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Getreideernte und Getreidepreise

Australien erwartet riesige Weizenernte

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am Mittwoch, 10.06.2020 - 09:49 (1 Kommentar)

Australien hat die Prognose für die kommende Weizenernte um ein Viertel erhöht.

Damit würde die die Erntemenge beinahe doppelt so hoch, wie nach der extremen Dürre im Vorjahr. Grund für die Korrektur sind die ausgiebigen und andauernden Regenfälle in den wichtigsten Anbauregionen des Landes, nach der extremen Dürre-Saison des vorigen Jahres.

Zudem haben die australischen Farmer auch die Anbaufläche von Weizen sehr kräftig ausgeweitet. Auch bei Wintergerste und Raps werden deutlich größere Ernte erwartet als im vorigen Jahr. Die Weizenpreise waren in Australien wegen der schlechten Ernte im vorigen Jahr kräftig gestiegen und lagen nach Angaben des Landwirtschaftsamtes ABARES im ersten Quartal 2020 auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren.

Für Gerste ging es mit Preisen – wegen der Handelsstreitigkeiten mit China – jedoch deutlich nach unten. Geerntet wird das Wintergetreide in Australien allerdings erst zum Ende des aktuellen Jahres und bis dahin kann noch eine Menge passieren.

Fast doppelt so viel Weizen wie 2019

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Australien Landwirtschaftsamt ABARES hat die Schätzung für die Weizenproduktion in der Saison 2020/21 am Mittwoch um mehr als 25 Prozent angehoben, nachdem die jüngsten starken und anhaltenden Regenfälle eine dreijährige Dürreperiode beendet hatten, die vor allem die Ostküste des Landes heimgesucht hat.

ABARES gab bekannt, dass die Weizenproduktion für das neue Wirtschaftsjahr auf 26,7 Millionen Tonnen geschätzt wird, verglichen mit der März-Prognose von 21,3 Millionen Tonnen. Das wäre ein Zuwachs der Ernteerwartung von 28 Prozent – bzw. mehr als einem Viertel. Im Vergleich zur Ernte aus dem Vorjahr von 15,2 Millionen Tonnen beträgt der Zuwachs sogar 76 Prozent – also beinahe eine Verdopplung der Erntemenge.

Das USDA hatte die neue australische Weizenernte im Mai immerhin auf 24 Millionen Tonnen geschätzt und damit 3 Mio. Tonnen kleiner als ABARES jetzt erwartet. Peter Gooday, Exekutivdirektor von ABARES, sagte, die hohe Prognose spiegele vor allem die sehr günstigen Bedingungen in den östlichen Bundesstaaten Australiens und in Südaustralien wider.

Noch mehr Weizen für die Exportmärkte

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Sollte sich die sehr große Ernteprognose bestätigen, würde dies wahrscheinlich die Weltmarktpreise erheblich belasten, glauben Analysten. Australien gehört zu den zehn größten Getreideexporteuren der Welt und exportiert in erster Linie nach Südostasien und nach China. Das USDA hatte die Exporterwartung für Australien im Mai auf 14 Millionen Tonnen Weizen veranschlagt – nach Ausfuhren von 8,5 Millionen Tonne im vorigen Jahr. Nun dürften jedoch noch einige Millionen Tonnen hinzukommen.

Die aktuellen Wetterbedingungen stellen eine starke Verbesserung für die Wachstumskonditionen an der australischen Ostküste dar, wo es im vorigen Jahr kaum geregnet hatte und gewaltige Buschfeuer ganze Wälder und große landwirtschaftliche Flächen zerstörten. Die starken Regenfälle löschten diese Brände jedoch, und ABARES sagt, dass die hohe Feuchtigkeit im Boden die Landwirte ermutigte, deutlich mehr Getreide auszusäen.

Nach den Angaben von ABARES wurden knapp 13 Millionen Hektar mit Weizen bestellt, das sind etwa 8 Prozent mehr als man noch im März erwartet hatte. Da auch in den nächsten drei Monaten reichlich Regen erwartet wird, hat ABARES auch seine Ertragsprognose nochmals kräftig angehoben.

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Deutlich mehr Gerste – aber Probleme mit China

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Die Regenfälle haben auch die australische Gersten- und Rapsproduktion kräftig ankurbelt, sagte ABARES. Die Gerstenproduktion in der Saison 2020/21 wird jetzt auf 10,6 Millionen Tonnen geschätzt – ein Plus von mehr als 15 Prozent gegenüber der vorherigen Schätzung von 9,1 Millionen Tonnen im März.

Im Vergleich zu Vorjahresernte von 9 Millionen Tonnen beträgt der Zuwachs etwa 18 Prozent – also fast ein Fünftel. Die Anbaufläche für Gerste wird danach um 8 Prozent auf knapp 4,4 Millionen Hektar zunehmen, das sind auch 8 Prozent mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt.

Bei Gerste könnten die Australier jedoch erhebliche Absatzprobleme bekommen, denn China hat im vergangenen Monat einen Zoll von mehr als 80 Prozent für australische Lieferungen eingeführt. Hintergrund sind die Streitigkeiten um die Ursachen des Ausbruchs der Corona-Epidemie in China. Die Folge der chinesischen Zölle war ein heftiger Preissturz bei Gerste in Australien.

Da die Aussaat von Wintergerste zu diesem Termin jedoch schon in vollem Gange war, hatte dies keinen Einfluss mehr auf die Flächenentwicklung.

40 Prozent größere Rapsernte – Export nach Europa

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Bei Raps/Canola erwartet ABARES eine Erntemenge von 3,25 Millionen Tonnen, nach 2,3 Millionen Tonnen im vorigen Jahr – ein Plus von knapp 40 Prozent. Die Anbaufläche für Raps wird voraussichtlich um 32 Prozent auf 2,4 Millionen Hektar wachsen. Australien ist nach der der Ukraine der wichtigste Rapslieferant für die EU, da ein großer Teil des australischen Raps GVO-frei produziert wird.

Außerdem wird erwartet, dass die Anbaufläche bei Hafer um 35 Prozent auf 951.000 Hektar zunimmt. Die Hafer-Produktion könnte sich fast verdoppeln.

Der vom Bureau of Meteorology am 4. Juni 2020 veröffentlichte dreimonatige saisonale Ausblick (Juni bis August) zeigt, dass die Winterniederschläge in den meisten Anbauregionen in Queensland und New South Wales wahrscheinlich überdurchschnittlich und in den meisten anderen Anbauregionen mindestens durchschnittlich sein werden.

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