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Inflation: Nahrungsmittelpreise steigen im Juli um fast 15 Prozent

Einkaufszettel für Lebensmittel
am Mittwoch, 10.08.2022 - 11:02 (Jetzt kommentieren)

Lebensmittel waren in Deutschland im Juli 2022 um 14,8 Prozent teurer als vor einem Jahr. Haupttreiber der hohen Inflation bleiben aber die Energiekosten.

Das geht aus der aktuellen Verbraucherpreisstatistik hervor, die das Statistische Bundesamt heute (10.8.) veröffentlicht hat. Damit hat sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln den fünften Monat in Folge verstärkt, während die Inflationsrate insgesamt im Juli mit 7,5 Prozent etwas niedriger ausfiel als im Vormonat mit 7,6 Prozent.

Dazu trugen vor allem politische Entscheidungen bei wie der Tankrabatt, das 9-Euro-Ticket und die Abschaffung der EEG-Umlage. Das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt laufen Ende August jedoch aus, sodass die Inflation in diesem Monat nochmals anziehen könnte.

Ohne Energie und Nahrungsmittel betrug die Inflationsrate im Juli 2022 lediglich 3,2 Prozent und war damit nicht einmal halb so hoch wie die Gesamtinflation.

Butter um rund 48 Prozent teurer als vor einem Jahr

Grafik des Verbraucherpreisindex Juli 2022

Nach den Zahlen der Wiesbadener Statistiker wurden Nahrungsmittel aller Produktgruppen im Juli 2022 erneut teurer. Die Preise für Speisefette und Speiseöle zogen im Vergleich zum Vorjahr um 44,2 Prozent an. Vollmilch verteuerte sich um 24,2 Prozent. Käse und Quark waren 23,1 Prozent teurer als vor einem Jahr. Für Butter mussten die Verbraucher im Durchschnitt sogar um 47,9 Prozent mehr Geld ausgeben als im Juli 2021.

Bei Fleisch und Fleischwaren betrug die Teuerungsrate 18,3 Prozent. Besonders stark verteuerte sich dabei Geflügelfleisch mit einem Preisaufschlag von fast einem Drittel. Bei Schweinefleisch waren es 19 Prozent und bei Rind- und Kalbfleisch 23,2 Prozent. Für Eier weist das Statistikamt einen Preisanstieg von 23,9 Prozent aus.

Leichtes Heizöl im Preis verdoppelt

Grafik des Energiepreisindex

Hauptursache für die hohe Inflation blieben im Juli 2022 laut Georg Thiel, dem Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, aber Preiserhöhungen für Energieprodukte.

Die Preise für Energieprodukte lagen im Berichtsmonat um 35,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Preiserhöhung bei Strom betrug 18,1 Prozent. Sie schwächte sich durch die Abschaffung der EEG-Umlage im Vergleich zum Juni mit 22,0 Prozent etwas ab.

Seit dem Inkrafttreten des Tankrabatts im Juni gab auch der Preisauftrieb für Kraftstoffe nach: Die Teuerung betrug hierfür im Juli 23,0 Prozent nach 33,2 Prozent im Vormonat und 41 Prozent im Mai.

Die Preise für leichtes Heizöl haben sich im Juli mit 102,6 Prozent hingegen mehr als verdoppelt. Die Teuerung für Erdgas betrug 75,1 Prozent.

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