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Futterversorgung

Heu- und Strohpreise: Jetzt geht es abwärts

heuballen
am
17.05.2019

Im Mai haben sich die Preise für Heu und Stroh nach unten bewegt. Wenn auch nicht so stark wie von Landwirten und Futterhändlern erwartet.

Und das auch nicht in allen Bundesländern. Im Nordosten und im Nordwesten sind die Heu- und Strohpreise sogar weiter gestiegen. Ursache ist die erneute Trockenheit, die den Grasaufwuchs in einigen Regionen erheblich beeinträchtigte.

In der ersten Maihälfte hatten ostdeutsche Milchviehalter darauf hingewiesen, dass die Bodenfeuchte in einigen Regionen deutlich niedriger als im langjährigen Mittel ist. Deshalb wachse das Gras nicht im erforderlichen Umfang nach. Erste Betriebe fütterten wegen des Futtermangelns schon Frischgras, obwohl sie wissen, dass diese Mengen für die Heu- und Grassilageproduktion fehlen.

Die Ertragserwartungen beim ersten Grasschnitt wurden im Osten in einigen Regionen auf nur 50 bis 75 Prozent der normalen Mengen veranschlagt. Der Regen der letzten Tage dürfte in den betroffenen ost- und nordwestdeutschen Regionen jedoch die Bodenfeuchte verbessert und eine gewisse Entspannung der Situation bewirkt haben.

Heupreise geben etwas etwas nach, aber nicht überall

heupreise

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern gemeldeten Heupreise lag Mitte Mai bei rund 181 Euro je t für den Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Preisrückgang von 5 Euro je Tonne. Die Vorjahrespreise werden jedoch weiterhin um 51 Prozent übertroffen. Außerdem kostete Heu im Mai rund 34 Prozent mehr als zur letzten Preisspitze vor drei Jahren.

Zwischen den Bundesländern sind die Preisunterschiede weiterhin sehr groß. Dabei sind sind die Preise in den beiden niedersächsischen Kammergebieten sowie im Nordosten nochmals gestiegen.

In den meisten anderen Regionen blieben die Kurse für die frei gehandelte Ware relativ stabil. In Brandenburg haben die Preise von sehr hohem Niveau kommend deutlich nachgegeben

Regionale Heupreise mit sehr großer Spanne

Heupreise Länder

Am teuersten ist Heu weiterhin in den Südwesten und im äußersten Norden Deutschlands. An der Spitze der Preisskala lagen Mitte Mai unverändert die Preismeldungen aus Rheinland-Pfalz mit 235 Euro je Tonnne Heu.

In Hessen handelte man den Großballen Heu wie im Vormonat mit 228 Euro je Tonne. Auf einem ähnlichen Niveau bewegten sich die gemeldeten Heupreise mit 220 Euro/t in Schleswig-Holstein. Aus den Kammergebieten in Niedersachen wurden im Mai Heupreise von 195 bis 198 Euro gemeldet und damit etwas höhere Kurse als vor vier Wochen.

Heupreise von 193 Euro meldete man im Mai aus Brandenburg. Im Vergleich zum vorigen Monat ist dies ein kräftiger Preisabschlag von 13 Euro je Tonne. Dennoch hat Brandenburg weiterhin die höchsten Heupreise aller ostdeutschen Länder. Etwas weniger, nämlich 170 bis 175 Euro je Tonne, müssen die Landwirte im Kammergebiet Nordrhein, in Westfalen und in Bayern für den Großballen Heu zahlen.

Kräftig gestiegenen sind die Preise indessen in Sachsen und Thüringen. Dort wurde das Heu jetzt mit mit 150 bis 154 Euro je Tonne gehandelt. Aus Sachsen meldet man hingegen unveränderte Preise von 140 Euro. Etwa 124 Euro kostet das Heu die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern.

Strohpreise geben leicht nach

Strohpreise

Die Strohpreise sind im Mai im Bundesmittel ebenfalls leicht zurückgegangen. Auch hier war die Preisentwicklung regional jedoch nicht einheitlich. Teilweise ging es kräftig nach unten. In anderen Regionen sind die Kurse nochmals gestiegen.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern ermittelten Strohpreise lag Mitte Mai bei gut 111 Euro je Tonne für den Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisrückgang von 6 Euro je t.

Die Vorjahrespreise werden damit um 16 Prozent übertroffen. Außerdem sind die aktuellen Strohpreise etwa 13 Prozent höher als zur vorigen Preisspitze im Frühjahr 2018.

Strohpreise zwischen 77 und 150 Euro

Strohpreise Bundesländer

Am teuersten ist Stroh weiterhin im Norden Deutschlands. Dahinter kommen dann die Preismeldungen aus dem Nordwesten und aus Hessen. Im Mai kostete der Großballen Stroh in Schleswig-Holstein unverändert 150 Euro je Tonne. Etwas niedriger waren die Kurse mit 129 bis 135 Euro je Tonne in den Kammergebieten in Niedersachsen sowie mit 130 Euro je Tonne in Hessen.

In Bayern mussten die Landwirte für den Großballen Stroh 105 Euro je Tonne zahlen. Das sind die gleichen Preise wie im Vormonat. Die Strohpreise in Mecklenburg-Vorpommern lagen immerhin bei 120 Euro je Tonne und sind damit 8 Euro höher als vor vier Wochen. Damit hat Mecklenburg weiterhin die höchsten Strohpreise aller ostdeutschen Länder.

In Rheinland-Pfalz kostete Stroh 115 Euro und aus Brandenburg wurden 88 Euro gemeldet. Das ist für das ostdeutsche Bundesland ein Rückgang von 9 Euro. In Thüringen mussten die Käufer für den Großballen Stroh 100 Euro je Tonne ausgeben. Die Abnehmer in Sachsen-Anhalt mussten 105 Euro je Tonne zahlen. Am niedrigsten waren die Strohpreise mit 77 Euro je Tonne in Sachsen.

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