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Futterversorgung und Futterpreise

Heupreise und Strohpreise im freien Fall?

strohballen.
am Donnerstag, 26.08.2021 - 13:24 (Jetzt kommentieren)

Die Heupreise fallen im August ebenso kräftig wie die Strohpreise. Was sind die Ursachen?

heuepreise.

Für Heu mussten die Einkäufer zuletzt im Juli 2018 niedrigere Preise zahlen - also vor gut drei Jahren. Für Stroh waren die Einkaufpreise zuletzt im Herbst 2020 niedriger. Die Erklärung für den Preisrückgang liefert das Bundeslandwirtschaftsministerium diese Woche in seinem aktuellen Erntebericht.

Dort heißt es: „Die Grundfutterversorgung - gemeint sind Grünland, Ackerfutter wie Klee, Kleegras, Silomais - hat sich in diesem Jahr im Vergleich zu den trockenen Vorjahren durch den vermehrten Regen deutlich verbessert“. Anders ist die Situation allerdings in den Flut-Gebieten: Dort wurden Futtervorräte vernichtet und Futterflächen für die weitere Nutzung unbrauchbar.“

Die großen Qualitätsprobleme bei der Heu- und Silage-Produktion durch den anhaltenden Dauerregen dürften den Preisrückgang jedoch irgendwann bremsen. Denn ähnlich wie bei der Getreideernte verschlechtern Nässe und Pilzbefall die Qualität des geernteten Heus und erhöhen den Aufwand für die Trocknung.

Dennoch: Offenbar sorgt das Wetter mengenmäßig in den meisten Regionen und Bundesländern für einen starken Aufwuchs und eine sehr große Ernte. Im Mittel aller Bundesländer und Kammergebieten fielen die die durchschnittlichen Heupreise im August für den Großballen im Vergleich zum Vormonat auf 122 Euro je Tonne - ein weiteres  Minus von 5 Euro und der niedrigste Preis seit Juli 2018. Im Vergleich zum vorigen Jahr sind die Heupreise sogar 16 Euro je Tonne niedriger.

Bei Stroh sind die Preise im August ebenfalls kräftig um 5 Euro auf rund 91 Euro je Tonne gefallen – denn nun macht sich die Getreideernte bemerkbar.

Heupreise fallen auch im August deutlich

Heupreise.

Im Bundesmittel sind die Heupreise im August um weitere 5 Euro gefallen, auf 122 Euro je Tonne für den Großballen. Im Vergleich zum vorigen Jahr kostet der Großballen damit 16 Euro weniger. Dabei ging es mit den Preisen in gleich drei Bundesländern zweistellig nach unten. Ganz besonders stark fielen die Heupreise in den Kammergebieten Nordrhein und in Niedersachsen Ost sowie in Sachsen.

Kräftige Preisrückgänge meldete man im August auch aus Niedersachsen West. In den übrigen Ländern veränderten sich die Heupreise im August nur wenig.

Und nun die die entscheidende Frage: Wieviel mussten die Bauern und Pferdehalter in den Bundesländern im August für den Großballen Heu ausgeben?

Nach den Daten der Landwirtschaftskammern ergibt sich folgendes Ranking: Die höchsten Heupreise meldete man im August – trotz des deutlichen Preisrückgangs - aus dem Kammergebiet West-Niedersachsen, mit 158 Euro je Tonne. Etwas weniger müssen die Einkäufer im Kammergebiet Ost-Niedersachsen mit 150 Euro zahlen.

Mit deutlichem Abstand folgt im Preisranking dann Rheinland-Pfalz mit 135 Euro. In Schleswig-Holstein mussten die Einkäufer weiterhin 130 Euro zahlen, ebenso viel wie im Vormonat.

Im Kammergebiet Nordrhein und in Westfalen müssen die Einkäufer jeweils 115 Euro je Tonne auf den Tisch bättern. Noch etwas niedrigere Preise meldetE man aus Bayern: Hier müssen für den Großballen 110 Euro ausgegeben werden.

Der Preis in Mecklenburg-Vorpommern lag bei 110 Euro je Tonne. In Brandenburg kostete der Großballen im August im Schnitt 110 Euro. In Sachsen ist der Heupreis um 13 Euro gefallen auf nur noch 90 Euro je Tonne.

Weiterhin am günstigsten ist das Heu in Sachsen-Anhalt und Thüringen – mit jeweils 80 Euro je Tonne. Aus Hessen meldet man den dritten Monat in Folge keine aktuellen Preise.

Strohpreise brechen nach – Preise fallen auf Jahrestief

strohpreise.

Die Preise für Stroh sind im August deutlich gefallen. Die Auswirkungen der Getreideernte (und damit die Strohernte) sind nun deutlich zu spüren. Im August mussten die Einkäufer im Bundesmittel nur noch 91 Euro je Tonne und Großballen zahlen. Das sind 6 Euro weniger als im Vormonat, jedoch immer noch 4 Euro mehr  als vor einem Jahr.

Gefallen sind die Strohpreise im August ganz besonders kräftig in zwei Regionen: Westfalen und Nordrhein – um mehr als 30 Euro je Tonne. Vergleicht man die Länder untereinander – dann ergeben sich wie bei Heu erhebliche Preisunterschiede: Die mit Abstand höchsten Strohpreise wurden auch im August aus Schleswig-Holstein gemeldet – nämlich unverändert 145 Euro je Tonne.

Dahinter rangiert im Preisranking jetzt Thüringen mit 97 Euro je Tonne und - gegen den übrigen Trend - einem sehr kräftigen Preisanstieg. Aus Rheinland-Pfalz wurden unverändert 95 Euro je Tonne gemeldet.  

In Niedersachsen Ost und West müssen Einkäufer jeweils 90 Euro zahlen – 5 Euro weniger als im Vormonat. Noch billiger bekommet man das Stroh in Bayern: nämlich für 86 Euro je Tonne. In Westfalen sind die Preise im August um 33 Euro abgestürzt - auf 68 Euro je Tonne.

In den übrigen ostdeutschen Ländern ist die Spannweite der Strohpreise weiterhin groß und reicht von 93 Euro je Tonne in Mecklenburg-Vorpommern, bis zu (unverändert) 60 Euro je Tonne in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

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