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Getreideernte und Marktprognosen

Australien: Riesige Weizenernte wird noch größer

reifes Weizenfeld
am Dienstag, 08.09.2020 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Australien hat die Prognose für die neue Weizenernte noch einmal erhöht. Um rund 8 Prozent wurde die Schätzung angehoben.

Australiens Weizenernte wird riesig.

Im Vergleich zum dürregeplagten Vorjahr wäre das fast eine Verdopplung der australischen Weizenernte. Grund für die Korrektur sind die starken Regenfälle an der australischen Ostküste. Das australische Landwirtschaftsamt (ABARES) erwartet, dass die kommende Weizenernte 28,9 Millionen Tonnen betragen wird, verglichen mit 26,7 Millionen Tonnen zur Schätzung vom Juni und nur 15,2 Millionen Tonne im vorigen Jahr.

"Die nach oben korrigierte Produktion in New South Wales hat 60 Prozent des prognostizierten Anstiegs ausgemacht", teilte Steve Hatfield-Dodds mit, Executive Director bei ABARES. Der kräftige Anstieg der australischen Weizenproduktion dürfte auch die Weizenpreise in Australien belasten. Diese hatten vorige Woche gerade ein Fünfmonatshoch erreicht.

Die jüngsten starken Regenfälle sorgen auch für einen Anstieg der australischen Gerstenproduktion. Die Erntemenge könnte nach der Prognose von ABARES 11,2 Millionen Tonnen betragen, nachdem die vorige Schätzung bei 10,6 Millionen Tonnen lag. Im vorigen Jahr haben die australischen Farmer nur 9 Millionen Tonnen Gerste von den Feldern geholt.

Der australische Gerstenmarkt wird derzeit durch ein Importstopp des bislang größten Abnehmers China belastet. Die Chinesen hatten zunächst Zölle in Höhe von 80,5 Prozent auf australische Gerstenimporte eingeführt, wodurch der Handel im Prinzip gestoppt wurde. In der vorigen Woche wurde die Maßnahmen nochmals verschärft, als China die Einfuhren von Australiens größtem Getreideexporteur aus angelblichen phytosanitären Gründen komplett stoppte.

Zwei Drittel größere Getreideernte als im Vorjahr

Die neue australische Getreideernte wird sehr groß.

Abares teilt weiter mit: Die Wintergetreide-Produktion wird in Australien im Wirtschaftsjahr 2020/21 voraussichtlich um 64 Prozent auf 47,9 Mio. t steigen. Im extremen Dürrejahr 2019/20 haben die australischen Farmer nur 29,2 Millionen Tonnen Wintergetreide geerntet. Damit liegt die aktuell erwartete Erntemenge rund 20 Prozent über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 40 Mio. t. Außderdem könnte es die zweitgröße australische Getreide-Ernte überhaupt werden.

Rund 60 Prozent des prognostizierten Produktionsanstiegs sind auf die Produktionssteigerung in New South Wales zurückzuführen. Die neue Schätzung ist eine Aufwärtskorrektur von 8 Prozent gegenüber der ABARES-Prognose vom Juni 2020 und spiegelt die besser als erwartete Pflanzenentwicklung im Winter wider.

Die Anbaufläche für die Winterkulturen hat sich gegenüber der von der Dürre betroffenen Saison 2019/20 schätzungsweise um 23 Prozent erhöht, heißt es weiter.

Für Winterweizen wird ein Produktions-Anstieg um 91 Prozent (!!) auf 28,9 Millionen Tonnen prognostiziert. Das sind 22 Prozent mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt von 23,7 Millionen Tonnen.

Die Gerstenproduktion wird voraussichtlich um 25 Prozent auf 11,2 Millionen Tonnen steigen. Das sind 23 Prozent mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt von 9,1 Mio. t.

Die Canola-Produktion soll um 47 Prozent auf 3,4 Millionen Tonnen steigen, 4 Prozent über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 3,3 Millionen Tonnen. Die Haferproduktion soll um 93 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen zulegen.

Reichlich Regen im Winter und im Frühjahr

Bis zur Ernte in Australien vergehen noch einige Wochen.

ABARES berichtet außerdem: Die Aussichten für die Wintergetreide-Ernte ist in fast allen Regionen Australiens zum Beginn des Frühlings durchschnittlich bis überdurchschnittlich gut. Die Ernteaussichten sind in New South Wales am besten, wo reichlich Regenfälle zu einer weit überdurchschnittlichen Produktion führen dürften.

Auch in den Bundesstaaten Victoria, Südaustralien, Westaustralien und Süd-Queensland ist die Ernteerwartung durchschnittlich bis überdurchschnittlich gut, obwohl die Temperaturen im Juni und Juli vielerorts sehr warm waren. Die rechtzeitigen Niederschläge im August haben die Ertragsaussichten in diesen Regionen jedoch wieder spürbar verbessert.

Der aktuelle dreimonatige Wetterausblick des Bureau of Meteorology (September bis November) vom 3. September 2020 zeigt, dass die erwarteten Niederschlägefür dei kommednen drei Monate in den wichtigsten Anbauregionen wahrscheinlich überdurchschnittlich hoch ausfallen werden. Das heißt kleiner wird die Ernte wohl eher nicht obwohl bis zum Erntebeginnim Dezember noch einiges passieren kann.

Sommerkulturen: Anbau verdoppelt

ernte-von-sorghum

Die Anbaufläche von Sommerkulturen für die Ernte 2020/21 wird voraussichtlich um 194 Prozent auf rund 1 Million Hektar ansteigen. Das sind jedoch trotzdem 11 Prozent weniger Fläche als im 10-Jahres-Durchschnitt mit 1,2 Mio. Hektar. ABARES erwartet, dass die Anbaufläche für die wichtigsten Sommerkulturn nämlich Sorghum, im Vergleich zu den von Dürre gerägten Werten von 2019/20 erheblich ansteigen wird. Die Produktion von Sommerkulturen wird voraussichtlich um 259 Prozent auf 3,2 Mio. t steigen. Dies spiegelt die erwartete Zunahme der Anbaufläche und eine angenommene Rückkehr zu den Durchschnittserträgen wider.

Die Anbaufläche für Sorghum wird voraussichtlich um 316 Prozent auf 595.000 Hektar ansteigen. Das sind 13 Prozent mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt mit 525.000 Hektar. Dieser prognostizierte Anstieg spiegelt die günstigen Aussichten für die saisonalen Bedingungen im Frühjahr, die hohen Preise für Getreidesorghum sowie die Verfügbarkeit von Brachland in sommerlichen Anbauregionen wider. Unter der Annahme des Durchschnittsertrags wird die Getreide-Sorghum-Produktion voraussichtlich um 480 Prozent auf rund 1,7 Millionen Tonnen steigen. Das sind 12 Prozent mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt mit 1,5 Millionen Tonnen.

ABARES erwartet außerdem, dass die wachsende Anbaufläche für Reis und Getreidesorghum die Zunahme der Anbaufläche für bewässerte Baumwolle und Trockenbaumwolle einschränkt. Die Anbaufläche für Reis wird voraussichtlich um 392 Prozent auf rund 27.000 Hektar ansteigen, da die Wasserzuteilungen im Vergleich zu den von der Dürre betroffenen Zuteilungen in den letzten zwei Jahren höher sind.

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