoch auf eine guten zweiten und dritten Aufwuchs hoffen. Das dürfte zu einer allmählichen Entspannung der in vielen Betrieben noch immer sehr angespannten Versorgungslage bei Raufutter führen.

Noch sind die Auswirkungen der Dürre des vergangenen Jahres jedoch beim Futterangebot zu spüren. In Niedersachsen sind die Heupreise sogar weiter gestiegen. In allen anderen Bundesländern ging es jedoch mehr oder weniger deutlich nach unten – auch in dem von Frühjahrtrockenheit betroffenen Ostdeutschland.

Heupreise trotz Rückgang noch sehr hoch

Heupreise

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern gemeldeten Heupreise lag Mitte Juni bei rund 170 Euro je t für den Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Preisrückgang von 11 Euro je Tonne. Dennoch sind die Heupreise im langjährigen Vergleich immer ungewöhnlich hoch.

Die Vorjahrespreise immerhin um 50 Prozent übertroffen. Außerdem kostete Heu im Juni immer noch 26 Prozent mehr als zur letzten Hochpreisphase vor drei Jahren.

Zwischen den Bundesländern sind die Preisunterschiede zuletzt größer geworden. Dabei sind sind die Preise in den beiden niedersächsischen Kammergebieten nochmals gestiegen. In den meisten anderen Regionen haben die Preise für die frei gehandelte Ware jedoch nach. Ganz besonders in Schleswig-Holstein und in Rheinland-Pfalz.

Regionale Heupreise weiter mit großer Spanne

Heupreise Länder

Am teuersten war Heu im Juni in Hessen und in Niedersachsen. Die Preismeldungen aus Hessen lagen für den Großballen Heu bei 230 Euro je t. Aus Niedersachen wurden 200 bis 203 Euro gemeldet und damit erneut etwas höhere Preise als vor vier Wochen. Deutlich um 70 Euro/t gefallen sind die Heupreise mit  jetzt 150 Euro/t in Schleswig-Holstein. Auch die Preismeldungen aus Rheinland-Pfalz waren mit 185 Euro je t Heu etwa 50 Euro niederer als vier Wochen zuvor.

Heupreise von 170 Euro meldete man im Juni  aus Brandenburg. Im Vergleich zum vorigen Monat ist dies ein kräftiger Preisabschlag von 23 Euro. Dennoch hat Brandenburg weiterhin die höchsten Heupreise aller ostdeutschen Länder. Ähnlich viel, nämlich 165 bis 170 Euro je Tonne, müssen die Landwirte im Kammergebiet Nordrhein, in Westfalen und in Bayern für den Großballen Heu zahlen. Hier ging es um etwa 5 Euro nach unten.

Kräftig  nach unten ging es mit den Preismeldungen aus in Sachsen-Anhalt. Dort wurde das Heu jetzt nur noch mit mit 90 Euro je Tonne gehandelt. Aus Sachsen meldet man geringfügig schwächere Preise von 137 Euro. Etwa 116 Euro und damit knapp 10 Euro weniger kostete das Heu die Einkäufer in Mecklenburg-Vorpommern. In Thüringen ging es mit den Preisen um 5 Euro auf jetzt 145 Euro nach unten.

Strohpreise geben ebenfalls nach

Strohpreise

Die Strohpreise sind im Juni im Bundesmittel ebenfalls zurückgegangen. Auch hier war die Preisentwicklung regional sehr unterschiedlich. Teilweise ging es  schon sehr kräftig nach unten. In vielen Regionen blieben die Kurse jedoch stabil oder sind sogar nochmals leicht gestiegen.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern ermittelten Strohpreise lag Mitte Juni bei 105 Euro je Tonne für Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisrückgang von 7 Euro je t. Die Vorjahrespreise werden noch um 15 Prozent übertroffen. Außerdem sind auch diese rückläufigen Strohpreise noch immer 7 Prozent höher als zur letzten Hochpreisephase im Frühjahr 2018.

Stroh: Große Preispanne zwischen 75 und 130 Euro

Strohpreise Länder

Am teuersten ist Stroh auch im Juni im Norden Deutschlands. Dennoch sind die Preise hier im Vergleich zum Vormonat am stärksten zurückgegangen. Dahinter kommen dann die Preismeldungen aus dem Nordwesten und aus Hessen. Im Juni kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein 130 Euro je Tonne. Im Vergleich zum Vormonat ist die Preisabschlag von 20 Euro/t.

Ähnlich hoch waren die Strohpreise mit 125 bis 130 Euro je Tonne in Niedersachsen sowie mit 130 Euro je Tonne in Hessen. Dabei ging es in Niedersachsen mit den Strohpreisen um 5 bis 10 Euro nach unten. In Bayern mussten die Landwirte für den Großballen Stroh 105 Euro je Tonne zahlen. Das sind die gleichen Preise wie im Vormonat. Die Strohpreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen bei 112 Euro je Tonne und damit 8 Euro niedriger als vor vier Wochen. Dennoch hat Mecklenburg weiterhin die höchsten Strohpreise aller ostdeutschen Länder.

In Rheinland-Pfalz kostete Stroh 115 Euro und aus Brandenburg werden 92 Euro gemeldet. Das ist ein Anstieg von 4 Euro. In Thüringen mussten die Käufer für den Großballen Stroh 106 Euro je Tonne zahlen. Dagegen brauchten die Abnehmer in Sachsen-Anhalt nach den offiziellen Meldungen nur noch 75 Euro je Tonne ausgeben. Das war ein Preisrutsch von 30 Euro/t. Ähnlich niedrig waren die Strohpreise mit 75 Euro je Tonne in Sachsen.

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