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Weizenmarkt

Logistik bremst EU-Weizenexport und drückt die Preise

Weizenkörner in Nahaufnahme
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Dr.Uwe Steffin, agrarheute
am
24.11.2017

Weizen ist in der EU alles andere als knapp. Nur der Export kann die Weizenpreise steigern. Doch die Logistik bremst den Abfluss.

Wenig bullisch für den europäischen Weizenmarkt zeigte sich Jochen Geiger von der Beiselen GmbH bei den 47. Wochen der Erzeuger und Vermarkter im bayerischen Herrsching. In der EU sei Weizen alles andere als knapp, erläuterte Geiger, der bei dem privaten Agrarhändler den Geschäftsbereich Landwirtschaftliche Erzeugnisse verantwortet.

Nur Weizenexport kann Preise steigern

Konkurrenz für deutschen Weizen komme aus Frankreich, wo dieses Jahr top Qualitäten gedroschen worden seien. Diese würden auch nach Deutschland und Richtung Benelux-Staaten abfließen. Für Entlastung und damit wieder steigende Preise könne aktuell nur der Export sorgen.

Den Abfluss von Ware bremse derzeit die Schiffslogistik, die einen regelrechten Flaschenhals bilde. Zwar sei die Wasserversorgung auf den Haupttransportwegen dieses Jahr deutlich besser als 2016, als teils erhebliche Niedrigwasser-Zuschläge fällig gewesen seien. Jedoch sei das Angebot an Schiffsraum weiter knapp. Auch der Umstieg auf Lkw sei oft keine Alternative, da die Preise auch in diesem Frachtsegment kräftig gestiegen seien.

Matif: Weizen rutscht unter 170 €/t

An der europäischen Leitbörse Matif ist 2018er Weizen am Donnerstag (23. November) unter die psychologisch wichtige Marke von 170 €/t gerutscht  - Tendenz weiter fallend. Anfang Juli mussten für den gleichen Liefertermin noch 20 €/t mehr angelegt werden. Über Sommer war der Matif-Weizen im Sog der US-Börse von Minneapolis nach oben gelaufen. Der dort gehandelte proteinreiche Sommerweizen hatte aufgrund von heißer und trockener Witterung stark gelitten, was die Kurse in diesem vergleichsweise engen Markt regelrecht nach oben katapultiert hatte - auch befeuert von spekulativem Kapital.

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