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Trockenheit und Getreidemarkt

Ausreichend Regen für Wintergetreide – Unterboden weiter zu trocken

getreideaussaat.
am Dienstag, 20.10.2020 - 11:21 (Jetzt kommentieren)

Gerade noch rechtzeitig für die Aussaat von Wintergetreide kam in vielen Regionen der von den Landwirten sehnsüchtig erwartete Regen.

wintergtreide.

Bis dahin war es jedoch viel zu trocken in Deutschland. Erst Ende September stellte sich nasses Herbstwetter ein, womit die Feuchte in den obersten Bodenschichten nachhaltig zunahm, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Damit bestanden gute Bedingungen zur Aussaat von Wintergetreide.

Tiefere Bodenschichten sind jedoch weiterhin vielerorts sehr trocken. Der Witterungsverlauf der kommenden Wochen und Monate wird darüber entscheiden, wie schnell und in welchem Ausmaß diese Schichten mit Bodenwasser aufgefüllt werden und wann der Trockenstress endet. Im September fielen mit knapp 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) dennoch etwa 20 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt mit 61 l/m².

Nachdem es unter Hochdruckeinfluss in der ersten Septemberhälfte trocken blieb, brachten Tiefdruckgebiete in der letzten Septemberwoche flächendeckende und reichliche Niederschläge. In den Mittelgebirgen gab es sogar den ersten Schnee. Am Alpenrand sowie im Südschwarzwald fielen mit über 150 l/m² die höchsten Monatssummen. Auch der in den Vormonaten besonders unter Trockenheit leidende Osten Deutschlands erhielt endlich Regen.

Knochentrockene Böden - das dritte Jahr in Folge

Wintergetreide.

Obwohl der Sommer 2020 wechselhaft war, waren ausgetrocknete Böden und deren Auswirkungen für die Landwirtschaft erneut ein großes Thema. Hauptursache der Trockenheit war das sehr niederschlagsarme Frühjahr 2020. Es brachte nur etwa die Hälfte der üblichen Regenmenge und war damit das sechsttrockenste seit Aufzeichnungsbeginn 1881.

Der Sommer erreichte dann zwar – über Deutschland gemittelt – fast das vieljährige Niederschlagsmittel, das Bodenwasserdefizit wurde damit aber nicht verringert. Im Vergleich zu den üblichen Werten fiel der Sommer im Westen Deutschlands am trockensten aus.

Dabei hatte das Jahr für die Bauern gut begonnen. Nach dem sehr nassen Februar waren die Bodenwasservorräte im Großteil Deutschlands zumindest bis in 60 cm Tiefe aufgefüllt. Lediglich vom Thüringer Becken bis zur Lausitz erfolgte in dieser Schicht keine komplette Auffüllung.

Von Mitte März bis Ende April setzte sich jedoch sehr niederschlagsarme, sonnige und häufig windige Witterung durch. Sie sorgte für erneute Wasserknappheit in der Vegetationsperiode 2020.

So wenig Wasser wie seit April 1991 nicht mehr

getreideernte.

Bis Ende April trockneten vor allem die obersten Bodenschichten stark aus. Im Deutschlandmittel lag die Bodenfeuchte (unter Gras und sandigem Lehm) im April in 0 bis 60 cm Tiefe mit nur 68 Prozent nutzbarer Feldkapazität (nFK) so niedrig wie noch nie in einem April seit 1991. Wintergetreide zeigte im Laufe des Aprils erste Trockenstresssymptome und die frisch ausgesäten Sommerkulturen liefen vielerorts nur langsam und ungleichmäßig auf.

Im Mai 2020 schwächten besonders in der Südosthälfte gelegentliche Niederschläge die Trockenheit etwas ab. Aufgrund der insgesamt deutlich unterdurchschnittlichen Regenmengen im Mai verringerte sich das Defizit der Bodenfeuchte gegenüber dem April aber kaum. Zum Sommerbeginn waren die Böden deutlich trockener als üblich. Der durchschnittlich nasse und nur leicht zu warme Juni konnte das Bodenwasserdefizit verringern und vielerorts Ernteeinbußen bei Raps und Getreide verhindern.

Im Gegensatz dazu war der Juli mit nur rund zwei Dritteln des Niederschlagssolls im Deutschlandmittel markant zu trocken. Somit sank die Bodenfeuchte weiter deutlich ab. Mais, Zuckerrüben, Grünland, Obstgehölze und die Wälder litten zunehmend unter der Trockenheit. Getreide war hingegen kaum noch betroffen.

Am stärksten waren die Auswirkungen vom Südwesten Deutschlands bis nach Sachsen. In Südbayern und im äußersten Norden war die Wasserversorgung der Pflanzen hingegen meist gut.

Mit Material von Deutsche Wetterdienst (DWD)

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