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Preisentwicklung Agrarprodukte im August 2021

Hohe Erzeugerpreise und Kosten für Landwirte: Wie viel bleibt übrig?

Getreidelager
am Freitag, 15.10.2021 - 13:07 (Jetzt kommentieren)

Insbesondere für pflanzliche Produkte sind die Erzeugerpreise im August 2021 im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen. Das wirtschaftliche Aufleben nach dem pandemiebedingten Stillstand verursacht aber auch hohe Kosten.

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte lagen nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) im August 2021 um 13,3 Prozent als im August 2020. Gegenüber dem Vormonat Juli 2021 betrugt der Anstieg 1,2 Prozent. Den wesentlich höheren Beitrag zu der Gesamtentwicklung leistete die Preisentwicklung bei den pflanzlichen Produkten: Sie verteuerten sich im Vorjahresvergleich fast um ein Viertel (23,4 Prozent). Für die tierischen Erzeugnisse wurde etwa sieben Prozent mehr bezahlt.

Ein Aufatmen lösen die Erzeugerpreise aber nicht automatisch aus, denn zugleich steigen die Kosten immer weiter: Insbesondere bei den Energie-, aber auch bei den Baustoffpreisen ist derzeit kein Ende nach oben abzusehen und die ohnehin schon hohe Inflationsrate steigt.

Schließlich ist auch der Verbraucher von immer teureren Lebensmitteln betroffen. Focus online berichtet von Brötchen, die bald die Ein-Euro-Grenze deutlich überschreiten könnten. Davor habe die Bäckerzeitung gewarnt. So zählten Bäckereien zu den Betrieben, die von den hohen Energiepreisen und den weiteren Preisexplosionen in besonderer Weise betroffen seien.

Getreidepreise um ein Drittel gestiegen

Aus der Destatis-Auswertung geht hervor, dass es sich vor allem um den Rohstoff Getreide handelt, der Ackerbauern höhere Erlöse beschert – und bei den Bäckereien mehr Kosten verursacht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Getreidepreise im August 2021 um 34,4 Prozent höher. Ein derartiger Anstieg sei beim Getreide seit Januar 2013 nicht mehr zu verzeichnen gewesen. Schon im Juli hätten die Getreidepreise den Vorjahreswert um 21,2 Prozent übertroffen. Die Ursachen für die Preissteigerungen liegen laut Destatis in teilweise geringen Erntemengen in Deutschland sowie in den weltweiten Ernteprognosen, die sich im Laufe der letzten Monate verschlechtert hätten.

Beim Raps hat die Knappheit sogar zu einem Plus von 44 Prozent geführt. Für die Handelsgewächse insgesamt betrug die Preiserhöhung 36,8 Prozent.

Trendwende bei Speisekartoffeln

Komplett gedreht hat sich die Preisentwicklung für Speisekartoffeln. Während der Vorjahresvergleich noch im Juli einen Preisrückgang von 23 Prozent ergab, konnte er nur einen Monat später eine positive Entwicklung in fast derselben Höhe bestimmen: Um 21,2 Prozent haben die Kartoffelpreise den Wert aus August 2020 überstiegen. Seit September 2019 sei das die erste Preissteigerung. Eine geringe Ernte habe für die entsprechende Knappheit gesorgt.

Auch beim Gemüse sei das Angebot klein geblieben. Die Preise nahmen in diesem Bereich um 8,5 Prozent. Beim Salat kam der Vorjahresvergleich sogar auf eine Steigerung von fast 62 Prozent.

Gute Preisentwicklung bei Milch und Rindfleisch

Weit über dem durchschnittlichen Anstieg von 6,9 Prozent bei den tierischen Produkten lagen der Milchpreis mit einem Plus von 13,1 Prozent sowie der Preis für Rinder mit einem Plus 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Schafe und Ziegen erhöhte sich der Preis um 21,7 Prozent – hier gebe es ein begrenztes Angebot bei gestiegener Nachfrage.

Der negative Trend bei den Schlachtschweinen kehrte sich auch im August 2021 nicht um. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Preise um 6,7 Prozent gefallen. Verantwortlich dafür sei die geringe Nachfrage.

Insgesamt war der Preisanstieg für die tierischen Produkte gegenüber Juli 2021 leicht negativ – hier errechnete Destatis im Vorjahresvergleich noch eine Erhöhung von 7,6 Prozent.  

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