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Getreideexport

Bald 200 Millionen Tonnen Getreide aus Russland?

Getreideernte in Russland
© Ekosem Agrar GmbH
von , am
14.11.2017

Russland könnte seine führende Position auf dem Getreideweltmarkt in wenigen Jahren erheblich ausbauen.

In fünf bis acht Jahren könnte Russland rund 200 Mio. t Getreide erzeugen. Davon ist Stefan Dürr, Hauptgesellschafter der Ekosem-Agrar GmbH, überzeugt. Schon in den vergangenen Jahren haben die russischen Erzeuger ihre Produktivität deutlich gesteigert.

Wie Dürr heute auf der Agritechnica erläuterte, ist in der Schwarzerderegion ein Ertragsniveau von 4 bis 5 t je Hektar inzwischen Standard. Vor wenigen Jahren waren es noch 1,5 bis 2 t. Vor diesem Hintergrund hält er die 2017 erreichte neue Rekordernte nicht für einen einmaligen Ausreißer. Das USDA bezifferte die Ernte im November auf 127 Mio. t. Die Exporte daraus von voraussichtlich 43 bis 44 Mio. t sind ein wesentlicher Grund für den Preisdruck auf dem Weltmarkt.

Export-Infrastruktur wird ausgebaut

Stefan Duerr
Stefan Dürr, Gründer und Geschäftsführer der Ekosem-Agrar GmbH © Norbert Lehmann

Dürr zufolge haben die Professionalisierung des Anbaus und vor allem das staatlich stark geförderte Vordringen großer Agrarholdings zu der Produktivitätssteigerung geführt. Die zusätzlichen Getreidemengen werden ebenfalls auf den Weltmarkt drängen.

In zwei bis drei Jahren werden nach Einschätzung des deutschstämmigen Agrarunternehmers auch die derzeit bestehenden Engpässe in der Ausfuhrinfrastruktur behoben sein. Im September hatte die Regierung den Bau eines neuen Terminals mit einer Kapazität von 33 Mio. t im Fernen Osten angekündigt, allerdings mit dem Zieljahr 2030.

Agrarholdings werden unterstützt

Dürr selbst bewirtschaftet mit seiner Ekosem-Agrar Gruppe zurzeit etwa 248.000 Hektar in Russland. Er beobachtet einen extremen Strukturwandel innerhalb der Landwirtschaft. Von der Regierung werden gezielt große Holdings unterstützt, während für russische Verhältnisse kleinere Betriebe die Produktion einstellen. Das wiederum verbessert die Wachstumschancen für die Agrarholdings.

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