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Futtermittel

Salmonellen im Futter: Diese Bundesländer sind betroffen

Sojaschrot verladen
© agrarfoto
von am
09.01.2018

Die Verbreitung des salmonellenbelasteten Sojaschrotes der Firma ADM Spyck GmbH in Straubing weitet sich aus. Wie jetzt bekannt wurde, sind nun schon 13 Bundesländer, einige EU-Länder und die Schweiz betroffen.

ADM-Truck
Inzwischen sind 13 Bundesländer, 6 EU-Staaten und die Schweiz von den Salmonellenbelasteten Sojaschrot der Ölmühle ADM Spyck GmbH in Straubing betroffen. © Werkbild

Wie agrarheute-Recherchen ergeben, hat die Ölmühle ADM Spyck GmbH in Straubing außer nach Bayern in 12 weitere Bundesländer GVO-freies Sojaschrot geliefert, das voraussichtlich mit Salmonellen belastet war.

Das hat die Regierung von Oberbayern mitgeteilt. Ende letzter Woche ging man noch von sechs Bundesländern, vier EU-Staaten sowie der Schweiz aus. Damit sind deutlich mehr Bauern von dem Skandal betroffen als bisher vermutet. Alleine für Bayern gingen zuletzt Schätzungen von über 1.500 Betrieben aus. Wie die oberbayerische Regierung mitteilt, sind die Ermittlungen der Vertriebswege aber noch nicht abgeschlossen.

Folgende Bundesländer sind neben Bayern bisher betroffen:

  • Brandenburg,
  • Baden-Württemberg,
  • Hessen,
  • Sachsen,
  • Thüringen,
  • Hamburg,
  • Rheinland-Pfalz,
  • Schleswig-Holstein,
  • Saarland,
  • Sachsen-Anhalt,
  • Niedersachsen
  • und Nordrhein-Westfalen.

Außerdem gelangte kontaminiertes Sojaschrot in sechs EU-Staaten: Österreich, Tschechien, Großbritannien, Polen, Ungarn, Serbien sowie in die Schweiz.

Arbeitsgruppe erarbeitet Tipps fürs Reinigen

Die Regierung von Oberbayern weist nochmals daraufhin, dass die betroffenen Landwirte ihre Lager- und Fütterungseinrichtungen reinigen und desinfizieren müssen.

Laut der Behörde führt die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) eine Liste geprüfter und als wirksam befundener Desinfektionsmittel. In dieser Liste sind ebenfalls Angaben für die einzusetzenden Anwendungskonzentrationen und die einzuhaltenden Einwirkzeiten der jeweiligen Präparate enthalten.

Zudem hat das Bayerische Umweltministerium eine ad-hoc-Arbeitsgruppe aus der landwirtschaftlichen Praxis zusammengestellt. Diese soll den Landwirten in Kürze eine Zusammenstellung geben, in der technischen Fragen der Reinigung und Desinfektion von Siloanlagen erläutert sind.

Amtliche Probenehmer kommen lassen

Da die von der Rücknahme betroffenen Futtermittel nach dem Futtermittelrecht bereits als nicht sicher eingestuft wurde, findet deshalb keine amtliche Beprobung von Futtermitteln statt, die bereits an Landwirte ausgeliefert wurden, teilt die Regierung Oberbayern mit.

Rechtsanwalt Josef Deuringer, Kanzlei Meidert und Kollegen, Augsburg, empfiehlt daher Landwirten zur Beweissicherung, dennoch eine amtliche Probe von den belasteten Futtermitteln ziehen zu lassen. „Sollte sich nämlich der Salmonellenstatus des Tierbestandes verschlechtert haben, könnte dies auf die Verfütterung des mit Salmonellen belasteten Sojaschrot oder Futtermittel zurückzuführen sein“.  Die Geltendmachen von Schadenersatzansprüchen ist dann denkbar.“

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