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Futtermittel

Mischfutterindustrie will höhere Standards bei Sojaeinkauf

am
13.06.2019

Ab 2025 wollen Mischfutterhersteller nur noch nachhaltige Rohstoffe einsetzen. Soja auf entwaldeten Flächen ist dann tabu.

Sojaschrot verladen

Der Verband der europäischen Mischfutterhersteller (FEFAC) und der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) setzen sich für ein Beschaffen von nachhaltig hergestellten Rohwaren für Futtermittel ein.

So verpflichten sich nun erstmals europaweit Futtermittelunternehmen, bis 2025 konkrete Maßnahmen beim Einkauf von Sojabohnen und -schrot zu ergreifen, die in der Mischfutterproduktion in der EU verwendet werden. Dies betrifft einheimische und importierte Ware.

„Heute sind bereits rund 60 Prozent des in Deutschland eingesetzten Sojaschrots in Mischfutter nachhaltig zertifiziert. Die Forderungen nach einer weitergehenden Reduzierung der Entwaldung in Anbauländern werden in der nächsten Stufe der Überarbeitung der FEFAC-Leitlinien aufgegriffen, welche so einen weiteren wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und letztlich auch zum Klimaschutz leisten", sag Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT.

26 Prozent Eiweißfutter stammt aus Importen

Darüber hinaus versichert die Futtermittelwirtschaft, dass sie über die anerkannten Nachhaltigkeitszertifizierungen nur solche Rohwaren von Flächen kauft, welche nach dem Jahr 2008 nicht gerodet wurden.

„Mit diesen Regeln konnten bereits deutliche Erfolge erzielt werden, auch wenn dies weltweit noch nicht zufriedenstellend ist“, so Baaken.

Auch wenn die heimischen Futterpflanzen bereits wesentliche Anteile der Proteinversorgung sicherstellen, müssten 26 Prozent der eiweißhaltigen Rohstoffe importiert werden, wie aus der aktuellen EU-Protein-Bilanz hervorgeht.

Der DVT fordert zugleich die Regierungen auf, in den betroffenen Ländern Selbstverpflichtungen abzuschließen und durch gesetzliche Vorgaben den Fortschritt für den Klimaschutz zu beschleunigen.

Öffentliche Unterzeichnerliste

FEFAC und das International Trade Centre (ITC) haben eine Online-Plattform entwickelt, die es den Futtermittelunternehmen ermöglicht, ihre freiwillige Verpflichtung zur Beschaffung von nachhaltig erzeugtem Soja öffentlich zu bekunden. Dabei erfüllen sie die Kriterien, die in den FEFAC-Soja-Beschaffungsrichtlinien festgelegt worden sind.

FEFAC und der DVT ermutigen ausdrücklich ihre Mitgliedsunternehmen, den Erst-Unterzeichnern der Liste zu folgen, um das gemeinsame Ziel einer schrittweisen Marktumwandlung zu nachhaltigen Sojaprodukten zu unterstützen.

Bisher haben zum Beispiel AB Agri, Cargill Animal Nutrition Europe, Deutsche Tiernahrung Cremer, DLG, ForFarmers oder Sanders unterzeichnet.

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