Login
Futterversorgung

Heu- und Stroh: Preise fallen trotz Hitzewelle

Strohernte
am
25.07.2019
(Kommentar verfassen)

Im Juli sind die Preise für Heu und Stroh kräftig gefallen. Trotz Hitzewelle, Trockenheit und wieder zunehmendem Futtermangel.

Aber offenbar ist die Futter-Versorgung nicht mehr so extrem schlecht wie noch vor einigen Wochen. Der bisherige Grasaufwuchs und die laufende Getreideernte (Stroh) haben zunächst einmal für eine gewisse Entspannung gesorgt. Auch wenn diese  Entlastung möglicherweis nur vorübergehend ist.

Aus dem Osten und Nordosten kommen jedenfalls deutliche Zeichen eines sich erneut verschärfenden Futtermangels. Die aktuelle zweite Hitzewelle in diesem Jahr dürfte die Situation in den betroffenen Regionen noch weiter verschärfen.

"Letztes Jahr war es durch die Trockenheit schon so kritisch, dass die Landwirte keine Futtervorräte anlegen konnten, weil kaum was da war", sagte Tina Baumgärtel vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft. "Deswegen ist es dieses Jahr noch schwieriger - mit dem wenigen Futter und ohne Reserven spitzt sich der Futtermangel zu.“

In Sachsen dürfen die Landwirte deshalb ab dem 16. Juli auf ökologischen Vorrangflächen Gras ernten. Auch andere Bundesländer wollen diesem Vorgehen, um ihren Landwirten zu helfen.

Niedrigste Heupreise seit einem Jahr

Heupreise

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten und gemeldeten Heupreise lag Mitte Juli bei rund 128 Euro je t für Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Preisrutsch von 42 Euro je Tonne. Außerdem sind die dies die niedrigsten Heupreise seit rund einem Jahr.

Gleichzeitig kostete der Großballen Heu in Deutschland 18 Prozent weniger als zur bisherigen Preisspitze im April dieses Jahres. Zwischen den Bundesländern sind die Preisunterschiede weiterhin groß. Auch wenn es im Juli fast überall deutlich nach unten ging.

Am stärksten gefallen sidn die Heupreise in Hessen, in Niedersachsen, Nordrhein und Westfalen. Dort gingen die Kurse zwischen 60 und 80 Euro je t zurück. Allerdings war das vorherige Niveau in diesen Regionen auch am höchsten.

Heupreise im Nordwesten am höchsten

heuballen

Am teuersten war Heu trotz des kräftigen Preisrückgangs in Niedersachsen und Hessen. Die Preismeldungen aus Hessen lagen für den Großballen Heu bei 148 Euro je t. Aus Niedersachsen wurden sogar noch 153 bis 156 Euro/t gemeldet.

Heupreise von 147 Euro meldete man im Juli aus Brandenburg. Im Vergleich zum vorigen Monat ist dies ein kräftiger Preisabschlag von 23 Euro/t. Dennoch müssen die Einkäufer in Brandenburg weiter die höchsten Heupreise aller ostdeutschen Länder zahlen. Um weitere 30 Euro auf 120 Euro/t gefallen sind die Heupreise in Schleswig-Holstein.

Die Preismeldungen aus Rheinland-Pfalz waren mit 125 Euro je t Heu sogar 60 Euro niedriger als vier Wochen zuvor. Etwas weniger, nämlich 110 bis 120 Euro je Tonne müssen die Landwirte im Kammergebiet Nordrhein, in Westfalen und in Bayern für den Großballen Heu zahlen. In diesen Ländern ging es mit den Preise ebenfalls sehr kräftig zwischen 45 und 60 Euro nach unten.

Aus Sachsen meldet man 18 Euro niedrigere Preise von 118 Euro. Etwa 110 Euro und damit 6 Euro weniger kostete das Heu die Einkäufer in Mecklenburg-Vorpommern. In Thüringen ging es mit den Preisen um 30 Euro auf jetzt 115 Euro nach unten. Unverändert blieben die Preismeldungen aus Sachsen-Anhalt. Dort wurde das Heu mit mit 90 Euro je Tonne gehandelt.

Strohpreise rutschen wieder unter 100 Euro

Strohpreise lang

Die Strohpreise sind im Juli im Bundesmittel ebenfalls kräftig gefallen. Grund war der Beginn der Getreideernte. Auch bei Stroh ist das Preisniveau regional weiterhin sehr unterschiedlich.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern ermittelten Strohpreise lag Mitte Juli bei 91 Euro je Tonne für den Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisabschlag von 14 Euro je t. Außerdem sind die Strohpreise damit im Bundesmittel erstmals seit 11 Monaten wieder unter 100 Euro/t gefallen.

Die Vorjahrespreise werden damit nur noch ganz leicht übertroffen. Gleichzeitig sind die Strohpreise jetzt 23 Prozent niedriger als zur letzten absoluten Preisspitze im April dieses Jahres.

Stroh: Große Preispanne zwischen 62 und 122 Euro

strohpreise

Am teuersten war Stroh im Juli weiterhin im Norden und Nordwesten Deutschlands. Dennoch sind die norddeutschen Preise im Vergleich zum Vormonat mit am stärksten zurückgegangen. Dahinter kommen dann die Preismeldungen aus dem Nordosten und aus Hessen. Im Juli kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein noch 120 Euro je Tonne. Im Vergleich zum Vormonat ist die Preisabschlag von 30 Euro/t.

Ähnlich hoch waren die Strohpreise mit 118 bis 122 Euro je Tonne in Niedersachsen sowie mit 102 Euro je Tonne in Hessen. Dabei ging es in Niedersachsen mit den Strohpreisen um 13 bis 14 Euro nach unten. Die Strohpreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen bei 108 Euro je Tonne und damit 4 Euro niedriger als vor vier Wochen. Damit hat Mecklenburg weiterhin die höchsten Strohpreise aller ostdeutschen Länder.

In Rheinland-Pfalz kostete Stroh 95 Euro und aus Brandenburg wurden 96 Euro gemeldet. In Bayern mussten die Landwirte für den Großballen Stroh noch 85 Euro je Tonne zahlen. In Thüringen lagen die Kurse für den Großballen Stroh bei 73 Euro je Tonne.

Die Abnehmer in Sachsen-Anhalt mussten nach den offiziellen Meldungen nur noch 62 Euro je Tonne ausgeben. Das war ein Preisrutsch von 13 Euro/t. Ähnlich niedrig waren die Strohpreise mit ebenfalls 62 Euro je Tonne nur noch in Sachsen.

Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft August 2019
Schnupper-Angebot Alle Aboangebote

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant