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DBV-Erntebericht

Bauernverband: Ernte von Raps und Weizen verläuft schleppend

Ein Mähdrescher im reifen Getreidebestand
am Donnerstag, 30.07.2020 - 11:20 (Jetzt kommentieren)

Aufgrund von Niederschlägen kommt die Ernte 2020 langsamer voran als in den Vorjahren. Die Erträge sind laut dem zweiten DBV-Erntebericht durchschnittlich.

Getreide läuft aus einem Silo auf den Ladewagen

Auch wenn die Böden grundsätzlich noch immer zu trocken sind: Aktuell stören gelegentliche Niederschläge den Fortschritt der Getreideernte. „Für den Fortgang der Ernte brauchen wir beständige und trockene Witterungsverhältnisse“, erläuterte DBV-Präsident Joachim Rukwied heute anlässlich der Vorlage des zweiten diesjährigen DBV-Ernteberichts.

Die Druschergebnisse der bisher geernteten Weizenbestände lassen den Bauernverband im Bundesdurchschnitt ein Ertragsniveau von 7,5 Tonnen pro Hektar erwarten.

Das wäre etwa im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 von 7,6 Tonnen pro Hektar und würde dem Vorjahresniveau entsprechen. Rukwied äußerte die Hoffnung, dass die Niederschläge im Juni zumindest für später abreifende Weizenbestände noch nicht zu spät kamen, um im weiteren Ernteverlauf höhere Erträge einzufahren.

1,4 Millionen Tonnen Weizen weniger als 2019

Die Erntemenge beziffert der Deutsche Bauernverband (DBV) auf 21,4 Millionen Tonnen Weizen. Das wären rund 600.000 Tonnen weniger als der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) für die Getreideernte noch Mitte Juli schätzte. Die Produktion des Vorjahres würde um 1,4 Millionen Tonnen Weizen verfehlt.

Die Ursache liegt dem DBV zufolge in den schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst 2019. Sie führten dazu, dass die Landwirte die Weizenanbaufläche um rund 7 Prozent auf 2,84 Millionen Hektar reduzieren mussten.

Deutlich mehr Raps aufgrund größerer Anbaufläche

Raps fließt aus dem Überladerohr auf den Wagen

Die Rapsernte ist in den meisten Regionen in vollem Gange, vielerorts bereits weit fortgeschritten. Die Druschergebnisse entsprechen nach Angaben des DBV mit einem Ertrag von 3,4 Tonnen pro Hektar dem mehrjährigen Durchschnitt. Sie übertreffen die Vorjahreserträge in Höhe von 3,3 Tonnen pro Hektar um 2,5 Prozent.

Der Bauernverband rechnet mit einem Anstieg der Rapsernte um knapp 15 Prozent auf 3,2 Millionen Tonnen. Das deckt sich mit den Ernteerwartungen des Raiffeisenverbandes. Die höhere Erntemenge geht maßgeblich auf die Ausweitung der Anbaufläche um gut 100.000 Hektar oder 11,7 Prozent auf 953.000 Hektar zurück.

Die aktuellen Rapspreise finden Sie hier.

Mais und Rüben brauchen Wasser

Rukwied betonte, auch wenn für einen zügigen Fortgang der Getreide- und Rapsernte sommerliche Witterungsverhältnisse nötig seien, fehle der Vegetation insgesamt weiterhin Wasser. Gerade die Ertragsbildung der im Herbst zu erntenden Kulturen Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben sei nur bei ausreichender Wasserversorgung möglich. Dies gelte auch für den Grünlandaufwuchs, auf den die tierhaltenden Betriebe zum Aufbau ihrer Futterreserven dringend angewiesen seien.

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