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Der Mais bleibt im Silo

Landwirt in der Ukraine: 'Ich kann meinen Mais nirgendwo hinbringen'

Junge Getreidepflanzen auf einem Acker in der Ukraine
am Freitag, 29.04.2022 - 11:09 (1 Kommentar)

Viel Getreide, das für den Weltmarkt bestimmt ist, kommt nicht aus der Ukraine heraus. Landwirte und Experten warnen: Es drohe eine Nahrungsmittelkrise.

Viel Getreide, das für den Weltmarkt bestimmt ist, kommt nicht aus der Ukraine heraus. Es droht eine Nahrungsmittelkrise.

Der niederländische Landwirt Kees Huizinga führt einen Betrieb 200 km südlich von Kiew. Reporter Rudy Bouma von der Zeitung Nieuwsuur besuchte ihn dort.

Agrarbetrieb in der Ukraine kann nicht exportieren

Huizinga bewirtschaftet seit 20 Jahren gemeinsam mit seinen beiden Geschäftspartnern einen 15.000 Hektar großen Betrieb im Zentrum der Ukraine. Er baut dort unter anderem Soja, Gerste, Mais, Sonnenblumen und viele weitere Feldfrüchte an.

Eines seiner großen Probleme aktuell: "Mein Mais ist hier im Silo und wir können ihn nirgendwo hinbringen.“

Getreideexport: Ukraine und Russland sind Konkurrenten

Die Ukraine ist unter anderem aufgrund seiner Lage und der Gegebenheiten des Bodens, der Wasserversorgung, der flachen Beschaffenheit eines der wichtigsten Länder für den Getreideanbau geworden.

Autor und Experte Scott Nelson erklärt, dass die Ukraine hier ein direkter Konkurrent für Russland ist. Ein Großteil des ukrainischen Getreideexports muss über die Schwarzmeerhäfen laufen. Solange also Russland den Export hier lahmlegt, profitiere Putins Reich am allermeisten davon. Das Interesse der Russen an der weiteren Blockade sei also groß.

Getreideversorgung: Proteste drohen

Die Öffnung der Häfen im Schwarzen Meer sei entscheidend für die Getreideversorgung Afrikas sowie des Mittleren Ostens. Die Getreidepreise haben sich bereits verdoppelt. Der Experte gibt sich sehr besorgt. Es handle sich gerade um eine sehr kritische Situation.

Nelson rechnet mit großen Protesten in vielen Teilen der Welt, sollte sich an den Preisen und der Versorgungslage nicht bald etwas ändern.

Mit Material von Rudy Bouma, Nieuwsuur, Twitter

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