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Ernteprognose 2019

Analysten erwarten große Getreideernte

am Montag, 07.01.2019 - 15:00 (Jetzt kommentieren)

Die europäische Getreideernte 2019 dürfte deutlich größer ausfallen als die schwache Ernte im zurückliegenden Jahr.

Grundlage sind eine kräftige Ausweitung des Anbaus von Wintergetreide und höhere durchschnittliche Erträge. Davon geht das europäische Analystenhaus Strategie Grains in seiner ersten Prognose zur Getreideernte 2019 aus.

Der Anbau von Raps wurde hingegen in den wichtigsten europäischen Produktionsländern zum Teil sehr kräftig eingeschränkt.

Der europäische Terminmarkt erwartet trotz der deutlich größeren Ernte bislang Getreidepreise, die zwar unter dem derzeitigen Niveau liegen, jedoch immer noch höher sind als in den letzten vier Wirtschaftsjahren.

Sehr hohe Ernteprognose für Weizen

Weizenernte

Die erste Ernteprognose von Strategie Grains für Weichweizen liegt bei 147 Mio. t. So wird für Deutschland ein Flächenzuwachs von 4,6 Prozent auf 3,03 Mio. ha gemeldet. In Frankreich haben die Landwirte den Anbau von Winterweizen um 3,5 Prozent auf 5,01 Mio. ha ausgedehnt und im Vereinigten Königreich um 4 Prozent auf 1,86 Mio. ha.

Im Vergleich zur dürrebedingt schwachen Ernte 2018 von knapp 129 Mio. t würde die neue Ernte 18 Mio. t bzw. 14 Prozent größer sein. Mehr Weizen haben die europäischen Landwirte bislang erst zweimal, nämlich zur Rekordernte 2015 und im Jahr 2014 von den Feldern geholt.

Trotz der hohen Produktionsprognose liegen die Preiserwartungen am europäischen Terminmarkt für die nächste Ernte derzeit bei 190,50 Euro je t. Das wäre zwar weniger als aktuell mit 207 Euro notiert werden, jedoch deutlich mehr als im Mittel der letzten vier Jahre gezahlt wurde.

Anbau von Wintergerste kräftig ausgedehnt

Gerstenernte

Für Sommer- und Wintergerste schätzt Strategie Grains die EU-Ernte 2019 auf 61,5 Mio. t. Das wäre gegenüber dem Dürrejahr 2018 ein Anstieg der Produktion um 5,1 Mio. t bzw. fast 10 Prozent.

Ähnlich wie bei Weizen, ist auch hier die deutliche Ausweitung des Wintergerstenanbaus in einigen großen Produktionsländern für den Produktionsanstieg verantwortlich. Dieser wird vor allem durch die aktuell hohen Preise für Futtergerste ausgelöst, die in Deutschland und Frankreich regional sogar höher sind als die Erlöse für Futterweizen.

Für Deutschland wird ein Flächenzuwachs von 12,9 Prozent auf 1,37 Mio. ha angenommen. In Frankreich haben die Landwirte den Anbau von Wintergerste um 3,3 Prozent auf 1,33 Mio. ha ausgedehnt und in  Vereinigten Königreich um 13 Prozent auf 0,44 Mio. ha.

Rapsernte etwa so groß wie 2018

Rapsernte

Kräftige Anbaueinbußen muss hingegen der Raps zu neuen Ernte in fast allen wichtigen europäischen Anbauländern verkraften. Auch wenn die Erträge einigermaßen durchschnittlich ausfallen sollten, dürfte die neue Ernte deshalb nur wenig größer sein als die katastrophale Ernte 2018.

In seiner ersten Prognose schätzt Strategie Grains die neue EU-Rapsernte auf 20,0 Mio. t. Das wäre nur geringfügig mehr als die witterungsbedingt sehr schwache Ernte von 19,8 Mio. t im Dürrejahr 2018. Dabei unterstellt Strategie Grains für 2019 eine Gesamtanbaufläche von 6,07 Mio. ha und Erträge von 3,30 t/ha. Im vorigen Jahr wurden auf 6,94 Mio. ha Erträge von 2,85 t/ha erzielt.

Der Flächenrückgang beträgt nach dieser Prognose immerhin 870.000 ha. In Deutschland soll das Rapsareal um 25 Prozent auf 0,92 Mio. ha gesunken sein. In Frankreich haben die Landwirte den Anbau um 23,6 Prozent auf 1,23 Mio. ha reduziert und im Vereinigten Königreich um 3 Prozent auf 0,58 Mio. ha.

Die Preiserwartung am europäischen Terminmarkt für die nächste Ernte liegt nur bei 363 Euro je t. Das wäre noch etwas weniger als aktuell mit 366 Euro notiert werden. Grund für die niedrigen Rapskurse dürften die für die neue Saison erwarteten Angebotsverhältnisse und Preise bei Sojabohnen und Palmöl am Weltmarkt sein.

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