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Getreidemarkt

Australien: Dürre vernichtet Getreideernte

Trockenheit Australien
am
13.12.2018

Australiens Getreideernte schrumpft auf den niedrigsten Stand seit 11 Jahren. Grund ist eine schlimme Dürre im Osten des Landes.

Im Osten Australiens war die Niederschlagsmenge in der Wachstumsperiode des Wintergetreides die drittniedrigste, die jemals aufgezeichnet wurde. Für den gesamten Kontinent wurden die geringsten Regenfälle der letzten 20 Jahre registriert.

In einigen östlichen Bundestaaten ist die Produktion von Wintergetreide wegen der Dürre auf weniger als ein Drittel der üblichen Menge geschrumpft. Ganz besonders betroffen sind mit Neusüdwales und Victoria die Nummer zwei und drei der australischen Getreideproduzenten. Beträchtliche Ernteeinbußen verzeichnete außerdem Südaustralien.

Dagegen verbucht Westaustralien, der wichtigste australische Getreideproduzent, eine sehr gute Ernte. Damit kann das katastrophale Ergebnis im Osten des Landes etwas aufgefangen werden.

Offenbar fließt deshalb auch ein erheblicher Teil der westaustralischen Getreideernte in den Osten des Kontinents, um die dort konzentrierten Tierbestände zu versorgen. Dieses Getreide steht dadurch jedoch nicht für den Export zur Verfügung.

Geerntet werden das Wintergetreide und der Winterraps in Australien je nach Bundestaat von November bis Januar.

Auswirkungen auf die Sommerkulturen noch nicht absehbar

Wintergetreide Australien

Das australische Landwirtschaftsamt ABARES korrigierte die im September gemachten Prognosen Anfang Dezember nochmals kräftig nach unten. Das heißt, die erwartete Erntemenge schrumpft von zunächst 33,2 Mio. Getreide auf nur noch 29,3 Mio. t.

Das ist die kleinste Ernte von Wintergetreide seit der letzten großen Dürre vor 11 Jahren. Die Vorjahresente wird um fast 10 Mio. t bzw. etwa ein Drittel verfehlt.

Die Auswirkungen der Trockenheit auf die Produktion der Sommerkulturen wie Sorghum, Mais, Sojabohnen und Baumwolle sind noch nicht ganz abzusehen. Derzeit schätzt ABARES die Ernte bei den Sommerkulturen auf etwa 3,1 Mio. t. Das wären etwa 1,0 Mio. t bzw. ein Fünftel weniger als im vorigen Jahr. 

Einbrüche bei Weizen, Gersten und Raps

Weizenernte Australien

Bei Weizen korrigierte ABARES die erwartete Produktion gegenüber der September-Prognose um weitere 11 Prozent auf nur noch 17 Mio. t nach unten. Das wäre die kleinste australische Weizenernte seit 11 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr wäre die Erzeugung um etwa ein Viertel geschrumpft.

Ähnlich schlimm sieht es bei Gerste aus. Hier setzte ABARES die Produktion gegenüber der September-Prognose um 12 Prozent auf 7,3 Mio. t nach unten. Das wäre die kleinste Menge seit 12 Jahren und gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von einem Fünftel.

Die Ernteschätzung für Canola reduzierte ABARES im Vergleich zum vorigen Jahr um 40 Prozent auf nur noch 2,2 Mio. t. Weniger Canola ernteten die australischen Farmer zuletzt vor 9 Jahren. Damals war allerdings auch die Anbaufläche noch erheblich kleiner.   

Tierfutter knapp und teuer

Farm AUstralien

Die Getreideernte ist jedoch nicht nur wegen der Dürre zurückgegangen. ABARES meldete auch, dass die Ernteflächen von Wintergetreide um 20 Prozent und von Raps sogar um 30 Prozent kleiner sind als im vorigen Jahr.

Offenbar wollten die australischen Farmer mehr Fläche für Heu und Raufutter gewinnen und damit die Versorgung der Tierbestände sichern. Außerdem wurde Wintergetreide vor der Abreife als Tierfutter verwertet.

Die Preise für Heu und Futtergetreide sind deshalb von einem niedrigen Niveau kommend zuletzt sehr schnell und kräftig gestiegen.

Mittlerweile kosten Heu und Raufutter etwa so viel wie zur großen Dürre 2006/07. Neues Futter konnte erst ab November (Frühjahr) produziert werden. Nomalerweise erreicht die Heuproduktion dann den ersten Höhepunkt. Bisher sind die Preise für Futtermittel und Futtergetreide jedoch unverändert hoch.

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