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Klimawandel und Landwirtschaft

Australien: Extreme Hitze lässt alles vertrocknen

Trockenheit Australien
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
16.01.2019

Australien leidet unter einer extremen Hitzewelle und rekordhohen Temperaturen. Die Ernte von Sommerkulturen und Futter bricht dramatisch ein.

Australiens Ernte von Wintergetreide war wegen der extremen Dürre im Frühjahr und Frühsommer auf den niedrigsten Wert seit 10 Jahren geschrumpft.

Schon vor der aktuellen Hitzewelle war zudem das Futter auf den Wiesen und Weiden wegen der lange anhaltenden Dürre extrem knapp und sehr teuer. Nun wird die Versorgung der Tierbestände immer problematischer und die Preise steigen weiter.

Immer neue Temperaturrekorde

Farm in Australien

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen setzten der schon sei Monaten von einer extremen Dürre geplagten Landwirtschaft weiter enorm zu. "Dieses Wetter ist keine besonders gute Nachricht für die Ernte von Sommergetreide wie etwa Sorghum", sagte dazu Phin Ziebell, Agrarökonom der National Australia Bank."

In Teilen von New South Wales, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat Australiens und in Westaustralien, wurden zuletzt sehr hohe Nachttemperaturen von 33 Grad Celsius gemessen. Es wird erwartet, dass die Tagestemperaturen am heutigen Mittwoch in Teilen von New South Wales, Südaustralien und Victoria auf über 45 Grad C steigen, teilte das australische Bureau of Meteorology mit.

Die 15 heißesten Orte der Welt liegen derzeit alle in Australien. Die höchste Temperatur wurde dieser Tage mit 49,1 Grad Celsius im Süden des Kontinents gemessen. Jetzt wird erwartet, dass auch die 50-Grad-Marke geknackt werden könnte. Das war zuletzt 1998 und 1960 der Fall.

Hitze drückt Ernte von Sommergetreide

Farm AUstralien

Der Anbau von Sommerkulturen beginnt in Australien je nach Region im November und kann üblicherweise bis Ende Januar dauern. In diesem Jahr schränken die niedrige Bodenfeuchtigkeit, der ausbleibende Regen und die große Hitze die Aussaat und den Aufwuchs von Sommergetreide stark ein.

Den Anbaurückgang bei Sommerkulturen hat das Landwirtschaftsamt ABARES bereits im Dezember auf  20 Prozent prognostiziert. Ganz besonders drastisch schrumpfen danach die Anbauflächen bei Reis und Baumwolle sowie bei Mais. Die Anbaufläche des wichtigsten Sommergetreides Sorghum hatte ABARES wegen der sehr hohen Weltmarkpreise eigentlich 8 Prozent größer erwartet. Das erscheint angesichts der extremen Hitzewelle mehr als fraglich.

Dabei dürfte die Ernte von Sorghum stärker leiden als zunächst erwartet. Die  gesamte Produktion von Sommerkulturen sollte nach der Dezember-Prognose von Abares voraussichtlich um 25 Prozent auf 3,1 Mio. Tonnen sinken. Nun könnte der Produktionseinbruch wohl noch größer werden, denn auch die Sorghumernte wird wohl trotz der größeren Anbaufläche schrumpfen.

Futter ist extrem knapp und teuer

Farm AUstralien

Noch stärker als die Getreideproduktion dürfte aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit jedoch die Futterversorgung der Tiere leiden. Bereits im vorigen Jahr (2018) hatte viele Farmer wegen der extremen Dürre auf zahlreichen für die Getreideproduktion bestimmten Flächen Gras für die für Heuproduktion gepflanzt.

Grund waren zum einen die sehr schlechten Ernteaussichten bei Getreide und zum anderen die stark steigenden Futterpreise. Aber auch der Aufwuchs auf diesen Flächen wurde von der extremen Dürre und Hitze nun stark in Mitleidenschaft gezogen bzw. ist einfach vertrockent. Die Preise für Heu und Futtergetreide sind deshalb bereits im vorigen Jahr sehr schnell und kräftig gestiegen.

Ende des Jahres bewegten sich die Preise für Heu und Raufutter bereits auf auf dem Stand der letzten großen Dürre von 2006/07. Nun steigen die Preise wegen der anhaltenden Hitze und der extrem anspannten Versorgungslage bei Futtergetreide und Raufutter/Heu weiter.

 

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