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Ernteprognose

17 Prozent weniger Braugerste

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Josef Koch, agrarheute
am
26.07.2018

Trotz einer höheren Anbaufläche bei Braugerste wird die deutsche Ernte rund 17 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfallen. Das schätzt die Braugerstengemeinschaft.

Die Braugersten-Gemeinschaft e.V. geht in ihrer aktuellen Prognose aus den Anbaugebieten von einer Braugerstenmenge von rund 1 Mio. t in Deutschland aus. Das wären rund 200.000 t oder 17 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.Dabei wurde die Anbaufläche 2018 kräftig ausgedehnt. Im Anbau befinden sich insbesondere die Sorten Avalon, Catamaran, Quench, Solist und RGT Planet.

Die Anbaufläche für Sommergerste ist in Deutschland um 70.000 ha auf rund 410.000 ha gestiegen. Die rund 20-prozentige Steigerung der Anbaufläche hat mehrere Ursachen:

  • Zur Herbstaussaat geplante Flächen konnten witterungsbedingt nicht bestellt werden und wurden auf Sommergerstenanbau umgewidmet.
  • Sommergerste eignet sich sehr gut für die viergliedrige Fruchtfolgeregelung und lässt sich bei extensiver Führung auch gut in die Düngestrategie gemäß der neuen Düngeverordnung eingliedern.
  • Zudem war die Preisstellung für Braugerste zur Aussaatplanung gegenüber anderen Getreidearten günstig.

Das Plus an Anbaufläche wurde jedoch nicht gänzlich mit dem Ziel Qualitätsbraugerste pflanzenbaulich geführt.

Im Osten gibt es Qualitätsprobleme

Im Nordosten und Norden Deutschlands blieben die Mai Regen jedoch aus, so dass die Bestände deutliche Stress- und Mangelerscheinungen zeigen. Die Folge sind dünne Bestände, unzureichende Kornausbildung und ein erwarteter erhöhter Eiweißgehalt. Auf Grundlage der Ernteschätzung der Experten in den deutschen Braugerstengebieten ist witterungsbedingt ein deutliches Nord-/Nordost-Süd/Südwest-Gefälle in der Ernteerwartung für Sommergerste zu beobachten.

Während in den Ländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine leicht unterdurchschnittliche Ernte mit akzeptablen Qualitäten prognostiziert wird, sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Teilen Thüringens sowie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg stärkere Einbußen in der Erntemenge, aber auch in der Qualität zu erwarten.

Auf Grund der trockenen und warmen Witterung sind kaum Krankheiten in der Sommergerste aufgetreten. Vielerorts wurde Zwiewuchs beobachtet, der jedoch überwiegend ausreifen konnte. Mehr Bestände als üblich gingen auf Grund der ungünstigen Witterungsbedingungen und Starkregenereignissen mit heftigen Windböen ins Lager. Die Abreife war jedoch trocken und heiß, so dass keine nennenswerten Qualitätseinbußen aus dieser Situation befürchtet werden.

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