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Afrikanische Schweinepest

ASP: Brandenburger Bauern dürfen wieder säen und ernten

Getreide aussäen.
am Samstag, 26.09.2020 - 14:57 (2 Kommentare)

Die Auflagen für die Brandenburger Bauern durch den Ausbruch der Afrikanische Schweinepest (ASP) wurden zumindest teilweise gelockert.

So können die Landwirte in dem so genannten Gefahrengebiet wieder auf ihre Felder um Wintergetreide zu säen. Die Ernte von Kartoffeln und Zuckerüben ist ebenfalls möglich. Das teilte am Freitag der brandenburgische Agrarminister Axel Vogel (Grüne) mit.

Der brandenburgische Bauern-Präsident Henrik Wendorff hatte zuvor das "Totalverbot landwirtschaftlichen Handelns im gefährdeten Gebiet" auf einer Pressekonferenz zur ASP als überzogen bezeichnet. Leichte Feldarbeiten sollten seiner Aufassung weiter möglich bleiben, wo sie nicht zu einer Beunruhigung des Wildes beitragen.

Konkreter werden nun außerdem auch die Maßnahmen für den Bau des festen Zauns gegen die Schweinepest an der Grenze zu Polen.

Während im Süden im Kreis Spree-Neiße bereits gebaut wird, soll es weiter nördlich im Kreis Oder-Spree Anfang Oktober losgehen, sagte ein Kreissprecher am Freitag.

Ernte-Beschränkungen im Gefahrengebiet gelockert

Erntemaschinen verladen Kartoffeln von einem Feld auf einen Anhänger

Der brandenburgische Agrarminister Axel Vogel (Grüne) kündigte am Freitag außerdem an, alle Wildschweine sollen in der Nähe jener "Kernzone" getötet werden, in der die ersten infizierten Tiere gefunden worden waren. Der Krisenstab zur Bekämpfung der Tierseuche habe am Freitag einen entsprechenden Beschluss gefasst, sagte Vogel nach dem Treffen der Länder-Agrarminister in Weiskirchen (Saarland).

Die Beschränkungen für die Brandenburger sollen zudem weniger werden: Land- und forstwirtschaftliche Flächen könnten in dem Gefahrengebiet rund um die Funde infizierter Wildschweinkadaver außer in einem Kerngebiet schrittweise wieder genutzt werden, kündigte das Verbraucherschutzministerium an.

So sei unter anderem die Ernte im Apfel- und Weinbau ohne weitere Voraussetzung möglich. Die Ernte von Kartoffeln und Zuckerrüben und Bestellarbeiten für Wintergetreide sei ebenfalls möglich. – Für die Maisernte gilt dies ganz offensichtlich nicht. – Für Förster soll außerdem die Holzabfuhr und die Pflanzung ohne Voraussetzung möglich sein.

Zur Bearbeitung müssen die Flächen zudem durch den Landkreis amtlich freigeben werden, erst dann können Landwirte sie unter genauen Vorschriften wieder nutzen. Zuvor müssen die Felder von behördlich eingesetzten Personen auf tote oder kranke Wildschweine vollständig abgesucht werden. Außerdem soll es keine pauschale Entschädigung für Produktionsausfälle geben, sagte Vogel. Ein Anspruch auf Entschädigung, werde genau kontrolliert.

Bis Freitag: 34 bestätigte ASP-Fälle und 2 Verdachtsfälle

Bis Freitag war die Afrikanische Schweinepest bei 34 Wildschweinen aus Brandenburg nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut, bestätigte außerdem zwei weitere Verdachtsfälle.

25 Tiere wurden bisher bei Neuzelle im Kreis Oder-Spree gefunden, neun Tiere bei Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße. Hausschweine sind nicht betroffen.

Rund um die Funde hatten die Behörden um die Fundorte infizierter Tiere Sperrzonen errichtet, mit Beschränkungen für Bauern, Jäger und Anwohner. 

Eingeteilt sind sie in ein Kerngebiet und ein sogenanntes gefährdetes Gebiet. Diese umfassen inzwischen - Stand 25. September - zusammen rund 1.100 Quadratkilometer.

Das sind die Zonen – Lockerungen im gefährdeten Gebiet

maisfeld.

Die Definition der verschiedenen Gebiete und der entsprechenden Maßnahmen, die für alle Personen gelten, sind gemäß Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz die folgenden:

Kernzone: Das Kerngebiet erstreckt sich in einem Drei-Kilometer-Radius rundum alle bisherigen Fundorte von Kadavern. In der Kernzone ist das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft untersagt. Fahrzeugverkehr in und aus dem Kerngebiet ist nur den vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachung der Landkreise benannten Personen gestattet. Anlieger sind von dieser Regelung ausgenommen. Die Umzäunung des Kerngebietes ist zu dulden. Das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft ist verboten (Ausnahmen können im Einzelfall erteilt werden).

Gefährdetes Gebiet: In einem Radius von 15 bis 20 Kilometern um das Kerngebiet liegt das "gefährdete Gebiet". Hier galt bisher: Die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen war bisher untersagt - Ausgenommen war die Weidehaltung. In dieser Zone gelten nun die oben genannten Lockerungen – für die Getreideaussaat und für die Ernte von Kartoffeln und Zuckerrüben. Offenbar aber nicht für die zur Futterversorgung wichtige Maisernte. Veranstaltungen wie etwa Hoffeste, Märkte, sind in dieser Zone verboten. Personen, Hunde, Fahrzeuge und Gegenstände, die mit Wildschweinen in Kontakt kommen können, sind zu reinigen.

Pufferzone: Um diese beiden inneren Gebiete ist nochmals eine Pufferzone eingerichtet. Die Pufferzone gilt als seuchenfrei. Entsprechend gibt es keine besonderen Regelungen. Zurzeit umfasst sie eine Fläche von noch einmal rund 1.100 Quadratkilometern. Sie reicht von Frankfurt (Oder) bis zur sächsischen Grenze.

Mit Material von DPA

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