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Kartoffelmarkt

Bessere Kartoffelernte in Nordwesteuropa erwartet

am Mittwoch, 11.09.2019 - 13:54 (Jetzt kommentieren)

Obwohl die Kartoffelernte in Nordwesteuropa überdurchschnittlich sein wird, bestehen Chancen auf höhere Preise.

Kartoffeln werden überladen

Die nordwesteuropäischen Kartoffelanbauer werden dieses Jahr mehr ernten als im Vorjahr. Auch das Fünfjahresmittel dürften sie um drei Prozent übertreffen. Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) schätzt die Erntemengen in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Belgien auf 27 bis 27,3 Mio. t Kartoffeln. Die niedrige Vorjahresmenge dürfte damit um 12 Prozent übertroffen werden.

Trotz der verbesserten Ernteaussichten sieht die Anbauorganisation nicht schwarz für die Preise. Das aktuelle Preisniveau auf dem Kontinent passe nicht zum voraussichtlichen Aufkommen.

An der EEX Leipzig notiert der Aprilkontrakt 2020 derzeit um die 14,90 Euro/t. Ende Juli, in der Hitzeperiode, wurden der Kontrakt gar über 20 Euro/dt gehandelt. In der Hochpreisphase im Juni und Juli rieten wir von agrarheute, Teilmengen abzusichern.

Preisanstieg erwartet

Für die kommenden Wochen ist laut NEPG mit einer Verteuerung der Ware zu rechnen. Die Verarbeiter seien mit fast leeren Kartoffellagern früh in die Saison gestartet und hätten im Frühsommer mehr Ware verwendet als im Vorjahreszeitraum. Außerdem seien die Verarbeitungskapazitäten aufgestockt worden.

Die Fachleute gehen davon aus, dass sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Endprodukte aus der Europäischen Union in diesem Jahr verbessern wird. Schon jetzt gebe es einen regen Export aus den „NEPG-Ländern“ nach Polen und Rumänien.

Anbauflächen ausgehnt

Noch Anfang August gingen die NEPG-Experten wegen Trockenheit von einer unterdurchschnittlichen Kartoffelernte aus. Die jüngste Prognose beruht überwiegend auf den Ergebnissen von Proberodungen. Für Großbritannien haben sie nur Durchschnittserträge unterstellt, da dort die Ernte später stattfindet als auf dem Kontinent.

Die höhere Erntemenge liegt nur zum Teil an besseren Hektarerträgen. Laut NEPG sind im Mittel in den fünf Ländern 44,7 t/ha zu erwarten. Das sind zwar 3,8 t/ha mehr als 2018. Das langjährige Mittl von 47,1 t/ha wird aber um 2,4 t/ha verfehlt.

Weil die belgischen Anbauer ihre Flächen kaum beregnen können, ist dort mit niedrigeren Flächenerträgen zu rechnen.

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