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Börsentelegramm

Besserer Start in den Börsentag möglich

Dieter Jendrziak
am
17.11.2017

Der gestrige Handelstag verlief für die meisten Agrarrohstoffe ohne große Änderung. Die Kurse entwickelten sich auf beiden Seiten des Atlantiks allerdings komplett gegensätzlich.

Taschenrechner vor Weizenlager

In Paris konnten Raps und Mais kleine Gewinne einfahren, während in Chicago lediglich der Weizen leicht punkten konnte. Heute Morgen zeigt der elektronische Handel in Chicago durchweg grüne Vorzeichen.

Dem Weizenmarkt fehlen weiter die Impulse. Die großen globalen Bestände belasten und der Export kann auf beiden Seiten des Atlantiks keine Akzente setzten. Der wieder auf über 1,18 US-Dollar gestiegene Eurokurs lässt kurzfristig keine Morgenluft für den europäischen Handel erwarten.

Die EU meldete für die letzte Woche 340.000 t Weizenexporte und damit eine Gesamtleistung von 7,5 Mio. t. Der Rückstand zum Vorjahr hat sich zwar etwas reduziert bleibt aber mit 23 Prozent weiterhin sehr hoch. Der Dezemberkontrakt verliert 0,3 % (50 Cent) und settelt bei 158,75 €/t. Er hat damit den tiefsten Stand seit Ende August erreicht und bewegt sich auch auf charttechnisch sensiblen Terrain. Die Folgemonate notierten am Abend unverändert.

In den USA kamen die Exportanmeldungen mit 489.000 t innerhalb der Erwartungen herein. Für den US-Weizen reichte die leichte Unterstützung um nach den schwachen Vortagen 0,4 Prozent auf 4,2150 US-Dollar/bu draufzulegen.

USA: Höhere Maisanbaufläche erwartet

Der europäische Mais konnte sich gestern an der Matif nicht auf eine einheitliche Linie festlegen. Der vordere Januarkontrakt settelte nach der seit über einer Woche andauernden Schwächephase mit einem Gewinn von 0,8 Prozent oder 1,25 Euro auf 156 €/t.  Die Folgemonate fanden keine klare Richtung und spiegelten so die Unsicherheit im Markt.

In den USA erreichte der Dezemberkontrakt nach einem Minus von 0,5 Prozent auf 3,3650 US-Dollar/bu ein neues zwei-Monatstief und den niedrigsten Stand dieses Kontraktes. Das USDA gab für die letzte Woche Exportanmeldungen von 949.500 t bekannt. Das lag am unteren Ende der Erwartungen und gab den Bären so neues Futter. Es führte auch zur Erkenntnis das Exporte derzeit in erster Linie über den Preis laufen, was für ein fortgesetzt niedriges Niveau spricht.

Informa erwartet im kommenden Frühjahr eine um 955.000 acres höhere Maisfläche in den USA von insgesamt 91,4 Mio. acres.

Enttäuschende US-Sojaexporte

Der Sojakomplex stand gestern nach der kurzen Erholungsphase wieder unter Druck. Die Exportanmeldungen enttäuschten mit 1,105 Mio. t  etwas und so fiel der Januarkontrakt nach Gewinnmitnahmen um 0,4 Prozent auf 9,72 US-Dollar/bu zurück. Da auch die Gesamtexportleistung im laufenden Wirtschaftsjahr bis jetzt hinter dem 5-Jahresschnitt zurückbleibt machen sich die Händler zunehmend Sorgen das das USDA die Exporteinschätzung im kommenden Report reduzieren könnte.

Das Sojaschrot gab leicht nach, während das Sojaöl mit einem Rückgang von rund 1 Prozent etwas größere Verluste hinnehmen musste.

Informa erwartet für die kommende Saison eine um 720.000 acres reduzierte  Aussaatfläche von 89,3 Mio. acres in den USA.

Raps peilt wieder die 380 Euro-Marke an

Der Raps ließ sich gestern nicht von den negativen Vorgaben beeindrucken. Nach dem fünftägigen Rückgang wollte er gestern wieder nach oben und schaffte bis zum Ende des Tages ein Plus von 0,4 Prozent oder 1,50 Euro auf 379 €/t (Februarkontrakt).

Canola in Winnipeg konnte sich den negativen Vorgaben vom Sojakomplex nicht entziehen. Der Frontmonat Januar korrigierte um 0,4 Prozent auf 517,40 Can.Dollar/t.

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