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Erneuerbare Energien

Biodiesel: Schon drei Werke verringern Produktion

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Josef Koch, agrarheute
am
10.04.2018

Die Einfuhr des stark subventionierten argentinischen Biodiesels bereitet deutschen Herstellern immer mehr Probleme. Die Rapsanbauer tragen die Folgen.

Biodiesel

Die deutsche und europäische Biodieselindustrie steht laut Biokraftstoffverband vor einer wirtschaftlichen Katastrophe. Grund ist importierter Biodiesel aus Argentinien und Indonesien. Die dortigen Regierungen fördern laut Verband unfaire Handelspraktiken. In den letzten Wochen mussten deshalb bereits drei deutsche Biodieselwerke ihre Produktion drosseln oder einstellen.

Durch die staatliche Förderung können argentinische und indonesische Hersteller ihren Biodiesel zum Preis des Rohstoffs in Europa anbieten. „Die ruinösen Handelspraktiken müssen umgehend beendet werden – entweder auf politischem oder auf rechtlichem Wege“, fordert Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Drei Werke haben Produktion gekürzt

Porträt Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Von den rund 25 deutschen Biodieselproduzenten sind bisher Werke in Mainz, Mannheim und Marl von Produktionskürzungen und -einstellungen betroffen.

Damit stehen auch die Landwirte vor Problemen, die Raps als Rohstoff für die Biodieselherstellung an diese Unternehmen liefern. „Wenn die deutsche Biodieselindustrie in die Knie geht, bedeutet das  massive Verluste für Ölmühlen und Landwirte in ganz Deutschland“, sagte Baumann.

So befinden sich die Rapspreise schon seit Wochen auf einem relativ niedrigen Niveau, weil die Ölmühlen das Rapsöl kaum vermarkten können. Dabei wirft das Schrot noch eine deutliche bessere Marge ab.

Kurzfristige Hilfen nötig

Zwar hat die Europäische Kommission ein Anti-Subventionsverfahren eingeleitet. Dies wird aber voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres dazu führen, dass Importe mit Anti-Subventionszöllen belegt werden.

Bis dahin fordert der Verband kurzfristige Schutzmaßnahmen und zumindest eine Registrierung der Importe, um diese rückwirkend mit Zöllen belegen zu können. „Wie viele Biodieselproduzenten ohne wirksamen Außenschutz in Konkurs gehen, bleibt abzuwarten“, sagte Baumann.
 

So funktioniert die Förderung

Argentinien nutzt zur Förderung seiner Biodieselproduktion ein System differenzierter Exportsteuern (differential export taxes, DETs). Dabei belegt das Land Soja als Rohstoff für die Biodieselproduktion mit Exportsteuern von etwa 25 Prozent, so dass eine Ausfuhr nicht wirtschaftlich ist.

Gleichzeitig hält dies die Sojapreise innerhalb Argentiniens auf einem künstlich niedrigen Niveau, etwa ein Viertel unter dem Weltmarktpreis. Dagegen liegen die Exportzölle auf das Endprodukt Biodiesel nur bei rund 8 Prozent. Folglich können die heimischen Verarbeiter die Rohstoffe für die Biodieselproduktion im Vergleich zum Weltmarkt zu drastisch günstigeren Preisen beziehen.

Argentinischer Biodiesel aus Soja ist deshalb in Europa etwa 70 US-Dollar je Tonne billiger als hierzulande aus Raps produzierter Biodiesel. Bei einer üblichen Schiffsladung von 30.000 t ist das Geschäft für den Käufer also etwa 2,1 Mio. US-Dollar billiger, wenn er argentinischen Biodiesel kauft. Nach diesem System verfährt auch Indonesien mit seinem Biodiesel aus Palmöl.

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