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Futterversorgung

Heu- und Strohpreise im Höhenflug

Heuballen in Mecklenburg-Vorpommern
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
18.10.2018

Im Oktober sind die Preise für Heu und Stroh weiter gestiegen. Ursache ist die angespannte Versorgungslage bei Grundfutter.

Heupreise

Landwirte die nach der extremen Dürre der letzten Monate im September und Oktober noch Niederschläge und einen Grasaufwuchs erwartet haben, wurden in vielen Regionen arg enttäuscht.

Bis Ende Oktober hat es in vielen Teilen Deutschlands weiterhin fast nicht geregnet. Auf den Wiesen und Weiden gab es deshalb, wenn überhaupt, allenfalls spärlichen Aufwuchs. Für einen erhoffen vierten Schnitt reichte der Aufwuchs nur selten.

Dabei hat die Trockenheit vor allem die wertvollen grasnarbenbildenden Gräser geschädigt. Tiefwurzelnde unerwünschte Gräser, wie Quecke, profitieren oft von den geschwächten, zerstörten Narben und breiten sich aus. Nachsaaten oder auch Neuansaaten waren wegen der unverändert anhaltenden Trockenheit nur sehr bedingt erfolgreich.

Anhaltende Dürre verschärft Probleme

Strohpreise

Angesichts der bis Ende Oktober anhaltenden Dürre fallen der vierte Schnitt und die daraus erzeugte Menge an Heu erheblich kleiner aus.

Weidetiere finden kaum noch Futter und müssen erheblich früher als sonst mit Winterfutter zugefüttert werden. Dies sorgt für eine zusätzliche Angebotsverknappung und dürfte in vielen Betrieben die bereits bestehenden Versorgungsprobleme noch verschärfen.

Eine Folge dieser Entwicklung ist der kräftige Anstieg der Heu- und Strohpreise im September und Oktober. Aber auch das übrige Grundfutter, einschließlich Maissilage, ist in vielen Regionen knapp.

Der Zukauf von Grundfutter ist wegen der nur begrenzt verfügbaren "freien Mengen" und langer Transportwege kompliziert und nicht unbedingt wirtschaftlich. Dennoch müssen viele Tierhalter wohl oder übel Heu, Stroh und anderes Grundfutter zukaufen, wenn sie ihre Tiere versorgen wollen.

Heupreise in der Spitze bei 170 Euro

Heupreis Länder

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Heupreise lag Mitte Oktober bei rund 150 Euro je t für Großballen. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein weiterer Preisanstieg von 4 Euro je t. Die Vorjahrespreise werden um 35 Prozent übertroffen. Außerdem kostete das Heu im Oktober dieses Jahres gut 10 Prozent mehr als zur letzten Preisspitze im Mai vor zwei Jahren.

Regional gibt es je nach Witterungsverlauf und Tierbestandsdichte große Preisunterschiede. So sind die Preise in einigen ostdeutschen Bundesländern überraschenderweise sogar zurückgegangen. Vor allem im Westen Deutschlands gab es hingegen sehr kräftige Sprünge nach oben.

Am teuersten ist das Heu weiterhin im Nordwesten Deutschlands. So lagen die Preismeldungen in Niedersachsen Mitte Oktober bei 170 Euro je t Heu. Ähnlich hohe Forderungen wurden noch aus dem Kammergebiet Nordrhein, aus Westfalen und Thüringen gemeldet. Dicht dahinter, um die Marke von 160 Euro/t, bewegen sich die Heupreise in Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Am unteren Ende der Skala lagen die Meldungen in den ostdeutschen Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das sind auch die einzigen Bundesländer, in denen die gemeldeten Heupreise zurückgingen. Dabei ist das Futter vor allem im Osten sehr knapp. Die Preismeldungen aus Bayern lagen Mitte Oktober bei 155 Euro je t und damit 12 Euro höher als im September.

Strohpreise steigen im Norden auf 150 Euro

Strohpreise Länder

Ähnliche regionale Unterschiede wie bei Heu gab es beim Stroh. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gingen die Strohpreise sogar zurück.

Das Bundesmittel der von den Landwirtschaftskammern erfassten Strohpreise lag Mitte Oktober bei rund 103 Euro je t für Großballen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Preisanstieg von 2 Euro. Die Vorjahrespreise werden fast um 60 Prozent übertroffen.

Außerdem sind die aktuellen Kurse höher als zur letzten Preisspitze im Frühjahr dieses Jahres. Wie bei Heu, gibt es gibt es jedoch je nach Witterungsverlauf und Getreideernte große regionale Unterschiede. 

Mit Abstand am teuersten ist Stroh im Norden Deutschlands. Dahinter liegen die Preismeldungen aus dem Nordwesten. So kostete Stroh in Schleswig-Holstein Mitte Oktober 150 Euro je t. Etwas niedriger waren die Gebote mit 123 bis 129 Euro in Niedersachsen sowie mit 123 Euro in Hessen.

Am unteren Ende bewegten sich die Meldungen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 75 Euro je t. Die Strohpreise in Bayern lagen Mitte Oktober bei 105 Euro je t. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Anstieg von etwa 5 Euro.

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