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Kartoffelmarkt

Die Absatzmengen für Kartoffeln werden international weiter steigen

am
01.04.2019

International wächst der Kartoffelmarkt. Das bietet auch Chancen für deutsche Anbauer, so eine Studie der Rabobank.

Der internationale Handel mit Kartoffeln hat sich von 2007 bis 2017 im Zuge der steigenden Nachfrage nach gefrorener Verarbeitungsware kräftig intensiviert und dürfte auch in den kommenden zehn Jahren weiter wachsen. Davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Studie aus.

Nach Einschätzung der niederländischen Analysten werden von diesem Trend weiterhin vorwiegend die nordwesteuropäischen Exporteure profitierten. In welchem Ausmaß ihnen das gelingen werde, hänge davon ab, wie die hiesigen Herausforderungen mit Blick auf die Bodenqualität, die Verschärfung von Umweltschutzstandards, volatile Preisentwicklungen und internationale Handelsspannungen bewältigt werden könnten.

Wie die Fachleute mit Blick auf gefrorene Kartoffelprodukte ausführen, belief sich das globale Importvolumen im Jahr 2017 auf 7,095 Mio t. Gegenüber 2007 war das eine Steigerung um 2,985 Mio t oder 72,7 Prozent. Von diesem Zuwachs entfielen allein 1,362 Mio t auf Europa. Die Einfuhrmenge belief sich hier insgesamt auf 3,334 Mio t, was einem Plus von 69,1 Prozent entsprach.
 

Kräftiger Boom in Südamerika

Die größte relative Wachstumsrate bei der Einfuhr wurde allerdings für Südamerika mit 245,3 Prozent auf 568.000 t verarbeitete Kartoffelprodukte registriert. In der Folge verdoppelte sich der Anteil der Südamerikaner an den weltweiten Einfuhren auf 8 Prozent.

Kräftig ausgebaut wurden auch die Importe Asiens, und zwar um 98,6 Prozent auf insgesamt 1,632 Mio t. Der Marktanteil Asiens stieg um 3 Prozentpunkte auf 23 Prozent. Für Australien, Neuseeland und Afrika verzeichnete die Rabobank eine Erhöhung um 72,7 Prozent auf insgesamt 212 900 t. Deutlich kleiner fiel dagegen das Wachstum der nordamerikanischen Weltmarktnachfrage nach gefrorenen Kartoffelprodukten aus. Hier registrierten die Banker ein Plus von 31,2 Prozent auf 1,348 Mio t. Dadurch verringerte sich der Weltmarktanteil der USA und Kanadas um 6 Prozentpunkte auf 19 Prozent.

 

Banker raten, Produktion regional besser zu streuen

Die Rabobank begründete das enorme Nachfragewachstum nach Kartoffelprodukten in Asien, dem Mittleren Osten und Lateinamerika mit dem gestiegenen verfügbaren Einkommen, der wachsenden Mittelschicht, der Verstädterung und einer zunehmenden Verbreitung von Schnellrestaurants.

Die niederländischen Fachleute betonen, dass eine rentable Produktion von gefrorenen Kartoffelprodukten ein ganzjähriges Angebot mit qualitativ hochwertigen Knollen erfordere. Die Markteintrittsbarrieren seien damit recht hoch. Um die notwendigen Ernten zu erzielen, hätten die Kartoffelanbauer in Nordamerika und Nordwesteuropa in Know-how, Mechanisierung, Lagerung und Bewässerung investiert. In der Folge lägen die dortigen Hektarerträge im Fünfjahresdurchschnitt deutlich über 40 t.

Die so erreichte günstige Marktposition sei aber anfällig für handelspolitische Spannungen, wie die jüngsten Einfuhrzölle Lateinamerikas auf europäische Pommes frites gezeigt hätten, so die Analysten. Um dieses Risiko zu senken, empfiehlt die Rabobank eine geographische Diversifizierung der Produktion.

Chancen für deutsche Pflanzkartoffeln

Wie die Rabobank hinsichtlich Pflanzkartoffeln hervorhebt, erhöhten die Niederlande ihre betreffenden Ausfuhren von 2007 bis 2017 um 300.000 t auf fast 1 Mio t; das entspreche einem Weltmarktanteil von mehr als 50 %. Außerdem sei die Ware der holländischen Anbauer von sehr hoher Qualität. Beliefert würden vor allem Länder in Europa, aber auch in Nordafrika und im Nahen Osten. Dort fehle nämlich häufig die Infrastruktur für die Erzeugung und Lagerung von guter Ware.

In Europa dagegen habe der Export von holländischen Pflanzkartoffeln Rückenwind durch das Wachstum der Kartoffelverarbeitungsindustrie bekommen, die spezielle Sorten benötige. Die wachsende Weltbevölkerung und die zunehmende Nachfrage nach gefrorenen Kartoffelprodukten wird nach Einschätzung der Analysten die Nachfrage nach hochwertigen Pflanzkartoffeln weiter unterstützen.

Allerdings könnten die niederländischen Landwirte ihre Pflanzkartoffelflächen nur begrenzt ausdehnen. Das könnte zur Entwicklung neuer Anbauregionen in Frankreich und Deutschland führen, aber auch zur Ansiedlung von Anbauern in wichtigen Zielländern in Nordafrika und Asien.

Mit Material von AgE
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